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Theater im Pfalzbau Ludwigshafen

Die Pfalzbau Bühnen (Theater im Pfalzbau) sind eines der wichtigsten Gastspielhäuser Deutschlands und damit einzigartig in Rheinland-Pfalz und der Metropolregion Rhein-Neckar. Das vielfältige Programm zeigt einen Querschnitt der besten internationalen, deutschen und regionalen Theaterproduktionen. Im Herbst präsentieren die Festspiele Ludwigshafen Schauspiel- und Tanzaufführungen auf höchstem Niveau. In der zweiten Spielzeithälfte sind neben renommierten Bühnen und Compagnien auch ausgewählte Inszenierungen nahe gelegener Theaterhäuser zu Gast. Neben Schauspiel und Tanz sind dann auch Musiktheaterinszenierungen und Produktionen für Kinder und Jugendliche zu sehen.

Kontakt

Theater im Pfalzbau Ludwigshafen
Berliner Str. 30
D-67059 Ludwigshafen

Telefon: +49 (0) 621-5 04 30 46
Fax: +49 (0) 621-5 04 29 30

 

Theaterkasse:
Tel. +49 (0) 621-5 04 25 58
Montags bis freitags von 10.30 bis 13.00 Uhr und von 16.30 bis 18.30 Uhr,
samstags von 11.00 bis 13.00 Uhr
E-Mail: pfalzbau.theaterkasse@ludwigshafen.de
Über die Internetseite sowie eine Stunde vor Vorstellungsbeginn
Bewertungschronik

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Bewertungen & Berichte Theater im Pfalzbau Ludwigshafen

Schauspiel

Der Drache

von Jewgeni Schwarz

Pfalzbau Bürger Bühne

In einer kleinen Stadt, die überall sein könnte, geht es gemächlich zu. Die Bürgerinnen und Bürger gehen ihren Geschäften nach, üben ihr Handwerk aus und empfinden es als Ereignis, wenn einmal starker Wind weht. Sie wissen, dass es besser ist, sich still und unauffällig zu verhalten. Seit 382 Jahren wird die Stadt von einem Drachen beherrscht, der keinen Widerstand duldet. Also hat man sich mit ihm arrangiert und tut alles, um das dreiköpfige Ungeheuer nicht zu reizen. Auch das jährliche Jungfrauenopfer wird schweigend, fast gleichgültig hingenommen. In diesem Jahr trifft es Elsa. Wie viele vor ihr wird sie den Drachen in seiner Höhle lausen müssen und anschließend vor Ekel sterben. Aber dann passiert doch etwas Unerwartetes: Ein Fremder kommt in die Stadt und sagt dem Drachen den Kampf an.

Die Märchenstücke des russischen Dramatikers Jewgeni Schwarz sind für Menschen aller Altersstufen geeignet. Ihr Zauber funktioniert ganz pur, ist aber doch immer mit einem politischen Aspekt verknüpft. Der Drache entstand 1943, zur Zeit des Faschismus. Ganz sicher ist es ein Untier, das in der kleinen Stadt ein autoritäres System etabliert hat. Am Leben erhalten dieses System aber auch die Bewohner, die den Machtmechanismus der Angst allzu willig bedienen. Erst am Ende wird ihnen bewusst, dass es nicht reicht, den Drachen zu töten. Nur wenn die Angst besiegt ist, hat Unterdrückung keine Chance mehr.

Inszenierung: Tilman Gersch
Musik: Frank Rosenberger
Dramaturgie: Barbara Wendland
Mit Bürgerinnen und Bürgern aus Ludwigshafen und der Region

Einheitspreis: 20 € / ermäßigt 12 €

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© Tilo Stengel
Tanz

GöteborgsOperans Danskompani

Choreographien von Sarah Balzinger, Isaiah Wilson und Botis Seva, Schweden

Weltpremiere
See You Sunday
Choreographie von Sarah Balzinger und Isaiah Wilson

Deutschlandpremiere
We Made a Mess!
Choreographie von Botis Seva

Katrin Hall, die künstlerische Leiterin der GöteborgsOperans Danskompani, trifft bei der Programmgestaltung mutige und unerwartete Entscheidungen im Bestreben, Kunst zu schaffen, die so schön, anspruchsvoll und unvorhersehbar ist wie das Leben selbst.
Die GöteborgsOperans Danskompani zählt zu den führenden zeitgenössischen Tanzcompagnien Europas. Ihre Tänzerinnen und Tänzer, die aus über 20 Ländern stammen, bringen ihre ganz eigene Persönlichkeit ein. Zusammen bilden sie ein kreatives und dynamisches Ensemble, das weltweit führende Choreographen nach Göteborg lockt, um dort neue, bahnbrechende Werke zu schaffen.
Die Spielzeit 2026/27 soll voller Begegnungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Vertrautem und Unbekanntem sein.

Die Spielzeit beginnt auch mit einer Weltpremiere außerhalb von Göteborg im Theater im Pfalzbau. Die Festspiele Ludwigshafen werden mit einem neuen Stück von Sarah Balzinger und Isaiah Wilson eröffnet. See You Sunday erforscht Wiederholung und fragmentierte Identitäten durch ihre physische und präzise Bewegungssprache, kombiniert mit zurückhaltendem Humor.

Außerdem zeigt die GöteborgsOperans Danskompani We Made a Mess!, ein neues Werk des international renommierten Choreographen Botis Seva, das im Februar 2026 uraufgeführt wurde. Botis Sevas choreographische Handschrift ist im Hip-Hop-Tanzstil verwurzelt und greift Techniken aus Film, Text, Kunst und anderen Tanzsprachen auf. Thematisch sind seine Arbeiten im realen Leben verankert und fangen sowohl seine eigenen Geschichten als auch die seiner Umgebung ein. We Made a Mess! ist, so Botis Seva, von den Machtverhältnissen auf dem Schulhof inspiriert.

Preise: 61 € / 51 € / 41 € / 31 €

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Konzert

Von Flocken

After-Show-Konzert

Markante Gitarrenlicks, sphärische Synthie-Sounds und bildstarke Lyrics – das sind die Zutaten der Berliner Indie-Band Von Flocken. 2016 gegründet, haben Von Flocken bisher rund 100 Konzerte gespielt. Live sind sie ein Klanggewitter aus Indie, Pop und einer Prise Poesie. Mit pointierten Texten, die zwischen Melancholie und Euphorie pendeln, treffen sie den Nerv der Zeit: ehrlich, tanzbar, menschlich.

Kuratiert von Bernd Jestram

Einheitspreis: 20 € / ermäßigt 12 €
Im Anschluss an die Vorstellung, freier Eintritt für Gäste der Abendvorstellung. Es darf getanzt werden!

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© Maximilian Goedecke Photography
Lesung

Simon Strauß liest:
In der Nähe

Salon Populaire

Simon Strauß ist seit 2016 Redakteur im Feuilleton der FAZ und als Theaterkritiker inzwischen eine bedeutende Größe. Er hat sechs Bücher publiziert, 2025 erschien sein erstes Sachbuch In der Nähe. Mit einem Porträt der brandenburgischen Stadt Prenzlau erkundet er den Reiz des Lebens in überschaubaren Strukturen. Insbesondere entdeckt er ein Gefühl, das vielen Stadtbewohnern abhandengekommen ist: Das „Könnens-Bewusstsein“ als notwendige und identitätsbildende Voraussetzung für eine aktive Beteiligung an der städtischen Gemeinschaft. Schon lange begleite ihn das „Traumbild eines langen Tisches, an dem die unterschiedlichsten Menschen Platz finden und durch streitlustige Gespräche zu Vertrauten werden.“ Zwei Jahre lang hat Simon Strauß sich an die Tische der unterschiedlichsten Menschen in Prenzlau gesetzt, ihnen zugehört, sie ernst genommen. Er beschreibt eine Stadt, in der die Menschen einander nahe sind, auch über Trennendes hinweg. Simon Strauß schafft ein differenziertes, in gewisser Weise auch optimistisches Bild des Zusammenlebens in Ostdeutschland, auf das der Westen oftmals mit allzu großer Distanz blickt.

Moderation: Shirin Sojitrawalla

Einheitspreis 24 € / ermäßigt 15 €

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© Apollonia T. Bitzan
Schauspiel

Ich weiß nicht, was ein Ort ist, ich kenne nur seinen Preis (Manzini-Studien)

von René Pollesch

Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin

Es gibt in Berlin-Wilmersdorf ein Café, das den Namen Manzini trägt. Hier soll angeblich die Aufführung entstanden sein, die in der Kurzversion den Namen im Titel trägt.
Man wähnt sich in einem Urwald: ein Bach plätschert, das umliegende Dickicht aus Pflanzen und Bäumen ist in ein schummriges Dämmerlicht getaucht. Mitten in diese Kulisse ragt eine riesige Hand, schwarz behandschuht und offenbar schön weich. Auf dieser Hand spielt sich ein Großteil der Aktionen der drei Darsteller*innen Kathrin Angerer, Marie Rosa Tietjen und Martin Wuttke in dieser 2018 in Zürich herausgekommenen und von der Kritik gefeierten Inszenierung René Polleschs ab.
In typischer Pollesch-Manier darf sich das Publikum auf amüsante und nachdenklich stimmende Dialoge der drei virtuosen Schauspieler freuen, die sich über Fragen des Theaters, Politik und Gesellschaft kluge Gedanken machen und ihren ganz eigenen Drive entfesseln. Nach einer sechsstündigen Aufführung von Shakespeares Sommernachtstraum wissen R, K und M nicht mehr ein und aus, bringen Anfang und Ende durcheinander und machen in ihren leicht lädierten, überstylten Kostümen einen mitgenommenen Eindruck. In dem kurzweiligen Abend geht es wie bei Shakespeare um die Liebe – und um den Knacks. Um das Leben auf dem Theater und in der Realität, unterfüttert mit Zitaten von Donna Haraway, Sigmund Freud, Gilles Deleuze usw. "Warum nicht einfach mal mit dem Ende beginnen, mit der Panik anfangen?", fragt M(artin Wuttke), um dann zur eigentlichen Frage zu kommen: "Wie kommt der Knacks in das Innen? Und was ist das überhaupt: das Innen?"
Und so kuscheln sich die drei abwechselnd in die King-Kong-Monsterhand, die in Shakespeares Zauberwald hineinragt, und philosophieren über den Lauf der Welt und des Theaters, während sie sich durch die Finger hindurchschlängeln und nach der richtigen Schlafposition suchen. Ein entspanntes, vergnügliches Theatererlebnis mit großem Unterhaltungswert.

"Dieser Theaterabend glitzert und strahlt, ist intelligent und unterhaltsam." Simon Strauß, FAZ

Text und Inszenierung: René Pollesch
Bühne: Barbara Steiner
Kostüme: Sabin Fleck
Licht-Design: Markus Keusch, Kevin Sock
Dramaturgie: Karolin Trachte, Anna Heesen (Volksbühne)
Mit: Kathrin Angerer, Marie Rosa Tietjen, Martin Wuttke

Eine Übernahme vom Schauspielhaus Zürich

Dauer ca. 1 Stunde 40 Minuten, keine Pause

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Konzert

Cosmica Bandida

After-Show-Konzert

Die kolumbianisch-deutsche Band Cosmica Bandida erforscht die Bedeutung von Klang durch Installationen, Objekte und Performances. Ihre Musik verbindet analoge Synthesizer und Space-Disco-Stimmungen mit rhythmischen Mustern, die von der kolumbianischen traditionellen Cumbia, der psychedelischen peruanischen Chicha, elektronischen Beats und modularen Klängen inspiriert sind.

