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Ausstellungen / Museum kunstGarten Graz Graz, Payer-Weyprecht-Str. 27
Ausstellungen | Ausstellung

Faking the Real

Kunsthaus Graz

Entlang des brisanten Begriffes "Fake" geht die Ausstellung im Kunsthaus Graz einer Entwicklung der Schnittstellen zwischen Grafikdesign, Medienbild und Kunst seit 1971 nach. Mit Arbeiten u. a. von Rosemarie Trockel, Gerwald Rockenschaub bis Signe Pierce spiegelt sie dabei sowohl politische Umbrüche als auch technologische Entwicklungen. Faking the Real widmet sich der Frage der Manipulation von Realitäten und zeigt eine Entwicklung vom Plakat im öffentlichen Raum bis zur Intervention in den sozialen Medien. Die Ausstellung ist Teil der großen Sonderschau Kunst der Verführung, die 100 Jahre Grafikdesign und Plakatkunst aus unterschiedlicher Perspektive reflektiert. Gerade in den letzten Jahrzehnten nutzten sowohl Grafiker*innen als auch Kunstschaffende parallel zueinander Konzepte und Ideen des Verkaufens, Manipulierens und Zelebrierens. Dabei werden sie immer deutlicher voneinander beeinflusst – nicht nur appropriierend, sondern selbstbewusst affirmativ. Neben materiellen sind es insbesondere technologische Innovationen, die nicht nur die Werbegrafik selbst, sondern in ihrem Spiegel auch die Kunst antreiben. Digitale Layoutprogramme schaffen schier endlose Möglichkeiten für Flächengestaltungen. Aus der Collage kommend, inspirierten erste Bildbearbeitungsprogramme wegweisende Positionen der Kunst wie John Baldessari zu glatten Bildmontagen und beflügelten ab den 1980er-Jahren eine erste Generation digitaler Kunstschaffender wie Peter Kogler zu immer größer werdenden, sich räumlich ausbreitenden Grafiken. Ganz aktuelle Positionen aus der Kunst wie etwa Christiane Peschek oder auch die im Space01 des Kunsthauses mit einer Einzelausstellung vertretene Hito Steyerl lassen dabei die analogen und digitalen Welten nicht nur interaktiv ineinander übergehen, sondern auch unsichtbar verschmelzen. Die Frage nach dem „Angewandten“ als etwas verdeckt Verführerischem, entfernt und von unsichtbarer Hand Kalkuliertem und Manipulativem stellt sich hier noch einmal ganz neu. Mit Werken von John Baldessari, Lynda Benglis, Beni Bischof, Sylvie Fleury, Manuel Gorkiewicz, Robert Indiana, Peter Kogler, Isabella Kohlhuber, Brigitte Kowanz, Sonia Leimer, Susan Mogul, Sarah Morris, ORLAN, Christiane Peschek, Signe Pierce, Sophie Reinhold, Gerwald Rockenschaub, Elfie Semotan, ​Cindy Shermann, Katharina Sieverding, Lucie Stahl, Hito Steyerl, Rosemarie Trockel, Piotr Uklanski, Bernhard Wolf, Heimo Zobernig u. a Kooperationssprojekt mit Creative Industries Styria, Graz Museum, Haus der Architektur, KULTUM – Kulturzentrum bei den Minoriten, Institut für Design und Kommunikation der FH Joanneum, WKO Steiermark – Fachgruppe Werbung & Marktkommunikation, Ankünder. Im Rahmen von steirischer herbst ’22 Kuratiert von: Katrin Bucher Trantow, Sabine Kienzer (Bild: Christiane Peschek “GYM”, Onlineausstellung Virginia Bianchi Gallery, 2021, © Bildrecht, Wien 2021)
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Hito Steyerl

