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Luzerner Theater

Das Luzerner Theater ist ein Mehrspartenhaus mit Oper, Schauspiel, Tanz sowie Kinder- und Jugendtheater. Als grösste Kulturinstitution der Zentralschweiz mit eigenem Ensemble zeigt es seine Produktionen im Haus an der Reuss, in der gegenüberliegenden Box, im UG an der Winkelriedstrasse, im Figurentheater in der Box und immer wieder auch an verschiedenen Orten in der Stadt. Es ist regional verankert mit überregionaler Ausstrahlung und kooperiert mit verschiedensten Künstler*innen und Institutionen von lokaler wie internationaler Bedeutung.

Das vielfältige Programm setzt sich aus jährlich 20 bis 25 Neuproduktionen sowie Wiederaufnahmen und zahlreichen kleineren Formaten jenseits der Vorstellungen für jedes Alter zusammen.

(Foto: © Ingo Hoehn)

Kontakt

Luzerner Theater
Theaterstr. 2
CH-6003 Luzern

Telefon: 041 228 14 44
E-Mail: kasse@luzernertheater.ch

 

Theaterkasse
Mo – Fr 13.00 – 18.30 Uhr
Sa 10.00 – 14.00 Uhr
+ 1h vor Vorstellungsbeginn
Sonn- und Feiertage geschlossen

Spielorte
Bühne: Theaterstrasse 2, Luzern
Box/Figurentheater: Theaterplatz, Luzern
UG: Winkelriedstrasse 12, Luzern
Südpol Luzern: Arsenalstrasse 28, Kriens
Bewertungschronik

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Bewertungen & Berichte Luzerner Theater

© Ingo Hoehn
Musical

My Fair Lady

Musical von Frederick Loewe und Alan Jay Lerner

In dem Musical «My Fair Lady» prallen zwei Welten aufeinander: Es ist die von Eliza Doolittle, die auf der Strasse lebt und Blumen an Passant*innen verkauft, um ihren Lebensunterhalt zu sichern, und die des wohlhabenden Phonetik-Professors Henry Higgins, der sich nur in Gesellschaft begibt, um mit sprachlichem Wissen und wortgewandten Spitzfindigkeiten aufzutrumpfen. Als er mit seinem Freund Oberst Pickering wettet, er könne aus Eliza eine Herzogin machen und nicht nur ihren Dialekt in Hochsprache, sondern auch ihr gesamtes Erscheinungsbild verändern, ist genau das sein Antrieb: sich über die blasierte gehobene Mittelschicht zu erheben, indem er ihr ein «Blumenmädchen» unterjubelt. Doch nicht alles läuft so, wie in seiner Versuchsanordnung geplant.

Autor Alan Jay Lerner und Komponist Frederick Loewe zeigen in ihrer Adaption des Theaterstücks «Pygmalion» eine lebendige, schlagfertige und träumerische Eliza Doolittle, die sich eben das bewahrt, was ihr Lehrer nie hatte: die Unmittelbarkeit ihrer Gefühle und die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen.

Nach Bernard Shaws «Pygmalion» und dem Film von Gabriel Pascal
Buch und Liedtexte von Alan Jay Lerner
Musik von Frederick Loewe
Deutsch von Robert Gilbert

Musikalische Leitung – Jonathan Bloxham, Paul-Boris Kertsman, Victor Petrov
Regie – Sonja Trebes
Bühne – Marialena Lapata
Kostüme – Anna Brandstätter
Licht – Susanne Reinhardt
Video – Rebecca Stofer
Choreografie – Luca Signoretti
Dramaturgie – Corinna Tetzel
Chor – Manuel Bethe

in deutscher Sprache
2 Stunden 40 Minuten, inkl. einer Pause
ab 10 Jahren

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© Tanja Dorendorf
Schauspiel

Der zerbrochne Krug

Komödie von Heinrich von Kleist

Ein zerbrochener Krug, ein verprügelter Sheriff und ein Dorf voller Verdächtigungen. Doch die einzige, die dabei war, sagt kein Wort.

