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Ausstellungen | Ausstellung

Arbeit zwischen Sinnstiftung und Entgrenzung

Kunsthaus Graz

Die Arbeitswelt hat sich in unserer heutigen Gesellschaft drastisch gewandelt. Im Zeitalter angebotener 24/7-Zugänge sind traditionelle Arbeitszeiten längst nicht mehr die Norm. Fahrradbot*innen, ehemals ein Symbol für physische und flexible Arbeit, sind nun Teil der digitalen Lieferrevolution und bestimmen in knallige Farben gekleidet das Bild westlicher Städte. Doch trotz der scheinbaren Freiheit von starren Strukturen und Stechkarten kämpfen viele Arbeitnehmende weiterhin um gerechte Bedingungen. Unsichtbare Arbeit wie unbezahlte Haus- und Fürsorgearbeit, häufig von Frauen geleistet (was nicht zuletzt zu einem enormen Gender-Pension-Gap führt), ist auch gegenwärtig ein gesellschaftliches Problem und zeigt die Notwendigkeit feministischer Perspektiven in der Arbeitsdebatte, um Ungleichheiten und Ausbeutung anzusprechen. Auch wenn Hammer und Sichel, einst Symbole des Arbeitskampfes, heute zu historischen Relikten geworden sind, ist der Kampf um faire Löhne und sichere Arbeitsbedingungen heute umfassender, globaler und aktueller denn je. Gleichzeitig sind Begriffe wie New Work, 4-Tage-Woche und Work-Life-Balance in aller Munde. Leere Worthülsen und Wohlfühlthemen einer digitalen Bohème oder realistische Forderungen in einer Zeit höchster Belastung, die alle Berufsgruppen stellen können und die die Dynamik zwischen Arbeitgeber*innen und Arbeitnehmer*innen nachhaltig verändern werden? Arbeit ist jedoch nicht nur unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu sehen, sie kann und sollte auch eine Quelle von Sinn und Erfüllung im Leben eines Menschen sein, unsere Identität und unser Selbstverständnis prägen. Der Traum von der Befreiung der Arbeit von ökonomischen Zwängen wurde von dem deutschen Philosophen und Sozialtheoretiker Herbert Marcuse Ende des 20. Jahrhunderts geprägt: Während in der heutigen Konsumgesellschaft, in der die Menschen auf materiellen Besitz fokussiert sind, die Arbeit zu einem bloßen Mittel zum Zweck wird, um den Konsum zu ermöglichen (was wiederum zu einer oberflächlichen und entfremdeten Lebensweise führt), könnte eine Gesellschaft, in der die Arbeit nicht mehr das zentrale Element im Leben ist, den Menschen mehr Zeit für persönliche Entfaltung, kulturelle Aktivitäten und kreativen Ausdruck lassen. Die Veränderungen in der Arbeitswelt, die unsere Gegenwart prägen, sind komplex und vielschichtig und spiegeln die Anpassungsfähigkeit und die anhaltende Suche nach Gleichgewicht in einer sich ständig verändernden Welt wider. In einer nicht zu fernen Zukunft werden Technologien wie KI und Automatisierung die Arbeitswelt weiter verändern und neue Herausforderungen mit sich bringen, die erneut einen sozialen und politischen Diskurs erfordern. Doch steht Arbeit tatsächlich an der Schwelle zur Immaterialität oder besteht nicht eher die Gefahr, dass auf jene körperliche, geistige und emotionale Arbeit, die mit unzähligen Bereichen unseres Lebens verbunden ist, vergessen wird? Kann harte Arbeit durch Körper und Hände möglicherweise bald von Maschinen übernommen werden und sind wir vielleicht an einem Punkt, an dem Marcuses Vision Wirklichkeit werden könnte? Die Ausstellung untersucht schließlich auch die oft prekären Aspekte künstlerischer und kultureller Arbeit und stellt Fragen nach der Verwischung der Grenzen zwischen Selbstausbeutung und Selbstverwirklichung. Ein Teil der Ausstellungsfläche steht Neuproduktionen und performativen Kunstprojekten zur Verfügung, die die Ausstellung während ihrer Laufzeit wachsen lassen. Eine in Koproduktion mit dem Museum für Geschichte entstandene Arbeit stammt etwa von den Filmemacher*innen Simon Nagy und Lia Sudermann, die sich mit Beständen aus dem Fotoarchiv Blaschka beschäftigen. Unter dem Titel Alles Arbeit erzählt das Museum für Geschichte parallel zur Ausstellung im Kunsthaus Graz anhand von historischen Pressefotografien aus der Agentur Foto Blaschka von der Schieflage in der Arbeitswelt und den massiven Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern, die zum Teil bis heute bestehen. Eine künstlerische Neuproduktion auf Grundlage des Fotoarchivs Blaschka wird in beiden Ausstellungen zu sehen sein. Künstler*innen: Maja Bajević, Julien Berthier, Louisa Clement, Manuel Correa & Marina Otero Verzier, Jeremy Deller, Antje Ehmann & Harun Farocki, Aldo Giannotti, Liam Gillick, Lisa Großkopf, Andreas Gursky, Theresa Hattinger & Michael Hieslmair & Michael Zinganel, Tehching Hsieh, Johanna Kandl, Peter Kogler, KURS (Miloš Miletić, Mirjana Radovanović), Luiza Margan, Pia Mayrwöger, Sam Meech, Michail Michailov, Elisa Giardina Papa, Nika Radić, Martha Rosler, Sebastian Schmieg & Silvio Lorusso, Christoph Schwarz, Selma Selman, Santiago Sierra, Lia Sudermann & Simon Nagy, Oliver Walker Kuratiert von Katia Huemer Co-Kuratiert von Martin Grabner Kooperation mit Die Ausstellung "24/7" ist eine Kooperation mit "Alles Arbeit" im Museum für Geschichte. Am 30.04.2024 um 19:00 Uhr laden wir Sie herzlich zur Eröffnung unserer Ausstellung ein, die von einer Performance der Slampoetin Agnes Maier begleitet wird. Auch am 1. Mai lädt das Kunsthaus Graz bei freiem Eintritt zum Besuch der Ausstellung ein. Von 13 bis 17 Uhr findet dort am "Tag der Arbeit" die Performance Repetition of the Writing of a Phrase von Santiago Sierra statt, der auch anwesend sein wird.
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Alicja Kwade