Kunsthaus Graz

Was ist ein Garten, ein Habitat, eine Sphäre, ein „Cave“? Welche Geister leben da und wie zeigen sie sich? In direkter Auseinandersetzung mit dem Kunsthaus Graz plant die international herausragende deutsche Künstlerin und essayistische Dokumentarfilmerin Hito Steyerl eine digital und analog mehrfach ineinandergreifende Installation im dunklen Kuppelraum des Space01. Im Sog pulsierender Bilder, digitaler Rhythmen und Klänge lässt Steyerl das Publikum zu Beziehungen zwischen Sprache und ästhetischer Form, zwischen technologischer Struktur, biologischem Leben und machterhaltenden Systemen spekulieren. Hito Steyerls Arbeiten sind pointierte Analysen der hochtechnologisierten Gesellschaft. Als profunde Kennerin des digitalen Raumes und künstlicher Intelligenz entwickelt die Documenta- und mehrfache Biennaleteilnehmerin vielschichtig ineinandergreifende Installationen, die in multiplen, teilweise interaktiven Erzählungen das Bild als Ort von Weltwahrnehmung identifizieren. Die Künstlerin folgt dabei der durch „die Technologie erweiterten Realität“ und beschäftigt sich ebenso kritisch wie subversiv mit globalen Finanz- und Warenflüssen, Arbeitsverhältnissen und Machtgefügen. Sie spielt mit der Manipulationskraft des Visuellen und übt dabei Institutionskritik, die weit über das Museum hinausgeht. Im Rahmen von steirischer herbst'22 Kuratiert von: Katrin Bucher Trantow
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Kellerkino: Julian Ernst presents Robert Bergmann

Kunsthaus Graz

Eine Kooperation von Kunsthaus Graz und Diagonale - Festival des österreichischen Films Im Kellerkino des Kunsthauses Graz wird eine Durchgangssituation bewusst zum Offspace und zeigt über ein ganzes Jahr eine Reihe von Kurzfilmen, die sich jeweils aufeinander beziehen. Dabei werden filmische Dialoge der besonderen Art aufgespannt: Ein*e Filmschaffende*r sucht sich einen anderen Kurzfilm in Ergänzung zum eigenen Werk, seien sie stilistisch, assoziativ oder strukturell verwandt oder diametral unterschiedlich – die Einladung ist persönlich. Nach der 4-wöchigen Laufzeit des Filmduetts zwischen Cosima Roth und Julian Ernst wird das filmische Langzeitgespräch mit Robert Bergmann fortgesetzt. Der Einladung folgend präsentiert Robert Bergmann seinen Kurzfilm Geister die mich, sprechen (2020) und führt damit den filmischen Dialog mit Ernsts Gargoyles (2021) fort. Die beiden Filmemacher verbindet eine bildhauerische Auseinandersetzung und das Spiel mit der Realität. Doch wo Ernst den Fokus auf Kostüme und den Akt des Verkleidens legt, stellt Bergmann die Bühne selbst in den Vordergrund. Durch die Abwesenheit von Körpern und Objekten wird der Raum als solcher zum Akteur und mit dem Blick durch die Kamera werden wir selbst zu Voyeur*innen - was wohl passiert, wenn der Raum unbeobachtet bleibt? „Stellen Sie sich eine Welt vor, die der Welt, die wir kennen, sehr nahe und gleichzeitig weit entfernt ist. Beide Arbeiten modellieren Objekte oder kreieren Szenarien, die in loser Verbindung zu Bezügen aus unserer Realität stehen, aber leicht verschwimmen und so unsere Wahrnehmung dessen, was wir erfahren und empfinden oder glauben zu erfahren und zu empfinden, hinterfragen. Ausgehend von der skulpturalen Denkweise bewegen wir uns beide zwischen dem Medium Film und realen Objekten/Materialien.“ - Julian Ernst
Ausstellungen | Ausstellungseröffnung

Eröffnung der Ausstellung 10 Jahre WORT im BILD

Robert Musil Literatur Museum

Robert Musil Institut für Literaturforschung/Kärntner Literaturarchiv und Robert Musil Literatur Museum tagsüber Eröffnung 19:30 Uhr, Buchpräsentation
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Razstava Spuren / Sledi