Kuratiert von Bernd Jestram

Einheitspreis: 20 € / ermäßigt 12 €
Im Anschluss an die Vorstellung, freier Eintritt für Gäste der Abendvorstellung. Es darf getanzt werden!

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© Pascal Buenning
Lesung

Katharina Thalbach liest
"Die Blechtrommel"

von Günther Grass

Katharina Thalbach wurde mit Volker Schlöndorffs Verfilmung des Welterfolgs Die Blechtrommel von Günter Grass endgültig zu einem der großen Stars des deutschen Kinos und Theaters. Sie spielt darin die Maria Truczinski, in die sich die gleichaltrige, aber kleingebliebene Hauptfigur Oskar Matzerath (gespielt von David Bennent) verliebt. Oskar hat sich an seinem dritten Geburtstag dazu entschlossen nicht mehr zu wachsen. Der groteske Außenseiter betrachtet die Welt mit schonungslos-sarkastischem Blick „von unten“. Die Blechtrommel, die er sich schon früh sehnlichst gewünscht hatte, ist sein ständiger Begleiter. Mit ihr ertrommelt er sich Distanz, fordert, schreckt auf. Wird sie ihm genommen, setzt er sich mit einem Schrei zur Wehr, der Glas zerspringen lässt. So absonderlich der zornige Kleingebliebene ist, so frei ist er. Oskar ist ein unerbittlich scharfsinniger Beobachter des Danziger Kleinbürgertums im „Dritten Reich“. Er durchschaut alles, doch er greift nicht ein.

Der Film wurde 1979 mit der Goldenen Palme von Cannes und mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet, bevor er 1980 als erste deutsche Produktion einen Oscar gewann. Jetzt liest die Ausnahmeschauspielerin Katharina Thalbach mit der unverwechselbaren Stimme aus Günter Grass‘ Roman.

Einheitspreis: 46 € / ermäßigt 29 €

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© Christophe Bernard
Tanz

Beauséjour

Tanzstück von Mourad Merzouki

Compagnie Käfig, Frankreich

In seiner neuen Kreation Beauséjour setzt sich Mourad Merzouki mit dem Körper im Wandel der Zeit auseinander. Er stellt sich die Frage, wie sich das Verhältnis zum Körper und zur Bewegung nach einer dreißigjährigen Tänzerkarriere verändert. In den Stücken und Aufführungen wird weiterhin die Schönheit gefeiert, doch es herrscht eine andere Energie und es gibt andere Impulse. Spektakuläre körperliche Höchstleistungen stehen nicht mehr im Vordergrund, sondern es ist vielmehr die Anmut, die die Ästhetik bestimmt, deren Energie von einer anderen Qualität ist. Die Entscheidung, eine Choreographie über die Realität des alternden Körpers zu entwickeln, stellte für Hip-Hop-Tänzer eine Herausforderung dar. Sie mussten sich neue Bewegungsabläufe aneignen und sich Charaktere erarbeiten, die sie verkörperten. So entstand für die Tänzer die Utopie einer Vision alternder, gebeugter Körper, die sich in ihrer Originalität zu liebenswerten Figuren entwickeln. Indem Beauséjour die Kategorien von Schönheit neu definiert, gibt die Choreographie zu bedenken, dass unsere Gesellschaft den Körper zwar akzeptiert und ihn wertschätzt, jedoch nach den spezifischen Kriterien, die sie sich selbst auferlegt hat.
In der Musik von Müller & Makaroff wird der argentinische Tango mit elektronischer Musik verbunden, sie entführt in musikalische Gefilde Lateinamerikas und trägt uns weiter von den Marimbas und ternären Rhythmen der kolumbianischen Pazifikküste bis hin zu den Flöten und Charangos der höchsten Gipfel der Anden.

„Nostalgie und Lebensfreude, Jugend und Alter, Schlichtheit und tänzerischer Überschwang, Tango und Hip-Hop: Mourad Merzouki meistert mit seiner neuen Choreographie Beauséjour einen Balanceakt und die Verschmelzung der Genres.“ Le Progrès

Choreographie: Mourad Merzouki
Bühne: Benjamin Lebreton
Kostüme: Pauline Zurini, Claire Schirck
Licht-Design: Yoan Tivoli
Musik: Müller & Makaroff (Gotan Project)
Texte: Fabrice Daboni aka Fafapunk

Mit: Rémi Autechaud dit RMS, Hugo Ciona, Sabri Colin dit Mucho, Mathilde Devoghel, Killian Drecq, Soufiane Faouzi Mrani, Nathalie Fauquette / Maé Nayrolles, Bastien Guyot dit Bastos, Pauline Journé, Mathis Kaddaoui, Laura Mello Rella, Vanessa Petit, Pauline Rousselet, Maxim Thach, Teddy Verardo

Preise: 51 € / 42 € / 34 € / 26 €
Dauer: ca. 60 Minuten, keine Pause

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Gespräch

Wort & Wein:
Der Struwwelpeter

Weingut Domdechant Werner (VDP), Hochheim am Main

Ein Pfälzer ist der Erfinder des berühmten Struwwelpeter genau genommen nicht. Aber weil er einige Jahre in der Kurpfalz gelebt hat und dem Weingenuss recht zugetan war, findet er doch seinen Platz in unserer regionalen Reihe. Heinrich Hoffmann stammt aus Frankfurt und kam zum Studium der Medizin nach Heidelberg. Seine Verdienste sind zahlreich, er setzte wichtige Impulse im Fachgebiet der Jugendpsychiatrie und war nach 1848 auch politisch einflussreich. Und er schuf, unter Pseudonymen wie Heulalius von Heulenburg oder Reimerich Kinderlieb, ein umfangreiches literarisches Werk. Insgesamt also ist er eine facettenreiche Persönlichkeit, deren Wirken man gut und gern einen Wort & Wein-Abend widmen kann. Der Wein zum Wort ist ebenfalls hessischer Herkunft, zu Gast ist das VDP-Weingut Domdechant Werner aus Hochheim am Main.

Moderation: Tilman Gersch
Musik: Frank Rosenberger
Konzept: Barbara Wendland
In Zusammenarbeit mit der Städtischen Musikschule Ludwigshafen

Einheitspreis: 22 € (inkl. 3 Weinproben)

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© Andrea Avezzù
Tanz

Scirocco

Tod in Venedig – Bridge of Sighs
Choreographien von John Neumeier, Imre und Marne van Opstal, Omar Román de Jesús, Rainer Behr
Gesamtkonzept Slava Tutukin, Marijn Rademaker, Ira Goldbecher
WINNDance Company Stuttgart

Tod in Venedig
Choreographie Imre & Marne van Opstal, Omar Román De Jesús, Rainer Behr
Musik Ricardo Villalobos / Max Loderbauer / Mohammad Reza Mortazavi / Boxhead Ensemble, Jesse Scheinin u.a.

Bridge of Sighs
Konzept und Choreographie John Neumeier
Musik Streichquartett Nr. 13 b-Moll op. 138 von Dmitri Schostakowitsch, Friedrich Hollaender, Kurt Weill
Kostüme Boss
Licht-Design Konstantin Binkin, John Neumeier
Film-Regie und Choreographie Javier De Frutos WINNDance

Die beiden Choreographien, die die Stuttgarter Compagnie WINNDance unter dem Titel Scirocco präsentiert, haben etwas gemeinsam: beide Werke spielen in Venedig, und in beiden spielt der Handlungsort eine wesentliche Rolle.

Thomas Mann verlegte seine Novelle Tod in Venedig in die Stadt der Seufzerbrücke. Im Sommer weht hier der drückend warme Scirocco aus der Sahara durch die engen Gassen, legt einen Schleier aus Sehnsucht und Gereiztheit über Haut und Gedanken und prägt als innere Landschaft die Emotionen. Thomas Manns Protagonist Gustav von Aschenbach durchlebt eine existenzielle Krise. Das Tanzstück inszeniert einen fiktiven, inneren Dialog zwischen dem Autor Thomas Mann und Aschenbach, der den verhängnisvollen Sommer in Venedig nochmals lebendig werden lässt. Videoaufnahmen von Javier De Frutos geben den erzählerischen Rahmen, während die Choreograph:innen Imre und Marne van Opstal, Omar Román De Jesús und Rainer Behr Aschenbachs inneren Konflikt – als Ausdruck von Thomas Manns emotionaler Ambivalenz – in körperlich erfahrbare Bewegung übersetzen.

John Neumeiers Bridge of Sighs schöpft Inspiration aus Venedigs Seufzerbrücke, einem Zitat Augustinus’ über die Liebe und der Musik Dmitri Schostakowitschs. Die Brücke, die nur in eine Richtung führt, ruft verschiedene Bilder hervor: Abschied, Sehnsucht und die intensive Gegenwart der Abwesenheit. Die Tänzerinnen und Tänzer verdichten diese Bildwelt zu einer emotionalen Choreographie zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Die unverwechselbare Ästhetik der Kostüme von Hugo Boss prägen die künstlerische Sprache des Abends und verleihen jedem Werk visuelle Präsenz.
Die WINNDance Company aus Stuttgart, gegründet von Slava Tutukin und Marijn Rademaker, vereint renommierte Tänzerinnen und Tänzer über 40, deren Karrieren Ballett und zeitgenössischen Tanz geprägt haben. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen, Choreographen und Partnerinnen aus Mode und Industrie entstehen interdisziplinäre Projekte, die die gesellschaftliche Wahrnehmung des Alters neu denken.

Preise: 71 € / 59 € / 48 € / 38 €

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Konzert

Bass & Voice-Lounge

After-Show-Lounge

Nur Stimme und Kontrabass – klein besetzt, groß im Ausdruck. Nathalie Schäfer und Matthias Debus präsentieren Swing, Chanson und Popsongs – charmant, witzig und mit einem Augenzwinkern interpretiert. Nathalie Schäfer ist eine kraftvolle Jazzsängerin mit breitem Repertoire, die in vielen unterschiedlichen Formationen singt und bereits mit Marla Glen zusammengearbeitet hat. Auch Matthias Debus hat sich mit seinem Instrument auf den Jazz spezialisiert, der gebürtige Speyerer tritt u. a. mit Erwin Ditzner und Bernhard Vanecek auf.