Kunsthaus Graz

Millionen Jahre alte Steine sind computergesteuert zu präzisen Kugeln geschliffen. "Blaue Murmeln", die das Universum und das Menschsein hinterfragen, werden zum passenden Gegenstück der von Menschen gebauten Mauer Sol LeWitts. In einem leise schwebenden Mobile zeigt sich die Erdanziehung als Ausgangspunkt allen Lebens. Zeit wird hier ebenso wie Raum unendlich skalierbar. Die Harmonie, die Kwades rätselhafte Installationen ausmacht, scheint ohne den Menschen auszukommen: Nennt man das "unheimlich schön"? Alicja Kwade gehört zu den bekanntesten Künstler*innen in Deutschland und ist seit vielen Jahren international erfolgreich. Die 1979 in Kattowitz (Polen) geborene Künstlerin erforscht in ihren Werken das Wechselspiel von Materie und Geist, Körper und Raum. 2019 wurde Kwade beauftragt, eine monumentale Installation für das Metropolitan Museum in New York zu schaffen. Außerdem hat sie mit ortsspezifischen Installationen an internationalen Gruppenausstellungen und Biennalen teilgenommen: Place Vendome, Paris, Frankreich; Desert X AlUla, Saudi Arabien; Elevation 1049, St. Moritz + Gstaad, Schweiz; Helsinki Biennale, Helsinki, Finnland; Desert X, Coachella Valley, USA; La Biennale di Venezia, 57. Internationale Kunstausstellung, Venedig, Italien; und Public Art Fund, New York, USA. Kuratiert von Katrin Bucher Trantow
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Eva Egermann, Cordula Thym

Kunsthaus Graz

C-TV zieht ins Kunsthaus ein. Ein Medium aus einer besseren Zukunft, in der die Welt eine andere ist. Was Norm und Normalität ist, was allgemein als Können oder Ganzheit gilt, ist längst einem Ort der Vielen gewichen, an dem Menschen mit Behinderung das Leben der Gemeinschaft mit Putz und Pomp bereichern. „C-TV ist ein Fernsehsender wider die Tyrannei einer heteronormativen und ableistischen Gesellschaft – radikal, repräsentationskritisch, humoristisch und barrierefrei: eine emanzipatorische Neuausrichtung der Medienwelt als Beitrag zur Verschiebung der sozialen Erdatmosphäre.“ (Michelle Koch / Diagonale-Katalog 23) Eine Ausstellungs- und Vermittlungsintervention der Künstler*innen und Filmemacher*innen Eva Egermann und Cordula Thym, die für den kultigen Film C-TV (Wenn ich Dir sage, ich habe Dich gern …) 2023 mit dem Diagonale-Preis für Innovativen Film ausgezeichnet wurden. Im Rahmen der Ausstellung entsteht auch der Diagonale-Festivaltrailer, der ab April 2024 in den Kinos in ganz Österreich zu sehen sein wird. Kuratiert von Katrin Bucher Trantow Eine Kooperation mit Diagonale '24. Eine Kooperation von Kunsthaus Graz und Diagonale '24
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Renate Krammer. Linien

Kunsthaus Graz

Renate Krammer erforscht konsequent die Möglichkeiten der horizontalen Linie und des Materials. Sie agiert dabei mit Farbe und Textur, Fläche und Räumlichkeit, Leerstelle und Verdichtung. Krammers mehrteilige Ausstellung Linien spannt innerhalb von Sol LeWitts elegant geschwungener Wall einen Bogen von freihändig gezogenen Zeichnungen zu in Reißtechnik gefertigten Maulbeerpapierarbeiten. Das stringente Konzept der Linie wird im Dialog der Positionen zum mehrdimensionalen Zeich(n)en in Zeit und Raum. 13.02., 17 Uhr: Künstlerinnenführung mit Renate Krammer und Alexandra Trost 22.02., 16:30 Uhr: Linien–Untersuchungen, Workshop mit Renate Krammer
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Kellerkino: Filipa César & Louis Henderson