Robert Musil Literatur Museum

Künstler*innen: Tanja Prušnik, Verena Gotthardt , Karl Vouk und Marko Lipuš „Spuren. Sledi“ – Auftakt zu Gedenk-Veranstaltungsreihe im Musil-Haus Im Rahmen des 80. Gedenkjahres der Deportation der Kärntner Sloweninnen und Slowenen während des NS-Regimes organisiert der „Zveza slovenskih pregnancev/Verband zwangsweise ausgesiedelter Slowenen“ eine Veranstaltungsreihe, die sich von April bis Oktober 2022 zieht. Auftakt ist die Ausstellung „Spuren. Sledi“. Die Ausstellung „Spuren. Sledi“ zeigt Werke von Verena Gotthardt, Marko Lipus, Tanja Prusnik und Karl Vouk, die sich in ihren im Musilmuseum und Musil-Institut präsentierten Werken mit der Deportation der Kärntner Sloweninnen und Slowenen auseinandersetzen. Die Fotografin Verena Gotthardt zeigt in ihren Werken Eindrücke aus Moste/Brugg bei Hermagor im Gailtal. Es ist einer jener Orte, aus dem Bewohner deportiert wurden, eine davon war ihre Großmutter. Marko Lipus zeigt eine fünfteilige Werkserie mit dem Titel „Lonec / Becher“. Kurator Karl Vouk stellt acht Gemälde, darunter den Stammbaum seiner Familie, aus. Die Ausstellung ist bis einschließlich 13. Mai zu sehen. Eintritt frei. Unsere Kooperationspartner sind: Robert Musil Institut/Kärntner Literaturarchiv, Land Kärnten, Museum Moderner Kunst Kärnten, Land Kärnten Volksgruppenbüro
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The Golden Pixel Cooperative

Kunsthaus Graz

Eine Kooperation von Kunsthaus Graz und Diagonale’22 Kuratiert von: Katrin Bucher Trantow, Michaela Humpel, Katharina Swoboda The Golden Pixel Cooperative ist Autorin des Trailers der Diagonale’22. Mit ihrem ersten kollektiv realisierten Film HALF OF THE SKY gewann The Golden Pixel Cooperative (GPC) den Preis für innovatives Kino bei der Diagonale, dem Festival für österreichischen Film 2021. Neben der Gestaltung des Festival-Trailers für die kommende Diagonale’22 entsteht auch eine künstlerische Intervention im Kunsthaus Graz. Die Kooperative ist mit ihrem Wirken an der Schnittstelle zwischen Ausstellungsraum und Kino angesiedelt und in ihrer Arbeit stets dem dialogischen Prozess des gemeinschaftlichen Tuns verpflichtet. Ihre filmischen Auseinandersetzungen werfen einen queer-feministischen Blick auf Kunst, präsentieren die fließenden Grenzen von Mensch und Natur, von Umwelt und Kapitalozän, und greifen die kollektive Arbeit des Geschichtenerzählens an sich auf. „Dabei ist es uns wichtig, Austausch und Solidarität zwischen Künstler*innen zu fördern sowie den Dialog mit verschiedenen Öffentlichkeiten zu initiieren und zu begleiten. Wir entwickeln kollektiv und assoziativ unterschiedliche Formate wie Screenings, Ausstellungen, Artist Talks, Diskussionen und Publikationen“, so GPC. Mit Nathalie Koger, Enar de Dios Rodríguez, Olena Newkryta, Katharina Swoboda, Lisa Truttmann, Viktoria Schmid, Simona Obholzer, Marlies Pöschl www.goldenpixelcoop.com
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Amazons of Pop!