Kuratiert von Frank Rosenberger
Mit Nathalie Schäfer (Gesang) und Matthias Debus (Kontrabass)

Im Anschluss an die Vorstellung, Eintritt frei

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© Heike Steinweg
Lesung

Ursula Krechel liest:
Sehr geehrte Frau Ministerin

Salon Populaire

Ursula Krechels radikal gegenwärtiger Roman Sehr geehrte Frau Ministerin erzählt mit beeindruckender Sprachkraft von der abgründigen Beziehung zwischen Söhnen und ihren Müttern. Mit seiner Mutter sprechen zu müssen, ist für den Sohn von Eva Patarak ein Staatsverbrechen. Für Eva hingegen ist es ein Verbrechen, dass ihr Sohn und sie offenbar ausspioniert werden. Welches Ziel verfolgt die Lateinlehrerin Silke Aschauer mit ihrer Observation? Will sie etwa einen Roman schreiben? Bieten die grausamen Familienverhältnisse der Antike, die sie für den Unterricht aufbereitet, nicht ausreichend Stoff für Faszination? Fest steht nur: Silke hält längst nicht alle Fäden in der Hand, denn ihr eigener Körper hat einen blutigen Aufstand gegen sie angezettelt, der sie in die Rolle der Patientin zwingt. In ihrer Ohnmacht wenden sich beide Frauen an die Justizministerin – ohne zu ahnen, in welche Gefahr sie die Staatsvertreterin damit bringen.
Ursula Krechel schreibt in ihrem hoch politischen und stilistisch herausragenden Roman eine Kulturgeschichte aller Frauen – von einer römischen Kaisermutter zu einer Studienrätin, von einer Verkäuferin in einem kleinen Kräuterimperium zu einer Ministerin. Es ist die Geschichte ihres Widerstands gegen die Gewalt, die ihnen physisch und psychisch zugemutet wird.
Die vielfach preisgekrönte Autorin wurde 2025 mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.

Moderation: Shirin Sojitrawalla

Einheitspreis: 24 € / ermäßigt 15 €

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© Jeanne Degraa
Schauspiel

Prinzessinnendramen

Der Tod und das Mädchen I – V
von Elfriede Jelinek

Pfalzbau Bühnen Ludwigshafen

Schneewittchen irrt durch den Wald und sucht die Wahrheit. Die aber hat sich längst im Dickicht verloren, auch die sieben Zwerge lassen sich nicht blicken. Stattdessen begegnet der jungen Prinzessin ein Mann mit Flinte und feschem Jägerhut. Es ist der Tod, nur notdürftig verkleidet. Von ihm bekommt Schneewittchen Wahrheiten zu hören, die sie gar nicht so genau wissen will, aber auch nicht außer Acht lassen kann. Dass der Tod männlich ist, zum Beispiel. Und dass er seine Flinte im Ernstfall auch benutzt. Als die sieben Zwerge dann doch auftauchen, hinter den sieben Bergen, ist es leider zu spät.

Elfriede Jelinek schreibt über ikonische Frauen, deren Dramen sich in aller Öffentlichkeit und auf dem Schlachtfeld der Geschlechter abspielen. Mit scharfem Wortwitz, beißender Ironie und treffender Selbstkritik erzählt sie über patriarchal geprägte Machtverhältnisse und ihre Folgen für das weibliche Selbstverständnis. So sehr sich ihre Prinzessinnen gegen stereotype Zuschreibungen wehren, so wenig können sie sich ihnen entziehen. Zu festgefügt sind die Bilder, denen eine Frau entsprechen muss und zuweilen auch will. Ihre Prinzessinnendramen verfasste Jelinek zu Beginn der 2000er Jahre. KI steckte damals in den Kinderschuhen, das Netz hatte seine Unschuld noch nicht verloren. Seither ist die Zahl der Prinzessinnen stetig gewachsen. Als Influencerinnen reproduzieren sie Schönheitsideale bis zur eigenen Unkenntlichkeit. Und die Männer haben ein neues Machtinstrument in der Hand, das sie lustvoll bespielen.

Inszenierung: Tilman Gersch
Kostüme: Kerstin Grießhaber
Mitarbeit Bühne: Flurin Madsen
Musik: Frank Rosenberger
Dramaturgie: Barbara Wendland
Mit: Josephine Thiesen, Tobias Lutze
Live-Musik: Frank Rosenberger, Sophie Müller

Preise: 45 € / 38 € / 31 € / 24 €

Weitere Termine:
FR, 26.02.27, 19:30 UHR
SA, 27.02.27, 19:30 UHR

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Konzert

OhOhOh-Lounge

After-Show-Lounge

Das Ensemble THE OHOHOHS arbeitet schon lange an dem Ansatz, klassische und zeitgenössische Musik zu verbinden. Ihre sogenannte “Konzertante Klubmusik” brachte sie bis ins Morgenmagazin der ARD. Ihr musikalisches Ziel ist es, diese wundervolle Kunstmusik wieder unter die Menschen zu bringen, raus aus den Konzertsälen, zugänglich für jedermann. Kann man Beethoven tanzen? Mit den OHOHOHS ist das möglich!

Kuratiert von Frank Rosenberger

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© Muriel Liebmann
Lesung

Edgar Selge liest: Juras letzter Winter

„Besser kann man nicht schreiben.“ kommentierte die Süddeutsche Zeitung nach dem Erscheinen von Edgar Selges sensationellem Debütroman Hast du uns endlich gefunden im Herbst 2023. Nun befasst sich der Schauspieler und Autor erneut mit den dunkelsten Jahren der deutschen, der eigenen Geschichte und macht daraus große Literatur.
In seinem neuen Roman Juras letzter Winter stößt der Erzähler Edgar auf das Schicksal eines Jungen, der während der Blockade Leningrads durch die deutsche Wehrmacht verhungert ist. Jura hat ein Tagebuch hinterlassen, das Edgar immer wieder liest, sodass er bald glaubt, den Jungen zu kennen. Jura wird zur Romanfigur, wie Edgar auch. Ihre Begegnung beginnt vorsichtig und wird im Lauf der Geschichte immer enger. Zwischen den beiden entspinnt sich ein Austausch über Jugend, Träume, Literatur, Mütter, Gewalt, Fremdheit und Nähe, und sie geben einander ihre persönlichsten Geschichten preis.

Edgar Selge setzt einem jungen Menschen, der brutal von den Nazis ermordet wurde, ein Denkmal und lässt ihn für seine Leserinnen und Leser lebendig werden. Eine bewegende Lektüre, ein Buch von unbändiger literarischer Fantasie.

Moderation: Shirin Sojitrawalla

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Schauspiel

K.

Ein talmudisches Tingeltangel rund um Kafkas Prozess

Werkschau Berliner Ensemble

Nach Franz Kafka

In einer Fassung von Sibylle Baschung, Adam Benzwi und Barrie Kosky unter Verwendung von Texten aus Der Prozess, Ein Hungerkünstler, Das Urteil, In der Strafkolonie sowie aus Kafkas Tagebüchern und Aphorismen.

Mit Musik von Bach über Schumann bis Jiddischem Vaudeville

Sein ganzes Leben hat Franz Kafka mit der Frage gerungen, was sein Jüdischsein für ihn bedeutet. Aufgewachsen in einer assimilierten Familie empfand er die sporadischen Synagogenbesuche eher als Zwang. Die religiösen Regeln, ihre Auslegungen und Erzählungen befremdeten ihn mindestens genauso wie sie ihn faszinierten. Kaum verwunderlich, dass es schließlich eher die jüdische Kultur, die Kunst, genauer gesagt: das Theater in jiddischer Sprache war, welches Kafka den ersten Anstoß gab, sich dem Judentum zu nähern. Im Herbst 1911 besuchte Kafka regelmäßig die Aufführungen einer ostjüdischen Theatergruppe. Ihre tragikomische Erzählweise, die Vermischung von Gesang, Tanz, Drama und der selbstverständliche Umgang mit dem Jiddischen beeinflusste nachweislich sein Schreiben.

Vor diesem Hintergrund inszenierte Opernregisseur Barrie Kosky, ehemaliger Intendant der Komischen Oper Berlin, Kafkas berühmtesten Roman Der Prozess und weitere Texte als Auseinandersetzung mit Kafkas Judentum auf Deutsch, Jiddisch, Hebräisch, jeweils mit deutschen Untertiteln, und – natürlich – mit viel Musik! Für den schwerkranken Kafka selbst mündete diese stets auch schuld- und schambehaftete Auseinandersetzung erst durch die Begegnung mit Dora Diamant im letzten Jahr vor seinem Tod wenn nicht in Erlösung, so doch zumindest in eine Art Trost.

Inszenierung: Barrie Kosky
Musikalische Leitung: Adam Benzwi
Bühne und Kostüme: Katrin Lea Tag
Choreographie: Mariana Souza
Video: Eric Dunlap
Licht-Design: Ulrich Eh
Dramaturgie: Sibylle Baschung

Dauer: ca. 3 Stunden 10 Minuten, eine Pause

K. bewerten:

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© Paula Winkler
Lesung

Ronya Othmann liest

Vierundsiebzig

Vierundsiebzig – das ist die Zahl der Pogrome, die die Jesiden in ihrer langen Geschichte bereits erlitten haben. Bei dem 74. Genozid löschten 2014 Kämpfer der Terrormiliz IS im Nordirak ein ganzes Dorf aus – ein Verbrechen, das von der Weltöffentlichkeit kaum wahrgenommen wurde. Immer wieder wurden die Vorfahren der Autorin Ronya Othmann aus ihrer syrischen, irakischen oder türkischen Heimat vertrieben und noch heute sind jesidische Kurden wegen ihrer Ethnie und Religion der Verfolgung ausgesetzt. In ihrem Buch Vierundsiebzig geht Othmann den Spuren nach, die diese Erlebnisse in Menschen und Landschaften hinterlassen haben, berichtet über Erfahrungen von Gewalt und Verlust. Rony Othmann reiste furchtlos zu den Tatorten des Grauens, besuchte Flüchtlingscamps und sprach mit Überlebenden. In ihrem Werk verwebt sie Dokumentation, Reisebericht und Tagebuchauszüge und erfindet immer wieder eine Sprache für das Unaussprechliche der Gewalt. Dabei erschafft sie ein Werk von ungeheurer Dichte, notwendiger Klarheit und Härte. Ihr Buch ist ein erschütterndes Zeitzeugnis und große Literatur zugleich – und der vehemente Widerspruch gegen das Vergessen.