Kunsthaus Graz

Sunstone folgt Fresnellinsen vom Ort ihrer Produktion bis zur Ausstellung in einem Museum für Leuchttürme und Navigationsgeräte. Der Film untersucht die verschiedenen sozialen Kontexte, in die Optik verwickelt ist, und stellt dabei das System des Dreieckshandels der "Neuen Welt" dem politischen Potenzial, das in der Op-Art im postrevolutionären Kuba gesehen wurde, gegenüber. Durch den Einsatz von 16-mm-Zelluloidbildern, digitalen Desktopaufnahmen und 3-D-CGI zeichnet Sunstone auch einen technologischen Fortschritt nach: von historischen Methoden der optischen Navigation zu neuen Algorithmen der Ortung, von der Einzelprojektion zu multiperspektivischen Satellitenvisionen. Filipa César (* 1975, Porto) ist Künstlerin und Filmemacherin. Sie interessiert sich für die durchlässigen Grenzen zwischen dem bewegten Bild und seiner Rezeption, für die fiktionalen Dimensionen des Dokumentarfilms und die der Kinopraxis innewohnenden Ökonomien, Politik und Poetik. Die Filme von Louis Henderson (* 1983, Norwich) lassen sich als Dokumentarfilme einordnen, in denen sich Henderson mit Themen wie Postkolonialismus, Geschichte, Politik und Anthropologie auseinandersetzt und über die kulturellen und materiellen Überreste der Gesellschaft reflektiert.
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The Other. Re-Imagine the Future

Kunsthaus Graz

Die Gruppenausstellung The Other – die im Rahmen von 20 Jahre Kunsthaus Graz im Space02 gezeigt wird – spricht Themen zu Identität, Geschichte, Zugehörigkeit und Ausgrenzung an und öffnet mit vielen internationalen Positionen unterschiedlichste Perspektiven. Es scheint, dass die Grenze in aller Mehrdeutigkeit und Komplexität heute nicht mehr marginal, sondern ins Zentrum unseres Daseins getreten und ein wesentliches Element zeitgenössischer Heterogenität geworden ist. In diesem Kontext versucht die Ausstellung durch diverse Fragestellungen traditionelle Vorstellungen von Abgrenzungen herauszufordern und auch mögliche soziale und politische Zukunftstransformationen anzudeuten. Mit Werken von Nika Autor, Kader Attia, Rossella Biscotti, Black Quantum Futurism (BQF), Anetta Mona Chişa & Lucia Tkáčová, Jasmina Cibic, Lana Čmajčanin, Olafur Eliasson, IRWIN, Bouchra Khalili, Kapwani Kiwanga, Marina Naprushkina, Driton Selmani, Société Réaliste, Jonas Staal, Helene Thümmel, Hannes Zebedin. Kuratiert von: Andreja Hribernik (Bild: Société Réaliste, "U.N. Camouflage", 2014, Installationsansicht SIZ gallery, Rijeka, Foto: Elvis Krstulović)
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Plamen Dejanoff. Heritage Project

Kunsthaus Graz

Kulturelles Erbe (englisch: national heritage) ist eine Auszeichnung. Sie bedeutet Verantwortung, aber auch (nationale) Identität. Sie steht für einen wertvollen Besitz, der im übertragenen Sinne „uns“ allen gehört. Plamen Dejanoffs Einzelausstellung im Kunsthaus Graz zeigt neue kunsthandwerklich präzise recherchierte Arbeiten, die einem gemeinsamen europäischen Kulturerbe nachgehen. Der österreichisch-bulgarische Künstler, bekannt geworden mit Arbeiten spekulativer Identitäten und Autorschaften, greift für Heritage Project auf seine persönliche Geschichte eines paneuropäischen Lebens zurück. Er stellt anhand des Familienerbes – postkommunistisch an die Familie zurückgefallen – die Frage nach den Grenzen des Besitzes von architektonischem, künstlerischem und handwerklichem Wissen. Gemeinsam mit einer Vielzahl von internationalen Spezialist*innen schafft er daraus eigenständige künstlerische Arbeiten an der Schnittstelle zwischen Kunst und funktionalem Objekt. Als skulpturale Architekturzitate erzählen sie im Ausstellungsraum Geschichten ihrer Herkunft, des Transfers und der ästhetischen Qualität von handwerklichem Wissen. Das langfristig prozesshaft angelegte Heritage Project schaut damit zurück, um nach vorne zu gehen. Dejanoff nutzt ökonomische und institutionelle Wissenssysteme und knüpft ein Beziehungsgeflecht von Disziplinen, Orten und Zeiten. Geschickt eignet er sich dabei Mechanismen der Kunst an, um aus der Ausstellung heraus eine soziale Skulptur als wachsendes Zentrum von Kunst und Wissen – einen lebendigen Ort des „international heritage“ – in der europäischen Peripherie zu realisieren. Dejanoff Foundation und Bundesdenkmalamt – Informations- und Weiterbildungszentrum Baudenkmalpflege Kartause Mauerbach Kuratiert von: Katrin Bucher Trantow (Bild: Plamen Dejanoff, Foundation Requirements (Collaborations), 2015. © Plamen Dejanoff & Wolfgang Thaler, Foto: Wolfgang Thaler, Courtesy Layr Wien)
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Körper und Territorium