Kunsthaus Graz

Eine Ausstellung des MAMAC Nizza in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle zu Kiel und dem Kunsthaus Graz sowie der Unterstützung von Manifesto Expo. Kuratiert von: Hélène Guenin, Géraldine Gourbe, Katrin Bucher Trantow, Barbara Steiner Amazons of Pop! nimmt umfangreich die vielfältigen Ausdrucksformen einer Generation von Frauen aus Europa und Nordamerika auf, die selbstbewusst und ausdrucksstark die weniger bekannte Seite der Pop-Art formen. Die Ausstellung zeigt entschlossene Kämpferinnen für die eigene Emanzipation und aktive Verfechterinnen politischer und sozialer Fragen. Sie überschreiten Grenzen in der männlich geprägten Kunst der Zeit und erproben den Umgang mit neuen und ungewöhnlichen Materialien wie beispielsweise Plastik. Das Spiel mit Persönlichkeiten, fiktiven Charakteren und Leinwand-Heldinnen durchzieht die Arbeit dieser Künstlerinnen, die mit großer Experimentierfreude, Fantasie, Unerschrockenheit und strategischem Gespür auftreten und dabei sehr bewusst die spannungsvollen geopolitischen und gesellschaftlichen Umstände ihrer Zeit wahrnehmen. Amazons of Pop! lädt mit rund 100 Werken aus Malerei, Installation, Performance, Skulptur und Film dazu ein, in die Welt des Pop und in eine Zeit des Aufbruchs der 1960er- und beginnenden 1970er-Jahre einzutauchen. Nach Stationen im MAMAC in Nizza und der Kunsthalle zu Kiel nimmt die Ausstellung im Kunsthaus Graz zusätzlich österreichische Pop-Art-Tendenzen auf. Mit Werken von Evelyne Axell, Barbarella, Brigitte Bardot, Marion Baruch, Pauline Boty, Martine Canneel, Lourdes Castro, Judy Chicago, Chryssa, France Cristini, Christa Dichgans, VALIE EXPORT, Jane Fonda, Ruth Francken, Ángela García, Angela Hareiter, Jann Haworth, Dorothy Iannone, Jodelle & Pravda La Survireuse, Corita Kent, Kiki Kogelnik, Auguste Kronheim, Kay Kurt, Nicola L., Ketty La Rocca, Natalia LL, Milvia Maglione, Lucia Marcucci, Marie Menken, Marilyn Monroe, Isabel Oliver, Yoko Ono, Ulrike Ottinger, Emma Peel, Ingeborg G. Pluhar, Martha Rosler, Niki de Saint Phalle, Carolee Schneemann, Marjorie Strider, Sturtevant, Valentina Tereshkova, May Wilson.
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Kellerkino: Jennifer Mattes presents Michael Gülzow