Moderation: Shirin Sojitrawalla

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Tanz

The Rain Maiden

Danza Contemporánea de Cuba

Weltpremiere: 12.11.2026

Choreographie von Julio César Iglesias Ungo, George Enrique Céspedes Aguilera

Das Tanzstück The Rain Maiden beruht auf der Kurzgeschichte Die Regentrude von Theodor Storm. Sie erzählt von dem Bauern Hans, der verzweifelt versucht, seine Ernte vor einer verheerenden Dürre zu retten. Dabei sucht er die Hilfe der geheimnisvollen Regentrude, einer Frau, die eine mythische Beziehung zum Naturphänomen Regen pflegt. Anhand dieser Legende beleuchtet Storm das menschliche Bestreben, die Naturkräfte zu beherrschen, die sich seinem Einfluss entziehen, und verdeutlicht dabei die Verletzlichkeit und Abhängigkeit des Menschen von der Natur.
In The Rain Maiden erschaffen die beiden Choreographen eine mythische Erzählung über Konfrontation und Verwandlung, Licht und Dunkelheit, Tod und Wiedergeburt, die die Verletzlichkeit und Abhängigkeit des Menschen von der Natur hervorhebt. Dabei arbeiten sie mit der deutschen Schauspielerin Jördis Richter und dem Komponisten und Regisseur Ben Frost zusammen, mit 20 Tänzern der kubanischen Nationalkompanie DCC sowie – zum ersten Mal – mit dem Performer und bildenden Künstler Trevor Tweeten. Gemeinsam erschaffen sie eine Welt, in der Körper wie lebendige, fleischliche Skulpturen zwischen Utopie und Grauen, Kraft und Zerbrechlichkeit balancieren. Sie reflektieren die Verbindung zwischen Mensch und Natur und betonen die Spannung zwischen dem menschlichen Wunsch, die unkontrollierbaren Elemente zu beherrschen, und den unvermeidlichen Grenzen dieser Kontrolle. Letztendlich porträtiert das Stück das Gefühl der Hilflosigkeit, das entsteht, wenn Menschen den unvorhersehbaren Kräften der Erde schutzlos ausgesetzt sind.
Ungeachtet ihrer unterschiedlichen Stile bewegen sich die Arbeiten von Julio Cesar Iglesias Ungo und George Cespedes auf dem schmalen Grat zwischen „Körper“ und „Menschlichkeit“. Dabei entwickeln sie ihre Bewegungssprache auf der Grundlage impulsiver und instinktiver Reaktionen, wenn der Mensch mit körperlicher Gefahr und Bedrohungen konfrontiert wird.

Co-Regie: Julio César Iglesias Ungo, George Enrique Céspedes Aguilera, Ben Frost and Jördis Richter
Musik und Licht-Design: Ben Frost
Visuals: Yusnier Mentado
Bühne: Trevor Tweeten
Kostüme: Tamara García Márquez

In Koproduktion mit Pfalzbau Bühnen Ludwigshafen u.a.

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Schauspiel

De Profundis

Von Oscar Wilde in einer Bearbeitung von Oliver Reese

Werkschau Berliner Ensemble

Am 25. Mai 1895 wird der irische Autor Oscar Wilde zu zwei Jahren Einzelhaft verurteilt. Für den brillanten Intellektuellen, den schillernden Dandy ist der Sturz tief. Zur Last gelegt wird ihm seine offen ausgelebte Homosexualität, beklagt durch den Vater seines Geliebten Alfred Douglas. Kurz zuvor noch erlebte Wilde mit seiner Komödie Bunbury einen triumphalen Erfolg. Er schien angekommen in einer Gesellschaft, deren Äußerlichkeit er zugleich glamourös feierte und ironisch unterlief. Und die er dringend brauchte als Parkett und Spiegel seiner extravaganten Lebensweise. Nun findet er sich in einer Gefängniszelle wieder, seiner Würde, ja seiner gesamten Identität beraubt. Aus dieser Qual heraus entsteht einer der längsten Briefe der Weltliteratur, später wird er unter dem Titel De Profundis bekannt. Gerichtet ist er an Alfred Douglas, aber weit mehr als die Klage eines verlassenen Liebhabers ist er der Aufschrei eines von der Gesellschaft Verstoßenen, ein letztes literarisches Kunstwerk voller Leidenschaft und Schmerz.

Mit Leib und Seele gibt sich Jens Harzer dieser Passionsgeschichte hin. Ein zellenartiger Kubus schafft auf der Bühne die Enge, die Oscar Wilde in seiner Haft empfunden haben mag. Aus dieser physischen Beschränkung erwächst in einer einzigartigen Dimension die Sprache. Hier wird plausibel, warum Oliver Reese gerade diesen Text Jens Harzer übereignet hat, der damit sein Debüt am Berliner Ensemble gibt. Kaum jemand kann Sprache derart sezieren, zum Klingen bringen, in emotionale Zustände verwandeln. Harzer schützt sich nicht vor Wildes Schmerz, er nimmt ihn ganz in sich auf, übergibt sich fast genießerisch seiner Macht. Am Ende findet Oscar Wilde versöhnliche, hoffnungsvolle Worte. Erholen wird er sich nicht mehr, zwei Jahre nach seiner Haftentlassung stirbt er mit nur 49 Jahren.

Aus dem Englischen von Mirko Bonné

Inszenierung: Oliver Reese
Bühne: Hansjörg Hartung
Kostüme: Elina Schnizler
Licht-Design: Steffen Heinke
Musik: Jörg Gollasch
Dramaturgie: Johannes Nölting

Dauer: ca. 1 Stunde 50 Minuten, keine Pause

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Jazz

Duke Ellington-Lounge

After-Show-Lounge

Duke Ellington prägte den Jazz wie kaum ein anderer und verlieh dem Swing eine unvergleichliche Eleganz und musikalische Tiefe. Seine zeitlosen Kompositionen stecken voller mitreißender Lebensfreude und raffinierter Harmonik. Olaf Taranczewski (Klavier) und Jean-Philippe Wadle (Kontrabass) bringen die Magie dieser Legende auf die Bühne und interpretieren die großen Klassiker im intimen Duo-Format mit einer ganz persönlichen Note.

Kuratiert von Frank Rosenberger
Mit Olaf Taranczewski (Klavier) und Jean Philippe Wadle (Kontrabass)

Im Anschluss an die Vorstellung, Eintritt frei

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© Christoffer Brekne
Kindertheater

Bænken / Die Bank

Die kleinen Momente und großen Gefühle des Alltags

teater refleksion

Figurentheater ohne Worte, Ab 6 Jahren

Eine ältere Dame will sich auf ihrer gewohnten Bank im Park niederlassen. Doch was ist das, da sitzt ja ein Mann auf ihrer Bank und liest Zeitung! Was für eine Dreistigkeit. Sie möchte gerne allein sein. Das Leben, das um sie herum wimmelt, empfindet sie als Zumutung: zwitschernde Vögel und ein neugieriger Hund – alle verscheucht sie, erst recht einen Jungen, der auf einem Skateboard vorbeiflitzt. Sie bewacht „ihre“ Bank und tut alles, was sie kann, um das Leben auf Distanz zu halten.

Doch hinter der mürrischen Fassade verbirgt sich etwas Verletzliches, und die alte Dame entdeckt langsam, dass durch die unerwarteten Begegnungen eine Verbindung entstehen kann – vielleicht sogar eine Freundschaft –, von der man nicht wusste, dass man sie vermisst hat.

Mit den ausdrucksstarken Puppen erzählt Die Bank eine starke Geschichte, in der sich sowohl Kinder als auch Erwachsene wiederfinden können. Das teater refleksion richtet einen warmen Blick auf alltägliche Begegnungen, die einen ganz gewöhnlichen Tag plötzlich zu etwas Besonderem machen.

„Die Illusion ist vollkommen – die Puppenspieler von Teater Refleksion beherrschen ihr Handwerk, und die Geschichte ist zugleich magisch und bodenständig.“ – Ugeavisen Sydslesvig

Konzept: Sven Ørnø
Inszenierung: Bjarne Sandborg
Bühnenbild/Puppen: Amanda Axelsen Sigaard
Musik/Tondesign: Andreas Sandborg, Jacob Venndt
Lichtdesign: Morten Ladefoged
Werkstatt/Technik: Morten Meilvang Laursen, William Højberg Nielsen

Dauer: ca. 40 Minuten

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Konzert

War Requiem

Von Benjamin Britten

Beethovenchor Ludwigshafen
Mädchenchöre Cantus Juvenum Karlsruhe
Oratorienchor der Christuskirche Karlsruhe
Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz
Mit Rebecca Blanz (Sopran), Daniel Schreiber (Tenor), Hanno Müller-Brachmann (Bass)
Musikalische Leitung: Tristan Meister, Peter Gortner


Dass der Beethovenchor Ludwigshafen große Projekte nicht scheut, hat er in den vergangenen Jahren mehrfach bewiesen. Auch in der Spielzeit 26/27 steht eine gewaltige Komposition auf seinem Konzertkalender: Brittens War Requiem op. 66 – ein Stück aus dem Jahre 1962, das der Chor zum ersten Mal in seiner Geschichte aufführt.
Die Dimension des etwa 90-minütigen Werkes spiegelt sich vor allem in der Besetzung wider: drei Solisten, großer Chor, Knabenchor, Kammerorchester und großes Orchester nebst Orgel. Trotz seiner zahlreichen Mitglieder wirkt neben dem Beethovenchor auch der Oratorienchor der Christuskirche Karlsruhe mit, sodass allein rund 200 Sängerinnen und Sänger an der Aufführung beteiligt sind.
Geschrieben wurde das War Requiem im Auftrag der Stadt Coventry. Als Solisten sangen bei der Uraufführung der englische Tenor Peter Pears und der deutsche Bariton Dietrich Fischer-Dieskau. Die eigentlich vorgesehene russische Sopranistin Galina Wischnewskaja erhielt keine Ausreisegenehmigung durch die sowjetische Regierung – eine bittere Ironie in Anbetracht der beabsichtigten symbolischen Bedeutung.
Grundlage der Komposition ist der lateinische Text Missa de Profunctis, dem englischsprachige, in der Textaussage erschütternd melancholische Gedichte des 1918 im Ersten Weltkrieg gefallenen britischen Dichters Wilfred Owen gegenübergestellt werden. Trotz der großdimensionierten Besetzung stehen damit nicht der Bombenhagel, nicht das Kriegstreiben im Mittelpunkt des Werkes, sondern die Momente des Trauerns und Innehaltens. Es steht als Mahnmal gegen den Krieg und als Plädoyer für den Frieden. Damit erreicht das War Requiem heute, im Jahr 2026, erschreckende Aktualität.

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Ballett

Giselle

Ballett von Carla Fracci

Teatro dell’Opera di Roma, Italien

Nach Jean Coralli, Jules Perrot, Marius Petipa, Anton Dolin

Die Dorfschönheit Giselle ist die große Liebe von Hilarion, dem Wildhüter, doch ihr Herz gehört Herzog Albrecht, in den sie selbst unbändig verliebt ist. Giselles Leidenschaft ist außerdem das Tanzen, zum großen Kummer ihrer Mutter Berthe, die um das schwache Herz ihrer Tochter besorgt ist. Hilarion versucht Giselle begreiflich zu machen, dass Albrecht es nicht ehrlich mit ihr meint. Auch als Giselle ein Blumenorakel befragt, erfährt sie „Er liebt mich nicht“. Später muss sie erkennen, dass ihr Geliebter bereits an Bathilde vergeben ist. In einem Todestanz sind Giselle und Albrecht ein letztes Mal vereint, bevor Giselle zu seinen Füßen zusammenbricht. Nach ihrem Tod wird sie Teil der Wilis – unglückliche, unerlöste Wesen, die bis zum Jüngsten Tage tanzen müssen unter der unerbittlichen Herrschaft Myrthas. Der Tanz der Wilis ist einer der Höhepunkte der Choreographie des Balletts. Die von zwei Gruppen gegeneinander getanzten Arabesquen erfordern höchste Konzentration im Zusammentanz. Als Albrecht Giselles Grab besucht, soll sie ihn im Auftrag der Wilis „zu Tode tanzen“. Bei Sonnenaufgang verlieren die Wilis jedoch ihre Macht und Bathilde will Albrecht ins Leben zurückholen.

