zur Startseite
Foto: Universalmuseum Joanneum/Eduardo Martinez
10

Kunsthaus Graz

Als architektonischer Schlusspunkt des „Europäischen Kulturhauptstadtjahres“ öffnete das Kunsthaus Graz 2003 seine Pforten. Mittlerweile ist der „Friendly Alien“ mit seiner biomorphen Architektur von Peter Cook und Colin Fournier nicht nur Anziehungspunkt für Kunst- und Kulturinteressierte aus aller Welt, sondern auch essenzieller Bestandteil der städtebaulichen Identität der Stadt Graz. Als Ausstellungszentrum für Gegenwartskunst zeigt es österreichische und internationale Kunst seit 1960. Die BIX Medienfassade des Kunsthauses Graz, gestaltet von den Berliner Designern „realities:united“, stellt eine einzigartige Fusion aus Architektur und Medientechnologie dar. Wie ein urbaner Bildschirm dient sie als Instrument für künstlerische Kommunikation.

Kontakt

Kunsthaus Graz
Lendkai 1
A-8020 Graz

Telefon: +43 (0)316-8017-9200
Fax: +43 (0)316-8017-9212
E-Mail: kunsthausgraz@museum-joanneum.at

Bewertungschronik

Kunsthaus Graz bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Kunsthaus Graz

Ausstellung

Azra Akšamija - Sanctuary

Was ist den Menschen heilig? Was ist ihr Recht, was ihre Pflicht? Und wo wird das sichtbar? Auf einer Spurensuche nach Bedingungen und Möglichkeiten von Übereinkunft, nach Zeichen und Orten des menschlichen Zusammenlebens öffnet die Künstlerin und Architektin Azra Akšamija im Kunsthaus Graz Schutzräume verschiedener Art. Von identitätsstiftender Kleidung im Heute und Morgen über ein individualisierbares Schutzzelt für Geflohene bis hin zum gemeinsamen Er- und Verarbeiten recycelter Textilien reichen die Arbeiten, die das Publikum in Sanctuary ("Heiligtum", "Schutzort") an vielen Stellen beteiligen.

Die Ausstellung erforscht den Begriff des "sicheren Hafens" und richtet den Blick auf soziale, ethische und ökologische Nachhaltigkeit. Sie stellt Fragen an die Konsumwirtschaft, an der wir teilnehmen und in der wir leben. Sie gibt uns Instrumente in die Hand, mit denen man durch unvoreingenommenes Umwidmen und produktives Aneignen selbst aktiv werden kann. Die für den Kuppelraum zusammengestellte Einzelausstellung widmet sich dabei auch dem Museum selbst, das als geschützter Rahmen und als im Echoraum der Klima- und Migrationskrisen ankernder Verhandlungsort stets in Bewegung ist.

„Meine Kunst hinterfragt, wie aus Entfremdung Empowerment werden kann.“ (Azra Akšamija, 2018)

Azra Akšamija, die Professorin und Direktorin des Art, Culture and Technology Program am MIT in Massachusetts ist und deren Werke in Ausstellungsorten wie der Biennale von Venedig und Sharjah Museums gezeigt wurden, ist in Graz schon lange gut bekannt. Mit ihrer Familie vor dem Jugoslawien-Krieg geflüchtet, wuchs die Künstlerin u. a. in Graz auf und zeigte ihre Arbeiten schon vor vielen Jahren in Institutionen wie < rotor > oder Forum Stadtpark. Ihre engagiert-sozialkritischen und partizipativen Arbeiten sowie ihr fruchtbarer Umgang mit Konstruktionen von Identität auf unterschiedlichen Ebenen führten sie mit ortsspezifischen Werken in Museen ebenso wie in Moscheen, Kirchen und Flüchtlingslager. 2018 und 2019 stellte sie im Kunsthaus Graz in der Ausstellung Glaube Liebe Hoffnung und 2019 in der Schau Kunst ⇆ Handwerk aus. Daraufhin erhielt die Künstlerin 2019 den Kunstpreis der Stadt Graz.

Nun widmet ihr das Kunsthaus Graz eine Einzelausstellung, die gleichzeitig ein Versuch ist, in mehreren Schwerpunktzonen Fragen von Eigentum, von Überlieferung versus Aneignung und Appropriation, von nachhaltigem Umgang mit teilbaren Ressourcen, von Wissenstransfer und Wert der Arbeit in Richtung schützenswerter Zukunft zu spekulieren.

Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit lokalen Initiativen und lädt zur aktiven Beteiligung ein.

Ein Katalog, u. a. mit diversen Essays und Forschungsmaterialien zu den ausgestellten Projekten, wird die Ausstellung begleiten.