Kunsthaus Graz

Eine Kooperation von Kunsthaus Graz und Diagonale'22. Jennifer Mattes überarbeitet für die Wiederaufführung ihren Film Bars von Atlantis (2020) und sucht sich als Dialogpartner den Filmschaffenden Michael Gülzow und seine Arbeit Die ultimative Frage auf alle Antworten (2019). Gemeinsam starten sie so eine Perlenkette aus Wahlverwandtschaften. "Michael und Jennifer haben sich auf einer Piratenparty kennengelernt. Dort und an der Akademie der bildenden Künste begann eine langjährige Freundschaft und Zusammenarbeit, die bis heute anhält. Obwohl sie letztendlich sehr unterschiedliche Arbeiten machen, haben sie einander stets gut beraten. Michael schenkte Jennifer die eine oder andere YouTube-Szene und Jennifer Michael im Gegenzug auch mal einen Titel. So kam es auch, dass Jennifer gerne Michael einladen wollte: Sie fand den Dialog zwischen diesen in gewisser Hinsicht verbundenen und doch so unterschiedlichen Arbeiten und Herangehensweisen spannend. Was beide teilen, ist eine eigene Art von Humor und die Fähigkeit, auch über sich selbst lachen zu können. Und wenn die Welt im Moment etwas braucht (vielleicht auch die Filmwelt), dann womöglich einen zutiefst ambivalenten, aber schmunzelnden Blick auf (mehr oder weniger) tragische Ereignisse, um diese besser ertragen zu können." Jennifer Mattes Next Trip (Bars von Atlantis/what leaves the cellar must also leave the story), AT Jahr 2021/22, 20 min. Jennifer Mattes (*1982, Deutschland) ist Videokünstlerin und Filmemacherin. In ihren Videoarbeiten werden Archive und Bilder dekonstruiert, um sie in einen neuen Kontext individueller Geschichtserzählung zu setzen. Die Betrachter*innen betreten eine Welt aus Fragmenten, die ursprünglich ein Ganzes bildeten, nun aber neue Verbindungen und Narrationen aufweisen, die sich im Spannungsverhältnis von Dokumentation und Fiktion bewegen. Sie bieten einen kritischen Blick auf den realen, filmischen und virtuellen Raum und deren Schnittstellen, indem sie soziokulturelle Entwicklungen, wirtschaftliche und politische Bedingungen und die gegenwärtige Produktion von Bildern nachzeichnen, in einer kuriosen, oft humorvollen Perspektive auf Problematiken, das menschliche Dasein betreffend. jennifermattes.blogspot.com Michael Gülzow Die ultimative Frage auf alle Antworten, AT 2019, 8 min. Michael Gülzow, geboren 1982 in Kiel, studierte an der Muthesius Kunsthochschule Kiel und der Akademie der bildenden Künste Wien. Zentraler Bestandteil seiner künstlerischen Arbeit ist das audiovisuelle Erzählen. In seinen filmischen Inszenierungen kombiniert er Elemente gängiger Formate der Unterhaltungsindustrie mit Methoden des Avantgardefilms. Er folgt Konventionen und imitiert Stile, um diese im nächsten Moment zu brechen. Ziel ist es, besondere Momente der Irritation und der Komik zu erzeugen, die einen reflektierten Blick auf die eigene Wahrnehmung und Erwartungshaltung sowie auf das Medium selbst ermöglichen. Inhaltliche Motive sind dabei häufig das Verhältnis von Kunst und Gesellschaft, neoliberale Selbstoptimierung und die manipulative Kraft von Bild und Ton. michaelguelzow.com
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Bettina Landl und Nick Acorne

Kunsthaus Graz

Skulptur beschreibt einen offenen, beweglichen Raum, Umgebung, Material, Struktur und Form. Skulptur ist Architektur und Werkzeug, wenn diese im Rahmen einer mehrstündigen Performance (Nick Acorne am Klavier) rückgebaut und damit gleichzeitig zur Denkfigur wird – in seine Einzelteile gebrochener Zusammenhalt, separate Morphs, Schatten. Alles, was wir sehen und beschreiben, könnte auch anders sein. Das Gestische reicht über die bloße Orientierung am Körper hinaus. Es formuliert Prozesse und letztlich als konstruierendes Moment menschliche Weltverhältnisse. Nach seiner Entfernung markiert das Objekt eine „Leerstelle“, bleibt resonant und Träger von Bedeutung, indem es durch eine Video- und Textinstallation (von Bettina Landl) repräsentiert wird. Perspektive begrenzt Raum, macht ihn endlich. Phänomene sind Gleichungen, intransitiv und transformativ, ständig neuen Zuschreibungen und Positionierungen ausgesetzt, transgressiv und (de)konstruktiv, Display, Folie. Sie unterliegen Phasenübergängen, ihrer eigenen An- und Abwesenheit, sind ephemer und enthalten schließlich ( ) – a nature void of : quality or state of being without something. Nick Acorne, Komponist und Sound Designer: www.nickacorne.com Bettina Landl, Künstlerin und Autorin: www.bettinalandl.com
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Helmut & Johanna Kandl