Bei der Uraufführung dieses „phantastischen Balletts“ 1841 in Paris tanzte Carlotta Grisi die Titelrolle. In keinem anderen Werk kann die Ballerina so vollkommen ihre künstlerische Persönlichkeit beweisen wie in Giselle . Zum einen muss sie über eine hervorragende Technik verfügen, zum anderen ist überzeugendes schauspielerisches Talent gefragt. Auch Carla Fracci, die Giselle 2004 für das Balletto di Roma inszeniert hatte, ist eine legendäre Interpretin dieses Werkes. Ihr Auftritt im Film-Ballett Giselle von 1969 mit Erik Bruhn ist weltberühmt. Von 2000 bis 2010 war sie Direktorin des Ballettensembles am Teatro dell’Opera in Rom, bevor sie 2021 starb. Sie beschrieb Giselle als „Inbegriff des romantischen Balletts, das die Melancholie des Vergänglichen weckt“.

Choreographie: Carla Fracci
Musik: Adolphe-Charles Adam
Libretto: Théophile Gautier und Jules-Henri Vernoy de Saint-Georges
Bühne: und Kostüme Anna Anni
Licht-Design: Jean-Michel Désiré

Dauer: ca. 2 Stunden 20 Minuten, eine Pause

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Konzert

Piano-Lounge

After-Show-Lounge

Kuratiert von Frank Rosenberger
Mit Stella Marie Lorenz (Klavier)


Die Konzertpianistin Stella Marie Lorenz spielt passend zur Ballettaufführung Giselle Werke von klassischer Ballettmusik und russischen Klavierstücken über Jazz bis hin zu Wiener Walzern. In Mannheim aufgewachsen, studierte sie in Wien und London. Ihre internationale Konzerttätigkeit führte sie bereits an renommierte Häuser wie das Royal Opera House Covent Garden in London sowie die Staatsoper La Monnaie / De Munt in Brüssel. In der kommenden Spielzeit wird sie zudem am Grand Théâtre de Genève sowie im Konzertsaal La Scala in Paris zu erleben sein.

Im Anschluss an die Vorstellung, Eintritt frei

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© Pinelopi Gerasimou
Tanz

Mami

Physical Theatre von Mario Banushi, Albanien / Griechenland

MAMI ist inspiriert von den tiefen Bindungen, die Mario Banushi zu den Frauen hatte, die ihn großgezogen haben. Seine Eltern trennten sich noch vor seiner Geburt. Als er gerade ein Jahr alt war, geriet seine Mutter in eine finanziell prekäre Lage, sodass sie Mario Banushi zu seiner Großmutter nach Albanien schicken musste, wo er bis zu seinem sechsten Lebensjahr blieb, bevor er nach Athen zurückkehrte. Insofern hatte er zwei Mütter: seine leibliche Mutter und seine Großmutter, die er bis zu seinem dreizehnten Lebensjahr „Mami“ nannte. Diesen Frauen, die in seiner Vorstellung zu einer einzigen mütterlichen Figur mit tausend Gesichtern verschmelzen, widmet er mit MAMI eine Hommage. Der heute 28-jährige, in Albanien geborene Künstler ist Schöpfer einer originellen und multidisziplinären Bühnensprache, die stark von seinen albanischen Wurzeln geprägt ist. Die Eindrücke, die MAMI transportiert, sind voller Farben, Düfte und Empfindungen. In MAMI entwickelt Mario Banushi ein visuelles Gedicht, eine Landschaft der Erinnerungen, durch die sich die Darsteller bewegen, um sich mit ihren eigenen Erinnerungen und ihrem emotionalen Erbe auseinanderzusetzen. Mit einem großen Gespür für gesellschaftliche Rituale wie Hochzeiten, Taufen, Beerdigungen hinterfragt Mario Banushi diese Ereignisse und spürt den Geschichten nach, die sich hinter diesen Zeremonien verbergen.

Konzept und Inszenierung: Mario Banushi
Bühne und Kostüme: Sotiris Melanos
Musik und Sound-Design: Jeph Vanger
Licht-Design und Dramaturgie: Stephanus Droussiotis
Produktion: Onassis Stegi
In Koproduktion mit Berliner Festspiele, Odéon Théâtre de l’Europe Paris, FOG festival Triennale Milano Teatro, & Espoo Theatre, Festival d’Avignon, Grec Festival Barcelona, Théâtre de Liège, Noorderzon Festival / Grand Theatre Groningen

Dauer: ca. 1 Stunde 10 Minuten, keine Pause

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Konzert

Peppler

After-Show-Konzert

Dream Folkrock als nächtlicher Soundtrack nach dem Theater: Von einem warmen Vintage-Sound umhüllt, singt Peppler mit bewegender Stimme über Vertrauen, Verbindung, Verlangen und wie es kommt und geht. Seine Live-Konzerte bewegen sich irgendwo zwischen Folkrock und Dreampop.

Kuratiert von Bernd Jestram

Im Anschluss an die Vorstellung, freier Eintritt für Gäste der Abendvorstellung. Es darf getanzt werden!

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© Andreas Simopoulos
Lesung

Marie Bäumer liest

Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe

Basierend auf dem Roman von Michelle Marly

Michelle Marlys Bestseller Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe zeichnet den Weg der Modeikone vom Waisenkind zur mondänen Herrscherin über die Pariser Haute Couture nach. Marie Bäumer nimmt ihre Zuhörer mit auf diese Reise, indem sie einfühlsam in die schillernde Rolle der Coco Chanel schlüpft, sich zuweilen selbst in Coco verwandelt.
Als ihr Geliebter Boy Capel bei einem Unfall stirbt, ist Coco Chanel vor Trauer wie gelähmt. Erst der Plan, ihrer Liebe zu ihm mit einem Parfüm zu gedenken, verleiht ihr neue Tatkraft. Auf ihrer Suche danach begegnet sie dem charismatischen Dimitri Romanow. Mit ihm an ihrer Seite reist Coco nach Südfrankreich, in die Wiege aller großen Düfte, und kommt schon bald dem Duft der Liebe auf die Spur. Coco Chanel – eine einzigartige Frau und eine große Liebende.

Lesefassung: Bernd Hoffmann
Mit freundlicher Genehmigung der Aufbau Verlage, Berlin (www.aufbau-verlage.de/)
Mit freundlicher Unterstützung des Bad Homburger Poesie & LiteraturFestivals (www.bad-homburger-poesie-und-literaturfestival.com)

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© Jan Bosch
Kindertheater

Das Grand Hotel der Gefühle

Basierend auf dem Bilderbuch von Lidia Branković, Ab 3 Jahren

Hessisches Landestheater Marburg

Jedes Gefühl braucht seinen Raum – sei es die ungestüme Wut, so laut, dass die Wände wackeln, die leise sprechende Traurigkeit oder die alles verzaubernde Liebe. Im Grand Hotel der Gefühle werden sie von der Hoteldirektorin empfangen, sie hört ihnen zu, kümmert sich um sie und nimmt jedes einzelne Gefühl in seiner besonderen Art wahr. Die Dauer des Aufenthalts – unbegrenzt! Aber natürlich freut sie sich auch, wenn so manches wilde Gefühl wieder abreist und ein anderes, friedvolles, einzieht. Im Grand Hotel wird es nie langweilig – und so verspricht ein Abstecher in dieses einmalige Etablissement für das Theaterpublikum ein im wahrsten Sinne des Wortes gefühlvolles Erlebnis zu werden.

Regie, Bühne & Kostüme: Adeline Rüss
Musikalische Beratung: Christian Keul
Dramaturgie: Petra Thöring
Mit Anke Hoffmann und Faris Saleh

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© Joschka Fischer
Gespräch

Joschka Fischer: Wer sind wir?

Jana Simon im Gespräch mit Joschka Fischer

Salon Populaire

Nach dem ersten Viertel des 21. Jahrhunderts ist es unübersehbar – die Welt durchläuft umstürzende geopolitische, technologische und wirtschaftliche Transformationen: die verschärfte Rivalität großer Weltmächte, die Revolution der künstlichen Intelligenz, der Aufstieg des globalen Südens. Was bedeutet das für das heutige Deutschland, für das Land in der Mitte Europas, immer noch die drittstärkste Industrienation weltweit, aufgrund seiner zerborstenen Geschichte aber postnational und als militärische Macht fast unsichtbar? Kann dies angesichts neuer militärischer Bedrohungen für Europa, angesichts des Rückzugs der USA als Garantiemacht und der Gefahr, technologisch und wirtschaftlich den Anschluss zu verlieren, so bleiben? Das Geheimnis des Wiederaufstiegs Deutschlands nach 1945 war das Vertrauen, das die ehemaligen Kriegsgegner dem Land im Zentrum Europas entgegenbrachten. Der Grünen-Politiker und Ex-Außenminister Joschka Fischer zeigt in seinem neuen Buch, was es heute bedeutet, diesem Vertrauen weiterhin gerecht zu werden und sich zugleich mutig den völlig neuen Bedrohungen des 21. Jahrhunderts zu stellen – militärisch, technologisch und politisch.

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Tanz

Magec / The Desert

Tanzperformance von Radouan Mriziga

Marokko / Belgien

In der Tanzperformance Magec / The Desert erkundet Radouan Mriziga die Weisheit der Wüste und ihre Beziehung zu Zeit, Licht und Bewegung. Von der Sahara bis zu den Steppen Zentralasiens wird die Wüste zu einem Ort der Besinnung, an dem sich Mythos, Literatur und kulturelles Wissen miteinander verflechten. Visuell ist die Performance von einem grundlegenden Element der Wüste inspiriert: dem Licht. Zentrales Symbol ist die Sonnenuhr, die für unser Verhältnis zur Zeit steht und dafür, wie Schatten und Licht den Raum verwandeln können. Diese Idee zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Inszenierung und prägt sowohl Choreographie als auch Bühnenbildgestaltung bis hin zum Spiel mit der Zeitlichkeit. Der Titel Magec / The Desert spielt mit „Magec“ auf die Magie der Wüste an, verweist aber auch auf Magec, die Amazigh-Sonnengottheit auf den Kanarischen Inseln. Sonne und Schatten sind in diesen Regionen elementare Bestandteile des Lebens und stehen im Mittelpunkt der Inszenierung. Die Kostüme sind von einheimischen Tieren und Pflanzen inspiriert, aber auch von Mustern aus Felsmalereien und den traditionellen Tänzen nomadischer Völker. Der Tanz lebt von den Rhythmen, dem Handwerk und den Lebensformen der Wüstenvölker. Er offenbart eine Harmonie, die sich jeglicher Form von Herrschaft entzieht. Getragen von einer Vielstimmigkeit aus Texten, Klängen und Gesten lädt uns die Performance dazu ein, den Reichtum wahrzunehmen, der in der stillen Weite der Wüste existiert, und uns wieder mit der Intelligenz der Natur zu verbinden.