Kuratiert von Katrin Bucher Trantow, Alexandra Trost

Azra Akšamija - Sanctuary bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Azra Akšamija - Sanctuary

1 Ausstellung

24/7 - Arbeit zwischen Sinnstiftung und Entgrenzung

Die Arbeitswelt hat sich in unserer heutigen Gesellschaft drastisch gewandelt. Im Zeitalter angebotener 24/7-Zugänge sind traditionelle Arbeitszeiten längst nicht mehr die Norm. Fahrradbot*innen, ehemals ein Symbol für physische und flexible Arbeit, sind nun Teil der digitalen Lieferrevolution und bestimmen in knallige Farben gekleidet das Bild westlicher Städte.

Doch trotz der scheinbaren Freiheit von starren Strukturen und Stechkarten kämpfen viele Arbeitnehmende weiterhin um gerechte Bedingungen. Unsichtbare Arbeit wie unbezahlte Haus- und Fürsorgearbeit, häufig von Frauen geleistet (was nicht zuletzt zu einem enormen Gender-Pension-Gap führt), ist auch gegenwärtig ein gesellschaftliches Problem und zeigt die Notwendigkeit feministischer Perspektiven in der Arbeitsdebatte, um Ungleichheiten und Ausbeutung anzusprechen.

Auch wenn Hammer und Sichel, einst Symbole des Arbeitskampfes, heute zu historischen Relikten geworden sind, ist der Kampf um faire Löhne und sichere Arbeitsbedingungen heute umfassender, globaler und aktueller denn je. Gleichzeitig sind Begriffe wie New Work, 4-Tage-Woche und Work-Life-Balance in aller Munde. Leere Worthülsen und Wohlfühlthemen einer digitalen Bohème oder realistische Forderungen in einer Zeit höchster Belastung, die alle Berufsgruppen stellen können und die die Dynamik zwischen Arbeitgeber*innen und Arbeitnehmer*innen nachhaltig verändern werden?

Arbeit ist jedoch nicht nur unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu sehen, sie kann und sollte auch eine Quelle von Sinn und Erfüllung im Leben eines Menschen sein, unsere Identität und unser Selbstverständnis prägen. Der Traum von der Befreiung der Arbeit von ökonomischen Zwängen wurde von dem deutschen Philosophen und Sozialtheoretiker Herbert Marcuse Ende des 20. Jahrhunderts geprägt: Während in der heutigen Konsumgesellschaft, in der die Menschen auf materiellen Besitz fokussiert sind, die Arbeit zu einem bloßen Mittel zum Zweck wird, um den Konsum zu ermöglichen (was wiederum zu einer oberflächlichen und entfremdeten Lebensweise führt), könnte eine Gesellschaft, in der die Arbeit nicht mehr das zentrale Element im Leben ist, den Menschen mehr Zeit für persönliche Entfaltung, kulturelle Aktivitäten und kreativen Ausdruck lassen.

Die Veränderungen in der Arbeitswelt, die unsere Gegenwart prägen, sind komplex und vielschichtig und spiegeln die Anpassungsfähigkeit und die anhaltende Suche nach Gleichgewicht in einer sich ständig verändernden Welt wider. In einer nicht zu fernen Zukunft werden Technologien wie KI und Automatisierung die Arbeitswelt weiter verändern und neue Herausforderungen mit sich bringen, die erneut einen sozialen und politischen Diskurs erfordern. Doch steht Arbeit tatsächlich an der Schwelle zur Immaterialität oder besteht nicht eher die Gefahr, dass auf jene körperliche, geistige und emotionale Arbeit, die mit unzähligen Bereichen unseres Lebens verbunden ist, vergessen wird? Kann harte Arbeit durch Körper und Hände möglicherweise bald von Maschinen übernommen werden und sind wir vielleicht an einem Punkt, an dem Marcuses Vision Wirklichkeit werden könnte?

Die Ausstellung untersucht schließlich auch die oft prekären Aspekte künstlerischer und kultureller Arbeit und stellt Fragen nach der Verwischung der Grenzen zwischen Selbstausbeutung und Selbstverwirklichung. Ein Teil der Ausstellungsfläche steht Neuproduktionen und performativen Kunstprojekten zur Verfügung, die die Ausstellung während ihrer Laufzeit wachsen lassen. Eine in Koproduktion mit dem Museum für Geschichte entstandene Arbeit stammt etwa von den Filmemacher*innen Simon Nagy und Lia Sudermann, die sich mit Beständen aus dem Fotoarchiv Blaschka beschäftigen. Unter dem Titel Alles Arbeit erzählt das Museum für Geschichte parallel zur Ausstellung im Kunsthaus Graz anhand von historischen Pressefotografien aus der Agentur Foto Blaschka von der Schieflage in der Arbeitswelt und den massiven Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern, die zum Teil bis heute bestehen. Eine künstlerische Neuproduktion auf Grundlage des Fotoarchivs Blaschka wird in beiden Ausstellungen zu sehen sein.