Kunsthaus Graz

"Palette" geht in praktischer Anwendung der Frage nach, woher die Farben, Pigmente oder Bindemittel in Gemälden kommen. Im Zusammenspiel von natur-, wirtschafts- und kulturwissenschaftlichen Disziplinen mit der künstlerischen Forschung erlaubt das Projekt, die blinden Flecken in einer globalen Gesellschaft sichtbar zu machen. Woher kommen die Farben, Pigmente oder Bindemittel, die in einem Gemälde zum Einsatz kommen? In gewisser Weise stellt jedes Bild auch eine Landkarte dar: Gummi arabicum als Bindemittel für Aquarellfarben etwa stammt meist aus dem Sudan, das wunderbare, intensive Blau des Mittelalters bestand oft aus Lapislazuli, der in Afghanistan abgebaut wurde, während Ocker im 19. Jahrhundert für Frankreich ein wichtiger Exportartikel war. In der kunsthistorischen Forschung wird nicht nur die Herkunft der Malmittel weitgehend ignoriert, sondern es werden auch die Produktionsbedingungen für die Gewinnung der Pigmente oder Bindemittel ausgeblendet. Die dominante Bedeutung der künstlerischen Autor*innenschaft identifiziert die Herkunft eines Kunstwerks allein über die Originalität von Künstler*innen. Die Arbeit derer, die in den Minen oder auf den Plantagen arbeiten, um die Farbherstellung zu ermöglichen und damit die Grundlage für die Malerei zu schaffen, bildet im kulturellen Feld einen blinden Fleck und bleibt unsichtbar. Genau diesem blinden Fleck widmet sich Helmut & Johanna Kandls Ausstellung Palette und fokussiert auf die Orte der Farb- und Bindemittelproduktion. Dabei zeigt sich, welche Bedeutung diese Produktionen für die Ökonomien vor Ort haben, vor allem für Frauen, die etwa durch das Pflanzen von Akazien eine Möglichkeit wirtschaftlicher Unabhängigkeit sehen und damit zugleich einen ökologisch wertvollen Beitrag gegen die Ausbreitung der Wüsten liefern. So werden in der Ausstellung neben ökonomischen, sozialen und kulturellen Themen ökologische Aspekte in ungewöhnlicher Weise angesprochen. Pigmente, also die farbgebenden Substanzen, sind meist mineralisch, d. h. Produkte des Bergbaus. Zumal Helmut & Johanna Kandls Arbeitsweise oft auch ein „Ausufernlassen“ der Themen beinhaltet – ein Nachgehen von Randthemen, was den Blick zu öffnen vermag –, zeigt das Künstlerpaar beispielsweise Zusammenhänge von Bergbau mit Mythologie, Zwergen oder mit der Musikrichtung Heavy Metal auf. Auch lokalen Bezügen wie der Rolle Erzherzog Johanns für Bergbau und Tracht wird Raum gegeben. "... Kandls Kunst ist nahe am Leben angesiedelt, sie ist spartenübergreifend und hat keine Berührungsängste mit dem Populären und Didaktischen“, wie Günther Oberhollenzer, Kurator der Landesgalerie Niederösterreich, in Material + Archiv schreibt, einem Katalog, der anlässlich der Ausstellungen Palette im Kunsthaus Graz und der zeitnahen Ausstellung Viva Archiva! in der Landesgalerie Niederösterreich in Krems erscheint. Augenscheinlich beruhen die Arbeiten des Künstlerpaares auf umfassender, gründlicher und solider Recherche, die Johanna und Helmut Kandl als werkimmanent beschreiben: „Das Wunderbare bei diesen Recherchen ist, dass wir so viele interessante, kompetente und hilfsbereite Menschen kennenlernen, egal ob es Wissenschaftler*innen in Wien, Graz, Dresden, Montpellier oder Jakarta sind, oder Minenarbeiter*innen und Fachleute im Iran, in Marokko, der Slowakei oder Eisenerz, oder auch Köhler*innen und Pecher in Niederösterreich, Jäger in Jakutien oder Künstlerkollegen*innen in Karthoum und Teheran." So zeigt die Ausstellung Palette künstlerische Arbeiten von Johanna und Helmut Kandl gemeinsam mit Kunstwerken, Mineralien, Pflanzen und volkskundlichen Objekten aus den Sammlungen des Universalmuseums Joanneum und verbindet künstlerische, kulturhistorische und naturwissenschaftliche Forschung. In Kooperation mit verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen und Forschungsinstituten (Institut für Naturwissenschaften und Technologien in der Kunst, Akademie der bildenden Künste Wien; Restaurierung am Universalmuseum Joanneum, Neue Galerie Graz, Alte Galerie, Volkskundemuseum und Naturkundliche Sammlungen am UMJ). Kuratiert von: Katia Huemer und Barbara Steiner
Ausstellungen | Ausstellung