Choreographie und Bühne: Radouan Mriziga
Musik: Deena Abdelwahed
Video: Senda Jebali
Kostüm: Salah Barka
Text: Mahmoudan Hawad
Mit Robin Haghi, Bilal El Had, Hichem Chebli, Feteh Khiari, Sofiane El Boukhari, Nathan Félix
Produktion A7LA5
In Koproduktion mit Sharjah Art Foundation, Kunstenfestivaldesarts Brüssel, Festival d’Automne Paris, De Singel Antwerpen, Festival d’Avignon, Pact Zollverein Essen, Culturescapes Basel, Tanz im August/HAU Hebbel am Ufer Berlin

Dauer: ca. 1 Stunde 10 Minuten, keine Pause

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Konzert

Gardel-Tango-Lounge

After-Show-Konzert

Carlos Gardel (1890-1935) zählt zu den bedeutendsten Stimmen des klassischen Tangos, wodurch er zu einer zentralen Persönlichkeit der Tangoszene wurde. Seine Musik lebt von ausdrucksstarken Melodien und einer besonderen emotionalen Tiefe. Viele seiner Stücke sind so zu zeitlosen Klassikern geworden, die den Tango weit über Argentinien hinaus bekannt machten. Sophie Müller und Frank Rosenberger interpretieren eine Auswahl seiner Werke und geben Einblick in die faszinierende Welt des frühen Tangos.

Kuratiert von Frank Rosenberger
Mit Sophie Müller (Violine) und Frank Rosenberger (Klavier)

Im Anschluss an die Vorstellung, Eintritt frei

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© Moritz Haase
Schauspiel

Der Hauptmann von Köpenick

Von Carl Zuckmayer

Werkschau Berliner Ensemble

Dass sich Carl Zuckmayers Hauptmann von Köpenick , der eigentlich acht "Hauptgestalten" nebst einer unbestimmten Anzahl von "Zeitgenossen aller Art" im Personenverzeichnis führt, auch im Alleingang unterhaltsam auf die Bühne bringen lässt, beweist Max Hopp vom Berliner Ensemble auf bewundernswerte Weise. In Eigenregie spielt er sich durch dieses "deutsche Märchen" und zeigt virtuos, wie ein Mann im wilhelminischen Berlin am System scheitert und aus Notwehr zum Hochstapler wird. Dabei wechselt Hopp mühelos zwischen einem halben Dutzend Charakteren und verleiht ihnen charakteristische Stimmen und Dialekte – live begleitet von der Saxofonistin Doris Decker, die das schräge Geschehen mit jazzigen Tönen untermalt.
Zu Beginn nimmt Hopp im dunklen Anzug an einem erhöhten Lesetisch Platz und schildert die vertrackte Lage des Schustermeisters Friedrich Wilhelm Voigt, der nach diversen Gefängnisaufenthalten keine Arbeit bekommt, weil er keinen Pass besitzt, und keinen Pass erhält, weil er keine Arbeitsstelle vorweisen kann. Eines schönen Tages marschiert er in einer Second-Hand-Uniform auf einem Berliner Bezirksrathaus ein, um den amtierenden Bürgermeister zu verhaften. Schuster Voigt erlebt, dass sich jedes Gegenüber reflexartig in einen unterwürfigen Befehlsempfänger verwandelt, sobald er mit seiner Uniform auftritt.
Wenn preußischer Drill auf Berliner Schnauze trifft, ist Max Hopp in seinem Element. Er präsentiert ein meisterhaftes Verwandlungsschauspiel, das ein schillerndes Porträt der wilhelminischen Gesellschaft entfaltet und auch die Frage stellt, wie viel preußischer Gehorsam noch heute in uns steckt.

Gelesen und gespielt von Max Hopp
Szenische Einrichtung: Max Hopp
Bühne: Nils-Thore Grundke
Kostüme: Elina Schnizler
Musik: Doris Decker, Marlon Mausbach
Licht-Design: Hans Fründt
Dramaturgie: Amely Joana Haag

Dauer: ca. 2 Stunden, keine Pause

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Konzert

Schellack-Lounge

After-Show-Konzert

Die Musik der 20er und 30er Jahre begeistert bis heute mit ihrem besonderen Mix aus Chanson, Filmschlager und tanzbarer Leichtigkeit. Die typischen Melodien dieser Zeit – mal charmant und verspielt, mal leise melancholisch – entfalten auch heute noch ihren besonderen Reiz. Jakob Boyny und Frank Rosenberger interpretieren eine Auswahl dieser Stücke und lassen so den warmen, nostalgischen Charakter der Schellack-Ära neu aufscheinen.

Mit Jakob Boyny (Cello) und Frank Rosenberger (Klavier)

Im Anschluss an die Vorstellung
Eintritt frei

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© Stuttgart
Kindertheater

Das Konzert der stillen Dinge

Stück für Kinder ab 5 Jahren

Wenn man alle Geräusche auf einmal abstellen könnte, was würde man dann hören? Wir werden leise und Stilles wird laut.
Wir wenden uns scheinbar lautlosen Dingen zu und lauschen den Geschichten, Geräuschen und Klängen, die in ihnen wohnen. Eine Theaterreise an die Grenzen des Gehörs mit zartesten Tönen und ohrenbetäubendem Lärm, mit Ohrenschützern und Megafonen, mit flüsternden Steinen, singenden Sägen und schweigendem Schnee.

„Der Titel täuscht: im Kinderstück Konzert der stillen Dinge ist es meistens alles andere als geräuschlos. Es fängt zwar ruhig an, am Ende aber erwartet das junge Publikum ein Donnerwetter, das sich gewaschen hat. Und zwar ohne Pauken und Trompeten. Originelle Sound-Maker für Regen sind Hirse und Kichererbsen; ein dünner Blechbogen erzeugt ein grollendes Gewitterkrachen. Für ordentlich Wind sorgt eine selbstgebastelte Maschine mit Trommel und Kurbel, die von lauem Lüftchen bis zum peitschenden Sturm alles kann.“
Petra Bail, Fidena Portal

Von Anniek Vetter, Adeline Rüss, Stuttgart

Dauer: ca. 40 Minuten

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© Andreas Labes
Gespräch

Carolin Emcke: Was zählt ein Mensch?

Jana Simon im Gespräch mit Carolin Emcke

Salon Populaire

Gibt es Grenzen der Einfühlung in andere? Wozu verpflichtet uns die Erinnerung an die Geschichte? Gibt es Grenzen der Pflicht, im Namen der Menschenrechte zu sprechen? Oder darf nichts uns daran hindern, die anderen als Teil des universalen Wirs wahrzunehmen? Carolin Emcke stellte sich diese Fragen bereits vor dem 7. Oktober und Gaza. Aber seither sind sie noch dringlicher. Es geht letzlich um die existenzielle Frage: Was zählt ein Mensch? Seit über 20 Jahren reist Emcke nach Israel-Palästina. Zuletzt sprach sie dort mit Menschen aus Bee'ri oder Jenin, aus Tel Aviv oder Ramallah, um die toten Winkel der Empathie im hiesigen Diskurs auszuleuchten.
In ihren Essays setzt sich Carolin Emcke mit Gewalt, Demokratie und Menschenrechten auseinander. Ihre Bücher wurden in über 15 Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und dem Carl-von-Ossietzky-Preis. An der Berliner Schaubühne kuratiert sie seit über 20 Jahren den ‚Streitraum‘. Ihr neues Buch, das im September erscheint, beschäftigt sich mit der Bedeutung eines radikalen Humanismus.

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Schauspiel

A Christmas Carol

Schauspiel von Charles Dickens

American Drama Group Europe

Ebenezer Scrooge hasst Weihnachten, insbesondere die fröhlichen Menschen, die Lieder und das Gerede von der Nächstenliebe. Alle Dinge außer Geld und Arbeit hält er für Humbug. Auch dieses Jahr wieder lehnt er die Einladung seines Neffen zum Weihnachtsessen ab, verjagt die Sternsinger vor seiner Tür und hat für die Armen kein Fünkchen Mitleid übrig. Er geht früh zu Bett, doch gegen Mitternacht wird er von einem schaurigen Anblick geweckt. Marley, früher sein Geschäftspartner und inzwischen gestorben, steht als unheimliche Geistergestalt vor ihm. Er ist als abschreckendes Beispiel gekommen: Scrooge soll sein Leben ändern, um nicht dasselbe Schicksal zu erleiden wie er selbst. Er kündigt drei Geister an, die Scrooge in dieser Nacht besuchen werden: die Geister der vergangenen, der gegenwärtigen und der zukünftigen Weihnacht. Sie sollen ihm anschaulich und mit viel Kettengerassel zeigen, wie es zu seinem Unglück kam und wie er enden würde, wenn er bei seiner jetzigen Lebensweise bleibt. Wird Scrooge sein Leben ändern?
Die Aufführung der American Drama Group nach Charles Dickens’ berühmter Erzählung A Christmas Carol beweist mit einem Augenzwinkern und viel Sinn für Situationskomik, dass es für eine Umkehr nie zu spät ist. Das perfekte Stück für alle, die das Werk in englischer Sprache genießen wollen und sich vor dem Weihnachtstrubel noch einmal auf eine erfrischende Geschichte und liebenswert überzeichnete Figuren einlassen wollen.

Inszenierung: Richard Clodfelter

In englischer Sprache

Dauer: ca. 2 Stunden

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Schauspiel

Arendt

Denken in finsteren Zeiten
Von Rhea Leman

Thalia-Theater Hamburg

Wir treffen die politische Theoretikerin Hannah Arendt 1975, sechs Monate vor ihrem Tod, in einem Hotelzimmer in Kopenhagen. In wenigen Stunden soll ihr der dänische Sonning-Preis für ihren Beitrag zur europäischen Kultur verliehen werden. Doch bei der Vorbereitung ihrer Rede scheint die Zeit zu zerfallen. Ist es Hannah Arendts Denken, also das Gespräch der Seele mit sich selbst, welches wir hier erleben, oder ist ihr geliebter Ehemann Heinrich Blücher – bereits 1970 verstorben – von den Toten auferstanden, um mit ihr gemeinsam über Plato zu philosophieren?

Wir begleiten eine der scharfsinnigsten und provokantesten Denkerinnen des 20. Jahrhunderts auf eine Reise surrealen Erinnerns: von Deutschland und dem aufkommenden Faschismus über Frankreich bis nach New York City - wo zwischen Liebe und Staatenlosigkeit Arendts Suche nach einer geistigen Heimat zur Ruhe kommt. Dann aber: Jerusalem 1961, der Eichmann-Prozess. Was sich mit ihrer Theorie über die Banalität des Bösen als scharfe Gegenwartsanalyse entpuppt, entfacht gleichzeitig einen der größten Intellektuellen-Skandale. Welche Schlüsse ziehen wir daraus?