Kunsthaus Graz

Die Ausstellung Körper und Territorium basiert auf einem kuratorischen Austauschprogramm zwischen dem Muzej suvremene umjetnosti (MSU) Zagreb und dem Kunsthaus Graz. Verzögert durch die Pandemie und dadurch mehrfach verschoben, wurde Anfang Dezember 2022 die Ausstellung Body and Territory: Art and Borders in Today’s Austria im MSU Zagreb eröffnet. Diese Schau versammelt mehr als 30 Positionen und rund 100 Arbeiten, die – nach der These der beiden Kuratorinnen Jasna Jakšić und Radmila Iva Janković – zwei vorherrschenden Tendenzen exemplarisch abbilden, welche die zeitgenössische Kunst in Österreich bis heute prägen: radikale Performance und feministisches Erbe, das jenen eine Stimme gibt, die zum Schweigen gebracht werden: Frauen, queeren Menschen, Migrant*innen, Geflüchteten. Die historischen Arbeiten in der Schau zeigen, wie die Verletzlichkeit des Körpers, die in der österreichischen Kunst zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein dominantes Thema darstellt, in den späten 1960er-Jahren zum Hauptmedium radikaler Formen des politischen Widerstands wurde. Die Regulierung des Körpers sowie sein Widerstand gegen Klassifizierungen und Kategorien sind auch die Themen einer Reihe neuerer Arbeiten in der Ausstellung. Im Kunsthaus Graz wird die Ausstellung erweitert mit Positionen aus dem ex-jugoslawischen Raum und der Idee, künstlerische Entwicklungen im „Land dazwischen“ (als das die Historikerin und Kunsthistorikerin Nena Dimitrijevic die SFR Jugoslawien bezeichnete) durch den Fokus der thematischen Eckpunkte von Körper und Territorium aus einer Außenperspektive zu betrachten. Die Kunstszene in Jugoslawien nach dem Zweiten Weltkrieg ist durch den Versuch gekennzeichnet, eine eigene Sprache zu entwickeln, gleichzeitig aber mit den Kunstentwicklungen des Westens zu korrespondieren. In dem spezifischen Territorium, das wir heute als Ex-Jugoslawien bezeichnen, entstanden Kunstbewegungen in einem anderen sozialen, politischen und ökonomischen Umfeld als dem des Westens, eine Entwicklung, die beispielsweise durch eine – im besten Fall – Tolerierung der Politik und das Fehlen der Institutionen und des Kunstmarktes bedingt war. In den späten 1960er- und 1970er-Jahren, in denen fast auf der ganzen Welt demokratische Aufbruchsstimmung herrschte, die auch in Jugoslawien junge Menschen für liberale Werte kämpfen ließ, zeichneten sich durchaus mit Österreich vergleichbare Tendenzen einer Politisierung und Sozialisierung der Kunst ab, wenngleich diese auch unter anderen Vorzeichen standen. Körper und Territorium ist als nachbarschaftlicher Dialog zu verstehen, in dem verbindende Elemente künstlerischer Praktiken rund um die Themen von Körper und Identität sichtbar werden. Mit Werken von Marina Abramović, Josef Bauer, Ana Brus, Günter Brus, CLUB FORTUNA, Lea Culetto, Josef Dabernig, Katrina Daschner, Vlasta Delimar, Ines Doujak & John Barker, Ana Nuša Dragan, Srečo Dragan, VALIE EXPORT, Susanna Flock, Gelitin, Tomislav Gotovac, Igor Grubić, Skupina OHO, Marina Gržinić & Aina Šmid, Nilbar Güreş, Peter Gerwin Hoffmann, IRWIN, Sanja Iveković, Željko Jerman, Anna Jermolaewa, Birgit Jürgenssen, Richard Kriesche, Nina Kurtela, Katalin Ladik, Laibach, Luiza Margan, Marko Marković, Branko Milisković, F. J. Nestler-Rebeau, Friederike Pezold, Neli Ružić, Toni Schmale, Mladen Stilinović, Ingeborg Strobl, Slaven Tolj & Marija Grazio, Milica Tomić, Peter Weibel, Erwin Wurm, Vlasta Žanić u.a. In Kooperation mit MSU Zagreb Kuratiert von: Katia Huemer (Kunsthaus Graz), Jasna Jakšić, Radmila Iva Janković (MSU Zagreb) (Bild: Tomislav Gotovac, aus: Zagreb, I love you!, 1981. Foto: Milisav Vesović, Sammlung MSU Zagreb)
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Ilse Gewolf: „Weit hinter ihm die Stadt“

Robert Musil Literatur Museum

Die Malerin ILSE GEWOLF setzt künstlerische Assoziationen zu GERT JONKES Wirklichkeitshinterfragungsgeschichten in der Erzählung „Erwachen zum großen Schlafkrieg“ Zur Eröffnung am 28.3.2023: Musik: Wolfgang PUSCHNIG (Saxophon) Zur Ausstellung: Prof.in Dr.in Eva MALTROVSKY, Universität Wien
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Peter Paul Wiplinger: Metamorphosen

Robert Musil Literatur Museum

Der Lyriker, Prosa-Schriftsteller und Kulturpublizist Peter Paul Wiplinger ist auch als künstlerischer Fotograf tätig. Als solcher hatte er mehr als 100 Fotoausstellungen im In- und Ausland und war jahrelang Leiter einer Kunstgalerie in Wien. Seit 1961 war Wiplinger durch seinen Freund Valentin Oman mit Kärnten und Klagenfurt verbunden und hat dort, nicht nur in der Künstlerszene, zahlreiche weitere Freunde. Wiplinger hat in Kärnten Fotodokumentationen gemacht und seine Fotos u.a. im Künstlerhaus Klagenfurt ausgestellt. Als Zeichen der Verbundenheit hat Wiplinger der Landeshauptstadt Klagenfurt eine ganze Sammlung von Fotos, darunter den Zyklus „METAMORPHOSE“, im Rahmen einer Schenkung zur Verfügung gestellt. Die Fotoausstellung gibt einen Einblick in die Schenkung!
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Ingrid Wiener, Martin Roth.
Von weit weg sieht man mehr