SUPERFLEX
Sometimes As A Fog, Sometimes As A Tsunami

Kunsthaus Graz

Als Abschluss der fünfjährigen Zusammenarbeit zwischen Kunsthaus Graz und SUPERFLEX präsentiert diese Einzelausstellung eine Auswahl neuer sowie bereits existierender Werke. Sie konzentriert sich auf den Kapitalismus als Auflösungsfaktor unserer gesellschaftlichen Realitäten. 2017 startete die dänische Künstlergruppe SUPERFLEX ihr Fünfjahresprojekt im Kunsthaus Graz. Mit der Entscheidung, über einen Zeitraum von fünf Jahren zu arbeiten, beziehen sich SUPERFLEX auch auf das Instrument des Fünfjahresplans, das in Ländern mit marxistisch-sozialistischen Grundsätzen zur Planung wirtschaftlicher Aktivitäten eingesetzt wird. Fünfjahrespläne sind zentralisiert, legen Variablen wie Investitionen, Preise und Löhne fest und enthalten Zuweisungen und Spezifikationen für die zu erzielende Produktion und die zu erbringenden Dienstleistungen. Dieser Rahmen wurde im Kunsthaus Graz für die Umsetzung von Projekten genutzt, die sich mit kapitalistischen Ökonomien beschäftigen. Der Zyklus begann mit C.R.E.A.M., dem Fetisch-Bankomaten im Herzen des Kunsthaus-Foyers. 2018 realisierten SUPERFLEX den Free Shop, 2019 wurde Number of Visitors (mit Jens Haaning) über dem Haupteingang realisiert, 2020 folgte Lost Money / Handful. Diese Projekte thematisieren die Fetischisierung des Geldes, den Verfall von Werten, die Umkehrung von Geldtransaktionen und nicht zuletzt die ökonomischen Bedingungen und Kriterien, denen Kulturinstitutionen heute unterworfen sind. Den Abschluss des Zyklus bildet eine Einzelausstellung mit dem Titel Sometimes As A Fog, Sometimes As A Tsunami im Jahr 2021. Sie konzentriert sich auf die Instabilität des Kapitalismus, die der spekulativen Natur der Finanzmärkte und -instrumente innewohnt. In und mit der Ausstellung untersuchen SUPERFLEX den auflösenden Faktor kapitalistisch orientierten Handelns auf Gesellschaft. Der Kapitalismus erscheint dabei als eine flüssige Form, die in jede Ritze und jeden Winkel der Welt einsickert – „manchmal wie ein Nebel, manchmal wie ein Tsunami“, wie der Titel sagt. Die Ausstellung versammelt eine Reihe von Werken, die von der Auflösung von Werten, Strukturen und Zeit sprechen, und bietet ein räumlich-visuelles Setting, in das die Besucher*innen physisch eintreten können. Sie bildet dabei ein Scharnier zwischen einer Reihe von kapitalismuskritischen Arbeiten, mit denen SUPERFLEX bekannt wurden, und jenen der jüngeren Vergangenheit, die die Vorstellungen von Gemeinschaft insofern erweitern, als unter Einbeziehung von Pflanzen und Tieren eine neue Form von Zusammenleben zwischen den Arten möglich werden soll. Über SUPERFLEX SUPERFLEX wurden 1993 von Jakob Fenger (* 1968), Bjørnstjerne Christiansen (* 1969) und Rasmus Rosengren Nielsen (* 1969) gegründet. Als erweitertes Kollektiv gedacht, haben SUPERFLEX immer wieder mit den unterschiedlichsten Mitarbeiter*innen zusammengearbeitet, von Gärtner*innen über Techniker*innen bis hin zu Teilen des Publikums. Ihre Werke, die sich mit alternativen Modellen zur Schaffung von gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Organisation befassen, haben bereits in Form von Energiesystemen, Getränken, Skulpturen, Kopien, Hypnosesitzungen, Infrastrukturen, Gemälden, Gärtnereien, Verträgen und an öffentlichen Orten Gestalt angenommen. Seit der Eröffnung des preisgekrönten Parks Superkilen im Jahr 2011 waren SUPERFLEX, die innerhalb und außerhalb von Ausstellungsräumen arbeiten, an großen Projekten im öffentlichen Raum beteiligt. Bei diesen Projekten geht es häufig um Partizipation und die Berücksichtigung von Beiträgen der lokalen Bevölkerung, Expert*innen und Kindern. Die Vorstellung von Zusammenarbeit wird aber noch weiter gefasst und in neuesten Werken ist man bestrebt, auch andere Spezies einzuschließen. SUPERFLEX arbeiten an einer neuen Form der Stadtentwicklung, die Aspekte von Pflanzen und Tieren einbezieht und darauf abzielt, die Gesellschaft zu einem artenübergreifenden Zusammenleben zu bewegen. Für SUPERFLEX könnte die beste Idee von einem Fisch kommen. Sometimes As A Fog, Sometimes As A Tsunami wird von einer Publikation begleitet, die das Interesse von SUPERFLEX an Wertesystemen widerspiegelt. In vielen ihrer Arbeiten gelingt es SUPERFLEX Wertungen zu verschieben und alternative Wertehierarchien zu befördern. Rezipient*innen, in diesem Fall die Käufer*innen des Buches, werden in diesen Prozess um Wert und Wertgenerierung miteinbezogen: Sie können zwischen verschiedenen Preisen wählen, die unterschiedlichen Wertbildungen entspringen. Inhaltlich gibt das von Rasmus Koch Studio gestaltete Buch Einblick in die Ausstellung Sometimes As A Fog, Sometimes As A Tsunami im Kunsthaus Graz und rückt die gezeigten Werke in einen größeren diskursiven Zusammenhang.
Ausstellungen | Ausstellung