Es ist Gerichtstag im kleinen Dorf Highsun im Wilden Westen. Sheriff Adam, der hier für Recht und Ordnung sorgen soll, scheint eine durchzechte Nacht hinter sich zu haben. Lädiert und völlig durch den Wind findet ihn sein Gehilfe, Deputy Light, der sich schon auf die Verhandlung freut.
Vor der Tür wartet bereits die aufgebrachte Mrs. Martha. Sie beschuldigt Russel, den Verlobten ihrer Tochter Eve, ihren kostbaren Krug zertrümmert zu haben – ein Erbstück, das die ganze Geschichte der Vereinigten Staaten überlebt hat – bis heute. Russel beteuert seine Unschuld! Und Eve? – die schweigt.

Nun muss Sheriff Adam seines Amtes walten und Klarheit in die Angelegenheit bringen. Doch dann kündigt sich auch noch unerwarteter Besuch an: Gerichtsrat Judge Walter aus Hugerock wird Adam beim Richten über die Finger schauen. Das kann ja heiter werden.

Die preisgekrönte Regisseurin Fritzi Wartenberg findet in Kleists Text einen neuen Grund für Eves Schweigen. So naheliegend, so ermächtigend und vor allem so skurril. Kleist selbst nannte sein Theaterstück um den zerbrochenen Krug eine Komödie. Fritzi Wartenberg spinnt sie mit viel schwarzem Humor weiter und versetzt die Geschichte in das patriarchale Setting des Wilden Westens, wo Recht und Gerechtigkeit längst nicht dasselbe sind.

Regie – Fritzi Wartenberg
Bühne – Polly Stephan
Kostüme – Esther Von der Decken
Musik – David Rimsky-Korsakow
Licht – Petri Tuhkanen
Dramaturgie – Amelie Lopper

ab 15 Jahren

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© Caroline Minjolle
Schauspiel

Eine Weihnachtsgeschichte

Charles Dickens
Der Weihnachtsklassiker für alle

It’s the most wonderful time of the year … Nicht so für den alten Geizkragen und Geldverleiher Ebenezer Scrooge. Nicht nur hasst er Weihnachten, auch das Gesinge auf der Strasse und die um Almosen bettelnden Menschen gehen ihm auf die Nerven. Weihnachten, «das Fest der Liebe» – das ist doch Humbug!

So lässt er sich auch nicht erweichen, als ihn eine Kundin um Aufschub bittet, weil sie ihr Darlehen nicht fristgerecht zurückzahlen kann. Oder als sein Mitarbeiter Bob Cratchit Weihnachten lieber mit seinem kranken Sohn verbringen möchte, anstatt zu arbeiten. Oder als sein Neffe Fred die jährliche Weihnachtseinladung ausspricht.

Aber jetzt reicht’s! Sein verstorbener Geschäftspartner Marley, der zu Lebzeiten ebenso mürrisch und geizig war wie Scrooge, erscheint ihm, um ihn zu warnen – denn wenn man so selbstsüchtig durchs Leben geht, findet man auch nach dem Tod keine Ruhe – und für Scrooge ist es ja noch nicht zu spät. Marley schickt ihm also drei Geister: Den Geist der vergangenen, der gegenwärtigen und der zukünftigen Weihnacht. Diese drei führen ihm vor Augen, was sein Handeln für Auswirkungen hat und wie wichtig es ist, für das Gute einzustehen. Lässt sich das Herz des alten Griesgrams wirklich mit ein bisschen Geisterzauber erwärmen?

Regisseur Ronny Jakubaschk realisiert nach «Der Richter und sein Henker» seinen zweiten Theaterabend am Luzerner Theater: farbenfroh, bildstark, skurril und musikalisch.

Regie – Ronny Jakubaschk
Bühne und Video – Cornelius Reitmayr
Kostüme – Lukas Wassmann
Licht – Jonathan Zumsteg
Musik – Paul Sies
Dramaturgie – Kristina Malyseva

ab 8 Jahren

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© Ingo Hoehn
Oper

L'elisir d'amore
(Der Liebestrank)

Komische Oper von Gaetano Donizetti

«Gäbe mir die Liebe nur etwas Mut!» Der schüchterne Nemorino hat sich in die attraktive, scheinbar unerreichbare Adina verliebt, der auch der schneidige Offizier Belcore den Hof macht. Zum Glück hat der Quacksalber Dulcamara Liebestränke im Angebot, die wirken sollen wie bei «Tristan und Isolde». Und tatsächlich: Nemorino fasst neuen Mut und riskiert sogar sein Leben, um Adinas Herz zu gewinnen. Eine unerwartete Erbschaft tut sein Übriges und so ist selbst Dulcamara erstaunt, welche Energie und Verwandlungskunst sein Betrug freisetzt. Zwischen Augenzwinkern und Herzschmerz dürfen wir uns fragen: Ist die Wahrheit entscheidend oder vielmehr das, woran wir glauben?