Kunsthaus Graz

Zwei Künstler*innen, zwei Generationen. Und dabei zwei erste große Retrospektiven, die sich in ihren konzeptuellen Ansätzen ergänzen. Die eine webt, was sie sieht, sie zeichnet und schreibt, was sie träumt, macht Fotos aus dem Flugzeug und ist berühmt für ihre Küche. Der andere, gute 20 Jahre jünger, beginnt mit der Malerei, weitet sie aus, baut Landschaften und widmet sich der Konzeptkunst und der Minimal Art aus der Perspektive alles Lebendigen. Teppiche, bewachsen mit Gras, Schnecken in Donald Judd, Enten vermessen das Studio. Was beide eint, ist der inkludierende und ewig staunende Blick aus der Distanz. Die Ausstellung im Kunsthaus Graz fügt Arbeiten von Ingrid Wiener und Martin Roth zu einer Welt der wundersamen Netzwerke zusammen. Ingrid Wieners Traumzeichnungen, ihre Gobelins und Filme, die oft im Austausch mit anderen und ihrer unmittelbaren Umgebung entstanden sind, werden den Installationen, Filmen und zweidimensionalen Arbeiten von Martin Roth gegenübergestellt, der seine Kunst dem Gestalten und der Pflege des Lebendigen selbst gewidmet hat. Der aus der Steiermark stammende und in New York lebende Roth ist leider viel zu früh im Jahr 2019 verstorben, gerade als sein Werk breite internationale Anerkennung gefunden hatte. Ingrid Wiener hingegen ist eine bekannte Figur in der österreichischen Kunstszene. Sie nahm an Aktionen der Wiener Gruppe teil, arbeitete an Gobelins and Filmen u. a. mit Dieter Roth, VALIE EXPORT und Oswald Wiener und kehrte 2004 nach langjähriger Tätigkeit in Berlin und Kanada nach Österreich zurück.  Die Schau schafft einen künstlerischen Dialog als eine Symbiose des Lebendigen und der Dinge, in der Zeit und Raum miteinander verwoben ist. Sie zeigt eine Welt, die an Haraways berühmtes Chthuluzän zu erinnern scheint: Der Mensch ist hier flüchtig - gut platziert nicht im Zentrum, sondern an den Rändern dieser sich stets verändernden Welten: beobachtend, ermöglichend und lernend. In Kooperation mit dem Künstlerhaus Wien Kuratiert von: Katrin Bucher Trantow, Michaela Leutzendorff Pakesch
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Isa Rosenberger. Schatten, Lücken, Leerstellen

Kunsthaus Graz

In ihren filmisch-installativen Arbeiten verwebt Isa Rosenberger Spuren vergessener, an den Rand gedrängter Geschichte – oft jüdischer und feministischer Frauengeschichte – zu multiperspektivischen Historiografien. Dabei wird Verborgenes, Verdrängtes und Vergessenes zum Teil der Erzählungen. Durch die Verknüpfung mit aktuellen soziopolitischen Diskursen schreibt sich über die Werke zudem Gegenwart in Vergangenes hinein und wird Vergangenes gegenwärtig. Die Ausstellung orientiert sich an der Idee der „Bühne“ als performativer Raum, als Erinnerungs- und Erfahrungsraum. Schatten, Lücken, Leerstellen im Kunsthaus Graz ist Isa Rosenbergers bisher umfassendste Einzelausstellung und zeigt neben sechs älteren Arbeiten eine Neuproduktion in Koproduktion mit der Stiftung Bauhaus Dessau. In Kooperation mit Stiftung Bauhaus Dessau Kuratiert von: Barbara Steiner (Stiftung Bauhaus Dessau), Alexandra Trost
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Robert Musil Literatur Museum

Das "Robert-Musil-Literatur-Museum" befindet sich im Klagenfurter Geburtshaus des österreichischen Dichters von Weltrang und Klassikers der Moderne Robert Musil (1880-1942). Das 1867 errichtete Haus befindet sich im Besitz der Landeshauptstadt Klagenfurt. Es wurde von der Stadt Klagenfurt in den Jahren 1996 und 1997 zu einem modernen Zentrum für Literatur ausgebaut, um für das Museum und für das Robert Musil-Institut für Literaturforschung der Universität Klagenfurt neue Räume zu adaptieren. Das seit dem Jahr 1994 von der Kulturabteilung der Stadt Klagenfurt geführte Literaturmuseum zeigt nun ständige Ausstellungen zu Robert Musil, Christine Lavant und Ingeborg Bachmann. Das inhaltliche Konzept für die Ausstellungen stammt von Heimo Strempfl, das Ausstellungs-Design wurde von Architekt Franz Freytag (Klagenfurt) entworfen. Der Ingeborg-Bachmann-Preis, gestiftet von der Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee, ist mit 25.000 Euro dotiert. Zudem gibt es weitere Preise, die ebenfalls bei der Schlussdiskussion und Juryabstimmung vergeben werden.
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Kellerkino: Hannah Senoner presents Pia Wilma Wurzer