Mit ihrem bereits in Dänemark umjubelten fiktiven Drama imaginiert Rhea Leman in einem hellsichtigen Psychogramm Arendts Gefühlswelten und wagt dabei den Schritt ins Fantastisch-Absurde frei nach dem arendtschen Prinzip „Denken ohne Geländer“. Regisseur Tom Kühnel bringt diesen anregenden Abend lustvoll auf die Bühne und nimmt die Zuschauenden nicht nur mit auf eine Reise durch die Zeiten, sondern auch durch die Genres – vom Film noir bis zur Groteske.

„Neben einer überragenden Corinna Harfouch, die alle Facetten der Selbstbehauptung, des Zweifelns und der gedanklichen Schärfe nuanciert beherrscht, glänzen auch ihre beiden Mitspieler André Szymanski und Oliver Mallison in diversen Nebenrollen. (...) Ein wichtiger, eindringlicher Theaterabend über die Kraft des Denkens. Auch in finsteren Zeiten.“ Hamburger Abendblatt

„Was für ein Stück – ‚well made‘ ist es bis ins Detail; und Tom Kühnels Team formt es zum Sturm der Gedanken.“ nachtkritik

Inszenierung: Tom Kühnel
Bühne: Jo Schramm
Kostüme: Ulrike Gutbrod
Musik: Hannes Gwisdek
Video: Jo Schramm
Dramaturgie: Saskia Jablonska

Dauer: ca. 1 Stunde 30 Minuten, keine Pause

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Gespräch

Wort & Wein: Der Weihnachtsmann

Weingut Meßmer (VDP), Burrweiler

Wie durch Zauberei gelangen am 24. Dezember unzählige Pakete unter deutsche Weihnachtsbäume. Schlaue Kinder wissen, dass diese nicht vom Paketboten geliefert wurden, sondern vom Christkind oder aber, je nach Brauch, vom Weihnachtsmann. Letzterem sagt man nach, seine Wurzeln lägen in der Pfalz. Oder auch, er sei der Werbebotschafter eines bekannten Erfrischungsgetränks. So viele Mythen sich um den stattlichen Mann ranken, so zeitlos ist sein Äußeres: Die rote Joppe mit weißem Pelzbesatz und dickem Gürtel, die schwarzen Stiefel, der lange weiße Bart. Darauf ist Verlass, ho ho ho! Und weil das Weihnachts-Spezial in diesem Jahr schon Mitte Dezember stattfindet, ist es uns gelungen, den prominenten Herrn für einen Auftritt bei Wort & Wein zu gewinnen. Im Glas schimmern dazu die köstlichen Tropfen des VDP-Weinguts Meßmer aus dem südpfälzischen Burrweiler.

Moderation: Tilman Gersch
Musik: Frank Rosenberger
Konzept: Barbara Wendland
In Zusammenarbeit mit der Städtischen Musikschule Ludwigshafen

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© Roger Schwarz
Konzert

Café Concert – Christmas

Mit Carolin Grein und der Sachs-Band

Im Café Concert Christmas führen Carolin Grein und die Sachs-Band durch verschiede Winterlandschaften und Weihnachtsstimmungen, und dabei dürfen so berühmte Figuren wie das Rentier Rudolph mit der roten Nase und Frosty der Schneemann natürlich nicht fehlen. Auch Knecht Ruprecht ist mit dabei, der Kinder mal bestraft und mal belohnt, weil er angeblich immer weiß, was die Kinder so treiben oder getrieben haben. Inmitten all dieser legendären männlichen Weihnachtspersönlichkeiten gibt es eine Person, die für gewöhnlich wenig Beachtung erfährt, obwohl sie im Hintergrund keine unwesentliche Rolle spielt und dem berühmten Mann, der die Geschenke bringt, den Rücken stärkt: die Rede ist von der Frau vom Nikolaus, und auch ihr ist ein Stück gewidmet.
Das Besondere des Konzerts ist aber vor allem die Besetzung, denn mit Stefan Ahrens und Stefan Gebhardt sind zwei Pianisten am Start, die ihre weitreichenden musikalischen Talente in vollem Umfang zum Einsatz bringen: der Eine mit dem Akkordeon, der Andere mit diversen Blasinstrumenten.
Freuen Sie sich auf eine „Jolly Time of Year“ in der Vorweihnachtszeit in unserem Gläsernen Foyer!

Inklusive einem Glas Glühwein

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Tanz

Vollmond

Tanzstück von Pina Bausch

Tanztheater Wuppertal Pina Bausch

Pina Bausch ist unbestritten eine der bedeutendsten Choreographinnen des 20. Jahrhunderts. Unter ihrer Leitung erlangte das Tanztheater Wuppertal Weltruhm und revolutionierte die Ausdrucksmittel des Tanzes. Ihre Tanzstücke, die noch heute weltweit aufgeführt werden, lösten anfangs Skandale aus und führten bei Publikum und Presse zu heftigen Kontroversen. Sie spiegeln die Alltagswelt und überschreiten sie gleichzeitig durch eine poetische, oft humorvolle Bildersprache. Menschen erzählen darin tanzend von ihrer Sehnsucht nach dem Glück und den Fallstricken auf dem Weg dahin.
Vollmond entstand im Jahr 2006, drei Jahre vor Pina Bauschs Tod. Es ist ein intensives Stück über Liebe, Sehnsucht, Verzweiflung und Leidenschaft, in dem das Element Wasser eine zentrale Rolle einnimmt. In ihrem Spiel aus Verführung und Abwehr dient es den TänzerInnen als Spielplatz, Hindernis und als berauschende Naturgewalt. In Form von wilden Wasserspielen geben sie sich dem Rausch der Gefühle hin, rennen im Regen ihren Sehnsüchten hinterher, platschen auf den nassen Boden und verausgaben sich bis zur Erschöpfung. Die Bewegungen werden durch das Spritzen und Sprühen des Wassers zusätzlich akzentuiert, sodass die emotionale Wucht des Tanzes noch erhöht wird. In Vollmond zeigt sich die Liebe in ihrer krassen Widersprüchlichkeit zwischen der Zartheit vorsichtiger Gefühle und der Grobheit von umklammernden Umarmungen, pendelnd zwischen Hingabe, Kampf und Verwirrung. Ein beeindruckendes Stück über ungestillten Lebens- und Liebeshunger.

Choreographie und Inszenierung: Pina Bausch
Bühne: Peter Pabst
Kostüme: Marion Cito
Mitarbeit: Marion Cito, Daphnis Kokkinos, Robert Sturm, Matthias Burkert, Andreas Eisenschneider

Dauer: ca. 2 Stunden 20 Minuten, eine Pause

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Konzert

Express Brass Band

After-Show-Konzert

Seit einem Vierteljahrhundert ist das Münchner Kollektiv Express Brass Band nun schon mit rund 20 Musiker*innen im internationalen Musik-Kosmos unterwegs: als Straßen-, Hochzeits- und Beerdigungsband, in Konzerthallen, Clubs und auf Festivals. Da treffen sich Jazz, Soul, Afrobeat, New Orleans Brass und Latin, bis zu funkigem Maghreb-Tunes – was für ein beeindruckendes, unverwechselbares musikalisches Spektakel!

Kuratiert von Bernd Jestram

Im Anschluss an die Vorstellung, freier Eintritt für Gäste der Abendvorstellung. Es darf getanzt werden!

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© Sara Jenabi
Familienprogramm

Morgen, Kinder, wird’s was geben ...

Nina Petri liest Weihnachtsgeschichten

So besinnlich, überraschend, und glitzernd wie die Weihnachtszeit selbst:
Nina Petri liest Gedichte und Prosa von Erich Kästner, Mascha Kaléko und Joachim Ringelnatz und vielen weiteren Autor*innen. Texte, die viele kennen, literarische Evergreens, die man immer wieder hören kann. Und solche, die leiser sind, seltener, noch nicht festgeschrieben im kollektiven Gedächtnis.
Mit ihrer unverwechselbar warmen, ausdrucksstarken Stimme nimmt Nina Petri das
Publikum mit auf eine weihnachtliche Reise: durch Tannenduft und Kerzenlicht, durch Erinnerungen, Humor und Nachdenklichkeit, mit Lebkuchengeschmack auf der Zunge und einem Augenzwinkern im Gepäck.
Eine Lesung für diese besondere Zeit des Jahres.
Zum Zuhören, zum Innehalten, zum gemeinsamen Erleben.

Nina Petri gastierte nach ihrer Ausbildung an der Westfälischen Schauspielschule in Bochum am Zürcher Schauspielhaus, am Schauspiel Köln und den Hamburger Kammerspielen. 1990 spielte sie in der Serie Rote Erde . 1994 erhielt sie für Tom Tykwers Die tödliche Maria den Bayerischen Filmpreis, 1999 wurde sie für Bin ich schön? und Lola rennt mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet. Auf der Kinoleinwand erschien sie zuletzt in Träume sind wilde Tiger sowie in Max und die wilde 7 – Die Geister-Oma . Auf den Pfalzbau Bühnen war Nina Petri 2017 in Andrea Breths Inszenierung Die Geburtstagsfeier zu sehen sowie 2025/26 als Hauptdarstellerin in Shakespeares Maß für Maß .

Dauer: ca. 1 Stunde 50 Minuten, eine Pause

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© Dominique Leppin
Schauspiel

Achtsam morden durch bewusste Ernährung

Kriminalkomödie nach dem Roman von Karsten Dusse

Euro-Studio Landgraf

Björn Diemel ist zurück! Auch der im Januar 2024 veröffentlichte fünfte Band der Krimireihe startete direkt auf Platz 1 der SPIEGEL-Bestsellerliste und wird nun temporeich und amüsant auf die Theaterbühne überführt.
Anwalt Björn Diemel, der früher seine Mandanten verteidigte und heute vor allem seine eigenen Interessen, steht unter Schock. Weil er den kulinarischen Spezialitäten allzu ausufernd zugesprochen hat, fehlt ihm nun die Luft, den Schurken einzuholen, der gerade seine geliebte Tochter Emily entführt hat. Mit letzter Kraft wirft er dem Entführer sein Handy an den Kopf. Nach dem Volltreffer ist Emily zwar frei, aber dummerweise nimmt der Entführer das Handy mit – bei dem noch der Sicherheitscode deaktiviert ist. So kann sich jetzt jeder das Selfie mit Bio-Marihuana-Fan Gerda, den Tigern Ayur und Veda und ihm selbst ansehen.
Weil es gewichtsmäßig so nicht weitergehen kann, geht er zu seinem Achtsamkeitscoach Joschka Breitner, um seine Work-Life-Kilogramm-Balance wieder in Balance zu bringen. Wie leider zu erwarten unterzieht dieser seine Ernährungsgewohnheiten einer genauen Prüfung: Denn drei Teller Spaghetti Bolognese, circa zwanzig Chicken-Nuggets, drei Pfannkuchen mit Zimt und Zucker, der Inhalt einer Chipstüte, eine 500-Milliliter-Packung Double-Salted-Caramel-Eis und eine halbe Tüte Haribo Colorado verschaffen zwar zunächst große Befriedigung, stellen aber das genaue Gegenteil einer ‚achtsamen‘ Lebensführung dar.
Begleiten Sie Björn Diemel alias Martin Lindow und seine Mitstreiter bei seinen turbulenten Versuchen, sowohl sein Handy als auch seine körperliche Contenance wiederzugewinnen.