Als Meister des italienischen Belcanto gilt Gaetano Donizetti als musikalischer Wegbereiter für Giuseppe Verdi. Mitreissende Melodien, Virtuosität und emotionaler Tiefgang machten Donizettis 1832 uraufgeführtes Melodramma giocoso «L’elisir d’amore» schlagartig weltberühmt. Mit ihrer kraftvollen Mischung aus Leidenschaft, Poesie und Heiterkeit legt es offen, was bis heute einzig als Rezept für die wahre Liebe zählt: Mut, zu seinen Gefühlen zu stehen.

Musikalische Leitung – Jonathan Bloxham
Regie – Lucía Astigarraga
Bühne – Aída-Leonor Guardia
Kostüme – Ibai Labega
Licht – André Stocker
Video – Rebecca Stofer
Dramaturgie – Pia-Rabea Vornholt
Chor – Manuel Bethe

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
2 Stunden 35 Minuten, inkl. einer Pause
ab 10 Jahren

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© Andreas Etter
Tanz

Exploration of Energy

Jae-Duk Kim, Lida Doumouliaka
Uraufführungen

Die Energie und Intensität, die in Musik steckt, durch Bewegung sichtbar zu machen und sie selbst beim Zuschauen physisch erlebbar werden zu lassen – genau das gelang den beiden Tanzpersönlichkeiten, die sich für diese Tanzproduktion verantwortlich zeichneten. Die Wiedereinstudierung erlaubt nun die erneute Begegnung mit den gefeierten Choreografien von Lida Doumouliaka und Jae-Duk Kim, die vor allem eins verbindet: Beide loten aus, wie klangliche Energieströme Bewegung initiieren und kontinuierlich vorantreiben.

Die griechische Choreografin Lida Doumouliaka machte sich den Furor von Igor Strawinskys Meisterwerk «Sacre du Printemps» zunutze und schuf ein Tanzstück für acht Tänzer*innen, das die Melodieverläufe und Rhythmen der Komposition gekonnt in rasanten Tanz umsetzt.

Der Südkoreaner Jae-Duk Kim, ein Wirbelwind der asiatischen Tanzszene, bringt hingegen eine Besonderheit mit: Stark von Musik- und Tanztraditionen seines Landes inspiriert, entwickelt er seine Werke ausschliesslich auf der Basis von Klängen und Beats, die er selbst komponiert. Das Publikum war hingerissen, die Tänzer*innen von TanzLuzern genauso. Mehr davon, hiess es. Jae-Duk Kim ist daher in dieser Spielzeit «Artist in Residence» und wird neben «JE-UI» auch noch ein neues, dann abendfüllendes Stück zum Repertoire von TanzLuzern beitragen.

JE-UI
Choreografie – Jae-Duk Kim
Bühne, Kostüme und Licht – Caro Stark
Komposition – Jae-Duk Kim
Dramaturgie – Wanda Puvogel

Spring of Rites
Choreografie – Lida Doumouliaka
Bühne, Kostüme und Licht – Caro Stark
Dramaturgie – Wanda Puvogel

1 Stunde 40 Minuten, inkl. einer Pause
ab 10 Jahren

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© Gregory Batardon
Tanz

Seeing Beyond

Inbal Pinto, Andrea Miller

In neuer Kombination präsentiert TanzLuzern zwei choreografische Glanzlichter der vergangenen Spielzeiten. In «Salty Pink» zielt Inbal Pinto mit dem ihr eigenen feinen, leicht absurden Humor direkt auf die Herzen des Publikums ab. Die israelische Künstlerin spielt gekonnt mit der Fragilität des menschlichen Körpers und nutzt nicht nur das schier endlose Bewegungsspektrum von TanzLuzerns Ensemble, sondern auch ihr theatrales Talent.

Innerlich «vorgewärmt» erwartet uns dann die Tour de Force von Andrea Millers «SEREMOS». Das Stück der US-Amerikanerin sorgte in Luzern für Begeisterungsstürme und ausverkauftes Haus, bringt es doch die Ensemblemitglieder an die Grenzen dessen, was der menschliche Körper leisten kann.