Kunsthaus Graz

Eine Kooperation von Kunsthaus Graz und Diagonale - Festival des österreichischen Films Im Kellerkino des Kunsthauses Graz wird eine Durchgangssituation bewusst zum Offspace und zeigt über ein ganzes Jahr eine Reihe von Kurzfilmen, die sich jeweils aufeinander beziehen. Dabei werden filmische Dialoge der besonderen Art aufgespannt: Ein*e Filmschaffende*r sucht sich einen anderen Kurzfilm in Ergänzung zum eigenen Werk, seien sie stilistisch, assoziativ oder strukturell verwandt oder diametral unterschiedlich – die Einladung ist persönlich. Nach der 4-wöchigen Laufzeit des Filmduetts zwischen Maximilian Seegert und Hannah Senoner wird das filmische Langzeitgespräch mit Pia Wilma Wurzer zum Abschluss gebracht. Als Antwort auf Senoners Als ich älter wurde (2022) präsentiert Pia Wilma Wurzer in dieser finalen Einladung ihren Kurzfilm Das Radl der Zeit (2022). Nebel über Baumwipfeln, ein wenig bebautes Tal, Wiesen und Wälder. Totenstille, die nur spärlich von Vogelgezwitscher und vom Läuten vereinzelter Kuhglocken durchdrungen wird. Wie in Zeitlupe legt sich gedämpfter Gesang über diese Ruhe. Zeit wird in diesem Naturraum mit anderem Maß gemessen. „Wie viele würden sich wohl im Grab umdrehen, würde man ihnen erzählen, wie leer es um ihre Höfe geworden ist“, heißt es einmal in den Untertiteln. Mit Kärntner Dialekt erzählt ein Voice-over Geschichten vom Alleinsein und vom Sterben an diesem Ort, den sich die Natur langsam zurückerobert. "In der Gegenüberstellung der beiden Filme finde ich besonders spannend zu sehen, auf welch unterschiedliche Weise Vergangenheit und Gegenwart in unseren Erzählungen ineinandergreifen. In Das Radl der Zeit wurde für mich erst im Laufe des Filmes der persönliche Ausgangspunkt deutlich. Er schiebt sich nicht in den Vordergrund. Mit der Zeit begreift man die rein beschreibenden und doch poetischen Texteinlagen auch als Andeutung dessen, was gewesen ist. Die zeitliche Distanz wird spürbar, aber auch eine anhaltende Verbundenheit zu den menschenleeren Berg- und Waldlandschaften. Die junge Frauenstimme, die Geschichten über Tod und Unglück der Gegend erzählt, transportiert Wärme. Die Geschichten, die sie an die Betrachtenden weiterträgt, begleiten sie selbst schon lange. Und allmählich ergibt sich eine Ähnlichkeit zwischen der Nüchternheit, mit der erzählt und beschrieben wird, und den Leuten, von denen erzählt wird. Die verschiedenen Ebenen des Films zeigen einen Blick auf den Lauf der Zeit und den Lauf der Dinge, der akzeptierend und dennoch tiefgründig ist." - Hannah Senoner
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Kellerkino: Maximilian Seegert presents Hannah Senoner

Kunsthaus Graz

Eine Kooperation von Kunsthaus Graz und Diagonale - Festival des österreichischen Films Im Kellerkino des Kunsthauses Graz wird eine Durchgangssituation bewusst zum Offspace und zeigt über ein ganzes Jahr eine Reihe von Kurzfilmen, die sich jeweils aufeinander beziehen. Dabei werden filmische Dialoge der besonderen Art aufgespannt: Ein*e Filmschaffende*r sucht sich einen anderen Kurzfilm in Ergänzung zum eigenen Werk, seien sie stilistisch, assoziativ oder strukturell verwandt oder diametral unterschiedlich – die Einladung ist persönlich. Nach der 4-wöchigen Laufzeit des Filmduetts zwischen Robert Bergmann und Maximilian Seegert wird das filmische Langzeitgespräch mit Hannah Senoner fortgesetzt. Als Antwort auf Seegerts Edge Effects (2022) präsentiert Hannah Senoner ihren Kurzfilm Als ich älter wurde (2022). „Die Arbeit Als ich älter wurde von Hannah Senoner beschäftigt sich mit den Landschaften und Umgebungen in Werbungen für Körperpflegeprodukte und mit den in ihnen verhandelten und vermittelten Fantasien und Symboliken natürlicher Weiblichkeit. Der normalerweise in ihnen platzierten Produkte beraubt, werden die Orte und Landschaften selbst zum Gegenstand der Untersuchung. Wie auf Bühnen ohne Akteur*innen bewegen wir uns durch diese mal abstrakten und mal weniger abstrakten Schauplätze, in denen normalerweise Körperpflegeprodukte platziert oder präsentiert werden, die Lifestyles, Normen und Ideale kommunizieren sollen. Ohne die Produkte verwehren sich diese Landschaften jeglicher Ideologie und werden zur offenen Projektionsfläche.“ (Maximilian Seegert) Maximilian Seegert Edge Effects, DE 2022, 13:21 min Maximilian Seegert studiert Bildhauerei an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg sowie an der École nationale supérieure des beaux-arts de Paris. In seinem jüngsten Film beschäftigt er sich damit, wie unser Blick auf die uns umgebende Landschaft sich durch Landschaftserfahrungen in Videospielen verändert. Vor allem die spirituelle, magische und auch die metaphysische Aufladung dieser konstruierten Landschaften stehen dabei im Fokus der Betrachtung. Hannah Senoner Als ich älter wurde, DE 2022, 15:33 min Hannah Senoner (* 1996, München) machte im Sommer 2022 ihren Abschluss an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg. In ihrer künstlerischen Praxis beschäftigt sie sich aus einer explizit weiblichen Perspektive mit Themen wie dem Alleinsein und der Beziehung zum Anderen in Bezug auf bestimmte Umgebungen und Landschaften sowie mit zeitgenössischen Interior Designs und Werbewelten. Auf visueller Ebene erforscht oder rekreiert sie diese Umgebungen mithilfe von Videobearbeitung und 3-D-Programmen und verknüpft sie mit persönlichen Erfahrungen und Gedanken.
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Faking the Real