Inszenierung: Marcus Ganser
Ausstattung: Su Sigmund

Dauer: ca. 2 Stunden, eine Pause

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Familientheater

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel

Familienmusical von Václav Vorlíček und František Pavlíček

a.gon Theater München

Aschenbrödel lebt auf dem Gut seines verstorbenen Vaters. Dort führt die Stiefmutter ein unbarmherziges Regiment. Sie hasst Aschenbrödel und macht ihm nach Kräften das Leben schwer. Als der König einen Ball zur Brautschau für seinen Sohn veranstaltet, setzt die Stiefmutter alles daran, ihre leibliche Tochter an den Hof zu verheiraten. Um jegliche Konkurrenz auszuschalten, soll Aschenbrödel zu Hause bleiben. Doch mit Hilfe von drei Zaubernüssen und der Unterstützung befreundeter Tiere gelingt es ihm, auch auf den Ball zu gehen. Beim Tanz verliebt sich der Prinz in das schöne, verschleierte Mädchen. Als es flieht, verliert es einen Schuh …

In dieser Musical-Fassung ist ein Aschenputtel zu erleben, mit dem man sich in heutiger Zeit ohne weiteres identifizieren kann: Es ist nicht nur schön und warmherzig, es ist klug und selbstbewusst, kann reiten, schießen und klettern. Der Prinz bekommt Aschenbrödels Herz nicht geschenkt, sondern er muss es erobern.

„Dieses Aschenbrödel hat Pfeffer im Hintern. Mutig, schlagfertig, sportlich, selbstbewusst, sozial im Denken und Handeln. Hübsch sowieso. Stefan Zimmermann inszenierte den Spaß mit einem großartigen Ensemble und vielen pfiffigen Einfällen. Die Darsteller sprühten vor Spielfreude, sangen und tanzten hervorragend in den prächtigen Märchengewändern von Claudia Weinhart. Ein Musiker-Quartett unterstützte das muntere Spektakel nicht nur bestens mit seinen Instrumenten, sondern auch mit gewitztem schauspielerischem Einsatz.“ Wolfsburger Allgemeine Zeitung

Inszenierung: Stefan Zimmermann
Bühne: Claudia Weinhart
Musikalische Leitung: Cristian Bihlmaier

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Kindertheater

Der Räuber Hotzenplotz

Familienstück von Otfried Preußler, Ab 6 Jahren

Pfalztheater Kaiserslautern

Als der fiese Räuber Hotzenplotz die nigelnagelneue Kaffeemühle der Großmutter klaut, ist für Kasperl und Seppel sofort klar: Der muss geschnappt werden! Diese besondere Kaffeemühle hatten sie nämlich ihrer Oma zum Geburtstag geschenkt: Sie spielt beim Mahlen Großmutters Lieblingslied „Alles neu macht der Mai“. Auf den Wachtmeister Dimpfelmoser ist nicht wirklich Verlass, und so ziehen Kasperl und Seppel mit einer selbstgebauten Falle und viel Mut selbst los. Fast sieht es so aus, als wäre der Fall im Nullkommanichts gelöst. Doch ihr Plan geht gehörig schief ... statt den Räuber zu fangen, landen sie mitten in einem Abenteuer, das sie so schnell nicht vergessen werden.

Denn irgendwo im Wald wartet nicht nur der Räuber Hotzenplotz, in dessen Räuberhöhle Seppel schließlich gefangen wird. Der genervte Räuber verkauft Seppel alias Kasper für einen Beutel Schnupftabak an den Zauberer Petrosilius Zwackelmann, bei dem er Kartoffeln schälen muss. Und plötzlich ist nichts mehr einfach: Türen verschwinden, Menschen werden verzaubert und die beiden Freunde müssen all ihren Mut zusammennehmen, um sich aus der Klemme zu befreien. Die Lage scheint aussichtslos, doch mit viel Mut und ein bisschen Glück findet Kasperl die Fee Amaryllis …

Wer hilft wem? Wer trickst wen aus? Und wie kommt man überhaupt aus so einer verzwickten Lage wieder heraus? Mit einer guten Portion Quatsch und immer neuen Ideen versuchen Kasperl und Seppel, die Kaffeemühle zur Großmutter zurückzubringen. Eine spannende, lustige und wunderbar schräge Geschichte – zum Mitfiebern, Mitlachen und Mitfreuen. Otfried Preußlers Kinderbuchklassiker zeigt mit Witz und Tempo, wie wichtig Zusammenhalt ist und dass kluge Ideen oft stärker sind als rohe Kraft.

Inszenierung: Eva Lemaire
Konzeptionelle Mitarbeit & Co-Regie: Alexander Schreuder
Bühne: Thomas Dörfler
Dramaturgie: Philipp Matthias Müller

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Infoveranstaltung

Matinee Pfalztheater Kaiserslautern

Die Theaterleitung des Pfalztheaters Kaiserslautern stellt die neuen Produktionen vor, die im Laufe der nächsten Monate auf den Pfalzbau Bühnen gastieren. Darunter das Kinderstück Der Räuber Hotzenplotz, Richard Strauss‘ Oper Der Rosenkavalier, das berühmte Musical Kiss me, Kate, Franz Léhars unsterbliche Operette Der Graf von Luxemburg, die komische Oper Ich, ich, ich! (Je suis narcissiste) und Guiseppe Verdis Oper Aida. Wie immer gibt es musikalische Kostproben aus den gezeigten Stücken und Informationen rund um die Aufführungen und das Pfalztheater Kaiserslautern.

Mit Daniel Böhm, Andreas Bronkalla u.a.

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Theater im Pfalzbau Ludwigshafen

Die Pfalzbau Bühnen (Theater im Pfalzbau) sind eines der wichtigsten Gastspielhäuser Deutschlands und damit einzigartig in Rheinland-Pfalz und der Metropolregion Rhein-Neckar. Das vielfältige Programm zeigt einen Querschnitt der besten internationalen, deutschen und regionalen Theaterproduktionen. Im Herbst präsentieren die Festspiele Ludwigshafen Schauspiel- und Tanzaufführungen auf höchstem Niveau. In der zweiten Spielzeithälfte sind neben renommierten Bühnen und Compagnien auch ausgewählte Inszenierungen nahe gelegener Theaterhäuser zu Gast. Neben Schauspiel und Tanz sind dann auch Musiktheaterinszenierungen und Produktionen für Kinder und Jugendliche zu sehen. Theaterkasse:
Tel. +49 (0) 621-5 04 25 58
Montags bis freitags von 10.30 bis 13.00 Uhr und von 16.30 bis 18.30 Uhr,
samstags von 11.00 bis 13.00 Uhr
E-Mail: pfalzbau.theaterkasse@ludwigshafen.de
Über die Internetseite sowie eine Stunde vor Vorstellungsbeginn

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Aufführungen / Oper Opernhaus Zürich Zürich, Sechseläutenplatz 1
Aufführungen / Oper Wiener Staatsoper Wien, Opernring 2
Aufführungen / Oper Staatsoper Hannover Hannover, Opernplatz 1
Aufführungen / Aufführung HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden, Karl-Liebknecht-Str. 56
Aufführungen / Theater Theater Münster Münster, Neubrückenstraße 63
Aufführungen / Theater Volkstheater München München, Tumblingerstraße 29
Aufführungen / Theater Deutsches Theater München München, Schwanthalerstraße 13
Aufführungen / Oper Staatstheater Kassel Kassel, Ludwig-Mond Str. 35D
Aufführungen / Theater Vorarlberger Landestheater Bregenz, Seestr. 2
Aufführungen / Theater Theater im Pfalzbau Ludwigshafen Ludwigshafen, Berliner Str. 30
Aufführungen / Theater Theater Konstanz Konstanz, Inselgasse 2-6
Aufführungen / Theater Deutsches Schauspielhaus Hamburg Hamburg, Kirchenallee 39
Aufführungen / Oper Staatsoper Stuttgart Stuttgart, Oberer Schloßgarten 3
Aufführungen / Oper Semperoper Dresden Dresden, Theaterplatz 2
Aufführungen / Theater Scharoun Theater Wolfsburg
Aufführungen / Oper Opernhaus Chemnitz
Aufführungen / Theater Kulturhafen Dresden
Aufführungen / Tanz Iconic Classical Ballet 15.11.2026 bis 14.1.2027
Aufführungen / Theater Theater im Palais Berlin
Aufführungen / Kabarett Die Wühlmäuse Berlin
Aufführungen / Theater Jedermann Bremen / Weimar / Coburg / Graz / Bayreuth
Aufführungen / Theater Culinartheater im Tiergartenrestaurant
Aufführungen / Show OnTour Musicals
Dinner- & Konzertshow
verschiedene Orte
Aufführungen / Neue Musik Gare du Nord Basel
Konzerte / Konzert Tonhalle Düsseldorf Düsseldorf, Ehrenhof 1
Literatur+Sprache / Kulturveranstaltung Literaturhaus Salzburg Salzburg, Strubergasse 23
Familie+Kinder / Konzert Philharmonie Luxembourg Luxembourg, 1, Place de l'Europe
Konzerte / Konzert Philharmonie Luxembourg Luxembourg, 1, Place de l'Europe
Konzerte / Konzert Wiener Konzerthaus Wien, Lothringerstraße 20
Konzerte / Konzert Nordwestdeutsche Philharmonie Herford, Stiftbergstraße 2
Ereignisse / Festival Jazztage Dresden Saisonkonzerte
Ereignisse / Festival Donaueschinger Musiktage 15. bis 18.10.2026
Konzerte / Konzerthaus Elbphilharmonie Hamburg Hamburg, Platz der Deutschen Einheit 4
Konzerte / Konzert Hochschule Luzern
Bereich Musik
Luzern-Kriens, Arsenalstrasse 28a
Ereignisse / Festival Festival Herbstgold Eisenstadt 16. bis 26.9.2026
Ereignisse / Tanz Tanztheater Wuppertal Pina Bausch Opernhaus Wuppertal
Ereignisse / Festival Musikfest Berlin 28.8. bis 23.9.2026
Konzerte / Konzert Festival Strings Lucerne Luzern, Dreilindenstr. 89
Ereignisse / Festspiele Mozartwoche Salzburg 21. bis 31.1.2027
Ereignisse / Musical Chormusical
Judith
Mitsingen beim Chormusical
Ereignisse / Musical Chormusical
Bethlehem
Mitsingen beim Chormusical
Familie+Kinder / Freizeitpark Kulturinsel Einsiedel
Ereignisse / Festival Usedomer Musikfestival 19.9. bis 10.10.2026
Ereignisse / Festival Wittenberger Renaissance Musikfestival 18. bis 27.9.2026
Ereignisse / Festival Kleist-Festtage 6. bis 11.10.2026
Ereignisse / Festival Klangspuren Schwaz Tirol 10. bis 26.9.2026
Aufführungen / Theater Sensemble Theater Kulturfabrik
Aufführungen / Kulturveranstaltung Dampfzentrale Bern
Aufführungen / Theater Theater und Orchester Heidelberg

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