So gegensätzlich die beiden Werke sind – besonders reizvoll macht diese neue Paarung, dass die Choreografinnen eine ähnliche Prägung verbindet. Sowohl Andrea Miller als auch Inbal Pinto entstammen der berühmten Batsheva Dance Company. Geblieben ist ihnen Ohad Naharins Ansatz, den Körper möglichst unmittelbar, geerdet und zutiefst menschlich einzusetzen. Dass die beiden Choreografien jedoch wie Tag und Nacht daherkommen, ist deutliches Zeichen für das herausragende Talent und die grosse Originalität dieser zwei bedeutenden Frauen des Tanzes.

Salty Pink
Choreografie – Inbal Pinto
Bühne und Kostüme – Inbal Pinto
Licht – Petri Tuhkanen
Musik – Maya Belsitzman
Dramaturgie – Wanda Puvogel

SEREMOS
Choreografie – Andrea Miller
Bühne und Kostüme – Caro Stark
Licht – Petri Tuhkanen
Dramaturgie – Wanda Puvogel

ab 10 Jahren

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© Caroline Minjolle
Theater

Lotte Lenya – eine Jahrhundertbiografie

Ein Musikabend von und mit Tini Prüfert
Uraufführung

«Sie ist eine miserable Hausfrau, aber eine sehr gute Schauspielerin», sagte ihr Mann, der Komponist Kurt Weill, über Lotte Lenya, Ausnahmekünstlerin des 20. Jahrhunderts. Geboren 1898 als Karoline Blamauer in prekären Verhältnissen in Wien, gestorben 1981 als Lotte Lenya in New York. Dazwischen ein wilder Ritt durch die europäische und amerikanische Theater-, Film- und Musikgeschichte. Arbeits-, Liebes- und Freundesbeziehungen verbanden sie mit Frank Wedekind, Max Ernst, Marlene Dietrich, Max Reinhardt, Leonard Bernstein, Theodor W. Adorno, Elisabeth Bergner oder Tilly Lösch.

Nachdem sie im Pfauentheater den Grundstein für ihre Karriere gelegt hatte, gelang ihr als Seeräuberjenny über Nacht der Durchbruch in der Uraufführung der «Dreigroschenoper» in Berlin. Als durchtriebene russische Geheimagentin in James Bonds «Liebesgrüsse aus Moskau» erlangte sie Weltruhm. Eine Oscarnominierung krönte schliesslich ihre Hollywood-Karriere.

Gemeinsam mit dem Pianisten Peter Estermann und dem Posaunisten Andreas Tschopp sowie der Künstlerin Samantha Aquilino widmet Tini Prüfert der aussergewöhnlichen Lotte Lenya einen musikalischen Abend mit Songs von Kurt Weill, um Lenyas künstlerische Arbeit im Spiegel ihrer Zeit lebendig werden zu lassen.

Gesang und Performance – Tini Prüfert
Musikalische Leitung und Klavier – Peter Estermann
Posaune – Andreas Tschopp
Video – Samantha Aquilino
Szenografische Begleitung – David Funda
Dramaturgie – Amelie Lopper

ab 16 Jahren

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© Caroline Minjolle
Oper

I Capuleti e i Montecchi
[Romeo und Julia]

Tragedia lirica in zwei Akten von Vincenzo Bellini

Genauso oft wie die Capulets mit den Montagues Frieden geschlossen haben, ebenso oft wurde er wieder gebrochen. Die Kinder der verfeindeten Familien, Romeo und Julia, verlieben sich dennoch ineinander – und müssen ihre Liebe geheim halten.

Shakespeares Tragödie «Romeo und Julia» dient den beiden versierten Opern-Autoren Vincenzo Bellini und Felice Romani – der auch für Donizettis «L’elisir d’amore» das Textbuch verfasste – nur indirekt als Vorlage für ihre Tragedia lirica. Sie entwerfen 1830 eine eigene Welt der Leidenschaften und fassen sie in eine hoch-emotionale, gleichsam betörende Musikdramatik: In unserer halbszenischen Aufführung ist sie klanglicher Mittelpunkt.