Kunsthaus Graz

Entlang des brisanten Begriffes "Fake" geht die Ausstellung im Kunsthaus Graz einer Entwicklung der Schnittstellen zwischen Grafikdesign, Medienbild und Kunst seit 1971 nach. Mit Arbeiten u. a. von Rosemarie Trockel, Gerwald Rockenschaub bis Signe Pierce spiegelt sie dabei sowohl politische Umbrüche als auch technologische Entwicklungen. Faking the Real widmet sich der Frage der Manipulation von Realitäten und zeigt eine Entwicklung vom Plakat im öffentlichen Raum bis zur Intervention in den sozialen Medien. Die Ausstellung ist Teil der großen Sonderschau Kunst der Verführung, die 100 Jahre Grafikdesign und Plakatkunst aus unterschiedlicher Perspektive reflektiert. Gerade in den letzten Jahrzehnten nutzten sowohl Grafiker*innen als auch Kunstschaffende parallel zueinander Konzepte und Ideen des Verkaufens, Manipulierens und Zelebrierens. Dabei werden sie immer deutlicher voneinander beeinflusst – nicht nur appropriierend, sondern selbstbewusst affirmativ. Neben materiellen sind es insbesondere technologische Innovationen, die nicht nur die Werbegrafik selbst, sondern in ihrem Spiegel auch die Kunst antreiben. Digitale Layoutprogramme schaffen schier endlose Möglichkeiten für Flächengestaltungen. Aus der Collage kommend, inspirierten erste Bildbearbeitungsprogramme wegweisende Positionen der Kunst wie John Baldessari zu glatten Bildmontagen und beflügelten ab den 1980er-Jahren eine erste Generation digitaler Kunstschaffender wie Peter Kogler zu immer größer werdenden, sich räumlich ausbreitenden Grafiken. Ganz aktuelle Positionen aus der Kunst wie etwa Christiane Peschek oder auch die im Space01 des Kunsthauses mit einer Einzelausstellung vertretene Hito Steyerl lassen dabei die analogen und digitalen Welten nicht nur interaktiv ineinander übergehen, sondern auch unsichtbar verschmelzen. Die Frage nach dem „Angewandten“ als etwas verdeckt Verführerischem, entfernt und von unsichtbarer Hand Kalkuliertem und Manipulativem stellt sich hier noch einmal ganz neu. Mit Werken von John Baldessari, Lynda Benglis, Beni Bischof, Sylvie Fleury, Manuel Gorkiewicz, Robert Indiana, Peter Kogler, Isabella Kohlhuber, Brigitte Kowanz, Sonia Leimer, Susan Mogul, Sarah Morris, ORLAN, Christiane Peschek, Signe Pierce, Sophie Reinhold, Gerwald Rockenschaub, Elfie Semotan, ​Cindy Shermann, Katharina Sieverding, Lucie Stahl, Hito Steyerl, Rosemarie Trockel, Piotr Uklanski, Bernhard Wolf, Heimo Zobernig u. a Kooperationssprojekt mit Creative Industries Styria, Graz Museum, Haus der Architektur, KULTUM – Kulturzentrum bei den Minoriten, Institut für Design und Kommunikation der FH Joanneum, WKO Steiermark – Fachgruppe Werbung & Marktkommunikation, Ankünder. Im Rahmen von steirischer herbst ’22 Kuratiert von: Katrin Bucher Trantow, Sabine Kienzer (Bild: Christiane Peschek “GYM”, Onlineausstellung Virginia Bianchi Gallery, 2021, © Bildrecht, Wien 2021)
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Hito Steyerl