Künstler*innen:
Maja Bajević, Julien Berthier, Louisa Clement, Manuel Correa & Marina Otero Verzier, Jeremy Deller, Antje Ehmann & Harun Farocki, Aldo Giannotti, Liam Gillick, Lisa Großkopf, Andreas Gursky, Theresa Hattinger & Michael Hieslmair & Michael Zinganel, Tehching Hsieh, Johanna Kandl, Peter Kogler, KURS (Miloš Miletić, Mirjana Radovanović), Luiza Margan, Pia Mayrwöger, Sam Meech, Michail Michailov, Elisa Giardina Papa, Nika Radić, Martha Rosler, Sebastian Schmieg & Silvio Lorusso, Christoph Schwarz, Selma Selman, Santiago Sierra, Lia Sudermann & Simon Nagy, Oliver Walker

Kuratiert von Katia Huemer
Co-Kuratiert von Martin Grabner

Kooperation mit
Die Ausstellung "24/7" ist eine Kooperation mit "Alles Arbeit" im Museum für Geschichte.

Am 30.04.2024 um 19:00 Uhr laden wir Sie herzlich zur Eröffnung unserer Ausstellung ein, die von einer Performance der Slampoetin Agnes Maier begleitet wird.

Auch am 1. Mai lädt das Kunsthaus Graz bei freiem Eintritt zum Besuch der Ausstellung ein. Von 13 bis 17 Uhr findet dort am "Tag der Arbeit" die Performance Repetition of the Writing of a Phrase von Santiago Sierra statt, der auch anwesend sein wird.

24/7 - Arbeit zwischen Sinnstiftung und Entgrenzung bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte 24/7 - Arbeit zwischen Sinnstiftung und Entgrenzung

Online

Webcam BIX Medienfassade

Zur Livecam: bixcam.kunsthausgraz.at

Webcam BIX Medienfassade bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Webcam BIX Medienfassade

Online-Shop

Online-Shop des Kunsthaus Graz

Unser Online Shop ist da! Wir liefern euch alles direkt vor die Haustüre. Bezahlen könnt ihr über PayPal oder Banküberweisung

Aufgrund der aktuellen Situation bieten wir in Graz eine kostenlose Hauszustellung an! Außerhalb von Graz liefern wir österreichweit um 5,90. Ab 30€ liefern wir versandkostenfrei in ganz Österreich.

Online-Shop des Kunsthaus Graz bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Online-Shop des Kunsthaus Graz

Foto: Universalmuseum Joanneum/Eduardo Martinez
10

Kunsthaus Graz

Als architektonischer Schlusspunkt des „Europäischen Kulturhauptstadtjahres“ öffnete das Kunsthaus Graz 2003 seine Pforten. Mittlerweile ist der „Friendly Alien“ mit seiner biomorphen Architektur von Peter Cook und Colin Fournier nicht nur Anziehungspunkt für Kunst- und Kulturinteressierte aus aller Welt, sondern auch essenzieller Bestandteil der städtebaulichen Identität der Stadt Graz. Als Ausstellungszentrum für Gegenwartskunst zeigt es österreichische und internationale Kunst seit 1960. Die BIX Medienfassade des Kunsthauses Graz, gestaltet von den Berliner Designern „realities:united“, stellt eine einzigartige Fusion aus Architektur und Medientechnologie dar. Wie ein urbaner Bildschirm dient sie als Instrument für künstlerische Kommunikation.

Kunsthaus Graz bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Kunsthaus Graz

Ausstellungen / Museum Kunsthaus Graz Graz, Lendkai 1
Ausstellungen / Museum Grazmuseum Graz, Sackstraße 18
Ausstellungen / Ausstellung Künstlerhaus, Halle für Kunst & Medien, Graz Graz, Burgring 2
Ausstellungen / Museum Landeszeughaus Graz Graz, Herrengasse 16
Ausstellungen / Museum Museum für Geschichte Graz Graz, Sackstraße 16
Ausstellungen / Museum Archäologiemuseum Graz Graz, Eggenberger Allee 90
Ausstellungen / Museum Volkskundemuseum Graz Graz, Paulustorgasse 11-13a
Ausstellungen / Museum Österreichischer Skulpturenpark Unterpremstätten Unterpremstätten, Thalerhofstraße 85
Ausstellungen / Ausstellung Kunstverein Kärnten Künstlerhaus Klagenfurt Klagenfurt, Goethepark 1
Ausstellungen / Museum kunstGarten Graz Graz, Payer-Weyprecht-Str. 27
Ausstellungen / Galerie Galerie Kunst & Handel Graz Graz, Bürgergasse 5

Sie haben noch keinen Login? Dann registrieren Sie sich gleich hier!

Bitte schauen Sie in Ihrem E-Mail-Postfach nach der Registrierungsmail und klicken Sie auf den darin enthaltenen Link.