Zwei Familien, die sich seit Generationen unversöhnlich gegenüberstehen und die Auswege hin zum Frieden nicht finden. So agieren sie in altbekannten Mustern. Bellini und Romani fokussieren auf den letzten Tag von Romeo und Julia. Was sie freisetzen, kann als romantische Heldengeschichte verstanden werden, deren Protagonist Romeo sich gegen gesellschaftliche Strukturen auflehnt. Familienbande interessieren ihn nicht, er ist Aussenseiter und Rebell, er geht seinen eigenen Weg. Der aber führt in den tragischen Tod.

Musikalische Leitung – Jonathan Bloxham, Paul-Boris Kertsman
Auftrittschoreografie – Christine Cyris
Kostüme – Ulrike Scheiderer
Licht – Ivo Schnider
Dramaturgie – Ursula Benzing
Chor – Manuel Bethe

halbszenische Aufführung
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
2 Stunden und 15 Minuten, eine Pause
ab 12 Jahren

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© Caroline Minjolle
Tanz

Common Ground

Choreografien von Johanna Heusser und Maciej Kuźmiński

Johanna Heusser, eine Schweizer Choreografin, die wiederholt in Traditionen unserer Heimatwelt eintaucht und daraus fantasie- und facettenreiche Tanzstücke zaubert, dazu Maciej Kuźmiński, ein polnischer Choreograf, der sich mit einer ausgefeilten und sehr dynamischen Bewegungssprache mit dem beschäftigt, was Menschen verbindet und erdet: Diese beiden Künstler*innen werden mit TanzLuzern einen neuen Tanzabend kreieren, der unterhält und gleichzeitig zum Nachdenken anregt. Es sind eine Vielzahl von Fragen und Themen, die bei den beiden sehr unterschiedlichen Tanzkünstler*innen mitschwingen: Was ist eigentlich Heimat – bloss ein Ort, eine bestimmte Landschaft? Oder sind es die Menschen dort, zu denen wir eine Nähe empfinden? Kann man Heimat und Zugehörigkeit «lernen», wenn man zuzieht? Wie können wir aktiv dazu beitragen, dass sich niemand ausgeschlossen fühlt?

Eine Region in ihrer ganzen Ausdehnung bietet die Chance, uns Menschen zu einen, kann aber auch Grund für Konflikte sein. Die Betrachtung des Bodens als Konzept – bei einem der beiden Stücke durch die Beschäftigung mit der Innerschweizer Tradition des «Bödele» wortwörtlich integriert – liegt beiden neuen Stücken zugrunde. Die Ensemblemitglieder von TanzLuzern stehen wie immer dafür, dass die Umsetzung mittels hochkarätigem Tanz über die Bühne geht.

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© Caroline Minjolle
Schauspiel

Die Holländerinnen

von Dorothee Elmiger

Zwischen wuchernden Lianen, unheimlichen Geräuschen und schweisstreibender Schwüle beginnt eine abenteuerliche Reise ausserhalb unserer Wirklichkeit, die mitten in der Schweiz verankert ist und doch weit über sie hinausweist. In Dorothee Elmigers neuem Roman «Die Holländerinnen» verschränken sich persönliche Erinnerungen, politische Geschichte und archaische Naturbilder zu einem vielstimmigen Geflecht. Ein Theatermacher begibt sich mit seinem Team auf die gefährliche Suche nach zwei bereits vor Jahren verschwundenen Frauen. Sie betreten einen gewaltigen, koordinatenlosen Raum, der nur mit schummriger Taschenlampe ausgeleuchtet ist und uns dabei schonungslos mit dem Ungeheuerlichen konfrontiert – mit unseren ureigenen Ängsten, Ahnungen und Erfahrungen.

Die Gruppe stösst auf ein undurchdringliches Netz von Geschichten, losen Enden, unvermittelten Anfängen. Wer hat die Macht, Geschichten zu erzählen? Welche Geschichten werden erzählt? Und welche Antwort gibt die Bühne?

Diesen Fragen widmet sich Regisseurin Frieda Lange gemeinsam mit ihrem Team und zieht dabei das Publikum mit einer sinnlichen Soundpartitur tief in den Dschungel des europäischen Gewissens hinein und liefert es seinen eigenen Projektionen aus.

Mit ihrem preisgekrönten Roman (Deutscher Buchpreis, Bayerischer Buchpreis, Schweizer Buchpreis) hat die Schweizer Autorin einen Nerv der Zeit getroffen. Dass ihre Literatur auch für die Bühne gemacht ist, zeigte schon 2016 die Dramatisierung von «Schlafgänger» am Theater Basel.