Kunsthaus Graz

Was ist ein Garten, ein Habitat, eine Sphäre, ein „Cave“? Welche Geister leben da und wie zeigen sie sich? In direkter Auseinandersetzung mit dem Kunsthaus Graz plant die international herausragende deutsche Künstlerin und essayistische Dokumentarfilmerin Hito Steyerl eine digital und analog mehrfach ineinandergreifende Installation im dunklen Kuppelraum des Space01. Im Sog pulsierender Bilder, digitaler Rhythmen und Klänge lässt Steyerl das Publikum zu Beziehungen zwischen Sprache und ästhetischer Form, zwischen technologischer Struktur, biologischem Leben und machterhaltenden Systemen spekulieren. Hito Steyerls Arbeiten sind pointierte Analysen der hochtechnologisierten Gesellschaft. Als profunde Kennerin des digitalen Raumes und künstlicher Intelligenz entwickelt die Documenta- und mehrfache Biennaleteilnehmerin vielschichtig ineinandergreifende Installationen, die in multiplen, teilweise interaktiven Erzählungen das Bild als Ort von Weltwahrnehmung identifizieren. Die Künstlerin folgt dabei der durch „die Technologie erweiterten Realität“ und beschäftigt sich ebenso kritisch wie subversiv mit globalen Finanz- und Warenflüssen, Arbeitsverhältnissen und Machtgefügen. Sie spielt mit der Manipulationskraft des Visuellen und übt dabei Institutionskritik, die weit über das Museum hinausgeht. Im Rahmen von steirischer herbst'22 Kuratiert von: Katrin Bucher Trantow
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Kellerkino: Julian Ernst presents Robert Bergmann

Kunsthaus Graz

Eine Kooperation von Kunsthaus Graz und Diagonale - Festival des österreichischen Films Im Kellerkino des Kunsthauses Graz wird eine Durchgangssituation bewusst zum Offspace und zeigt über ein ganzes Jahr eine Reihe von Kurzfilmen, die sich jeweils aufeinander beziehen. Dabei werden filmische Dialoge der besonderen Art aufgespannt: Ein*e Filmschaffende*r sucht sich einen anderen Kurzfilm in Ergänzung zum eigenen Werk, seien sie stilistisch, assoziativ oder strukturell verwandt oder diametral unterschiedlich – die Einladung ist persönlich. Nach der 4-wöchigen Laufzeit des Filmduetts zwischen Cosima Roth und Julian Ernst wird das filmische Langzeitgespräch mit Robert Bergmann fortgesetzt. Der Einladung folgend präsentiert Robert Bergmann seinen Kurzfilm Geister die mich, sprechen (2020) und führt damit den filmischen Dialog mit Ernsts Gargoyles (2021) fort. Die beiden Filmemacher verbindet eine bildhauerische Auseinandersetzung und das Spiel mit der Realität. Doch wo Ernst den Fokus auf Kostüme und den Akt des Verkleidens legt, stellt Bergmann die Bühne selbst in den Vordergrund. Durch die Abwesenheit von Körpern und Objekten wird der Raum als solcher zum Akteur und mit dem Blick durch die Kamera werden wir selbst zu Voyeur*innen - was wohl passiert, wenn der Raum unbeobachtet bleibt? „Stellen Sie sich eine Welt vor, die der Welt, die wir kennen, sehr nahe und gleichzeitig weit entfernt ist. Beide Arbeiten modellieren Objekte oder kreieren Szenarien, die in loser Verbindung zu Bezügen aus unserer Realität stehen, aber leicht verschwimmen und so unsere Wahrnehmung dessen, was wir erfahren und empfinden oder glauben zu erfahren und zu empfinden, hinterfragen. Ausgehend von der skulpturalen Denkweise bewegen wir uns beide zwischen dem Medium Film und realen Objekten/Materialien.“ - Julian Ernst
Ausstellungen | Ausstellungseröffnung

Eröffnung der Ausstellung 10 Jahre WORT im BILD

Robert Musil Literatur Museum

Robert Musil Institut für Literaturforschung/Kärntner Literaturarchiv und Robert Musil Literatur Museum tagsüber Eröffnung 19:30 Uhr, Buchpräsentation
Ausstellungen | Ausstellung

Razstava Spuren / Sledi

Robert Musil Literatur Museum

Künstler*innen: Tanja Prušnik, Verena Gotthardt , Karl Vouk und Marko Lipuš „Spuren. Sledi“ – Auftakt zu Gedenk-Veranstaltungsreihe im Musil-Haus Im Rahmen des 80. Gedenkjahres der Deportation der Kärntner Sloweninnen und Slowenen während des NS-Regimes organisiert der „Zveza slovenskih pregnancev/Verband zwangsweise ausgesiedelter Slowenen“ eine Veranstaltungsreihe, die sich von April bis Oktober 2022 zieht. Auftakt ist die Ausstellung „Spuren. Sledi“. Die Ausstellung „Spuren. Sledi“ zeigt Werke von Verena Gotthardt, Marko Lipus, Tanja Prusnik und Karl Vouk, die sich in ihren im Musilmuseum und Musil-Institut präsentierten Werken mit der Deportation der Kärntner Sloweninnen und Slowenen auseinandersetzen. Die Fotografin Verena Gotthardt zeigt in ihren Werken Eindrücke aus Moste/Brugg bei Hermagor im Gailtal. Es ist einer jener Orte, aus dem Bewohner deportiert wurden, eine davon war ihre Großmutter. Marko Lipus zeigt eine fünfteilige Werkserie mit dem Titel „Lonec / Becher“. Kurator Karl Vouk stellt acht Gemälde, darunter den Stammbaum seiner Familie, aus. Die Ausstellung ist bis einschließlich 13. Mai zu sehen. Eintritt frei. Unsere Kooperationspartner sind: Robert Musil Institut/Kärntner Literaturarchiv, Land Kärnten, Museum Moderner Kunst Kärnten, Land Kärnten Volksgruppenbüro

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