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© Caroline Minjolle
Schauspiel

Gespenster!

Eine Anrufung von Ibsen, David und Ensemble

Beim Dramatiker Henrik Ibsen und seinem bekannten Generationen-Stück aus dem 19. Jahrhundert ist die Vergangenheit voller Gespenster, die uns im Hier und Jetzt plagen, einholen und uns den Tod bringen. So zumindest erfährt es Oswald, der als Künstler in Paris sein Glück gesucht hat, im gleichnamigen Stück. So sehr wollte seine Mutter ihn vor seiner Herkunft und seinem gewalttätigen Vater abgrenzen – und doch müssen beide am Ende erkennen, dass Oswald den «Samen des Bösen» längst in sich trägt und daran zugrunde geht.

Kann ich überhaupt ein Erbe ablehnen, mich dadurch von ihm befreien und nie wieder den Blick zurückwerfen? Gespenster bleiben Gespenster, sie lassen sich nicht begraben, sie kehren wieder, ob wir wollen oder nicht. Aber vielleicht tun wir ihnen auch Unrecht, wenn wir sie alle kollektiv verurteilen – vielleicht könnten es, in Anbetracht der Weltlage, auch ganz andere Gespenster sein, die uns aus fortschrittlicheren und liberaleren Zeiten zuwinken? Was ist mit den hart erkämpften Frauenrechten, der lebendigen LGBTQIA+-Community, was ist mit den üppigen Theaterlandschaften, mit den hohen Steuern auf hohe Löhne, der Abrüstung nach dem Kalten Krieg und dem grundlegenden Versprechen auf Frieden? Aber kann ich mir aus meinem Erbe wirklich nur die Rosinen, sprich die guten Geister rauspicken? Beinhaltet ein Erbe nicht auch immer die negativen Gespenster, die wir nur allzu gerne übersehen und verdrängen? Rebekka David und ihr Team dringen tief in den Originaltext von Ibsen ein und machen sich bereit, ein Erbe anzunehmen und es auf seine heutige Brauchbarkeit zu überprüfen.

Regie – Rebekka David
Bühne – Anna Brandstätter
Kostüme – Anna Maria Schories
Musik – Evelinn Trouble
Dramaturgie – Kristina Malyseva

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Luzerner Theater

Das Luzerner Theater ist ein Mehrspartenhaus mit Oper, Schauspiel, Tanz sowie Kinder- und Jugendtheater. Als grösste Kulturinstitution der Zentralschweiz mit eigenem Ensemble zeigt es seine Produktionen im Haus an der Reuss, in der gegenüberliegenden Box, im UG an der Winkelriedstrasse, im Figurentheater in der Box und immer wieder auch an verschiedenen Orten in der Stadt. Es ist regional verankert mit überregionaler Ausstrahlung und kooperiert mit verschiedensten Künstler*innen und Institutionen von lokaler wie internationaler Bedeutung.



Das vielfältige Programm setzt sich aus jährlich 20 bis 25 Neuproduktionen sowie Wiederaufnahmen und zahlreichen kleineren Formaten jenseits der Vorstellungen für jedes Alter zusammen.



(Foto: © Ingo Hoehn)
Theaterkasse
Mo – Fr 13.00 – 18.30 Uhr
Sa 10.00 – 14.00 Uhr
+ 1h vor Vorstellungsbeginn
Sonn- und Feiertage geschlossen

Spielorte
Bühne: Theaterstrasse 2, Luzern
Box/Figurentheater: Theaterplatz, Luzern
UG: Winkelriedstrasse 12, Luzern
Südpol Luzern: Arsenalstrasse 28, Kriens

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Aufführungen / Theater Luzerner Theater Luzern, Theaterstr. 2
Konzerte / Konzert Festival Strings Lucerne Luzern, Dreilindenstr. 89
Konzerte / Konzert Hochschule Luzern
Bereich Musik
Luzern-Kriens, Arsenalstrasse 28a
Aufführungen / Theater Kleintheater Luzern Luzern, Bundesplatz 12
Aufführungen / Figurentheater Figurentheater Luzern
Aufführungen / Theater Bühne Amt Entlebuch Spielt "Santa Cruz" Hasle LU, Schür Heiligkreuz

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