Katzenbaum: Oliver Hangl

Kunsthaus Graz

Der Performance- und Medienkünstler Oliver Hangl lässt zwei Gesprächspartner*innen parallel zum Meinungsaustausch gemeinsam einen Tonblock bearbeiten. Die Konversationsstücke sind als Serie konzipiert, bei der aus Tonmasse im Gespräch ein skulpturales Gemeinschaftswerk geformt wird. Das Vorgehen des Haltens und Sprechens, des Knetens und Zuhörens erinnert an Strategien respektvoller Kommunikations- und Sprechtechniken und verlangt höchste Konzentration. Gesellschaftlich und kulturpolitisch brisante Themen werden so zur Verhandlung gebracht und sprachlich sowie händisch bearbeitet. Den Auftakt zur Serie macht Hangl mit drei Gesprächen für das Kunsthaus Graz rund um kapitalistisches Wirtschaften: #1 Genug: Ausrasten mit Elisabeth Klatzer, Attac Österreich, und Barbi Markovic, Autorin (Studiogespräch, Wien, 16.11.) #2 Sicher ist sicher mit Georg Markus Kainz, Datenschützer, und Franz Schuh, Philosoph, Schriftsteller (Studiogespräch Wien, 23.11.) #3 Überfluss für alle mit Johanna Kandl, Künstlerin, und Dirk Raith, Soziologe, Wirtschaftsethiker (Live-Performance, Kunsthaus Graz, 26.11.) Die drei Gespräche werden zur Abbildung eines Prozesses. Sie werden am Katzenbaum für die Kunst als Skulptur vor und nach der Bearbeitung und als Hörstücke präsent. Sie umkreisen das Themenfeld kapitalistischer Logiken und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft sowie deren (Selbst-)Wahrnehmung aus jeweils unterschiedlichen Perspektiven. Traditionell ist ein Konversationsstück in der Genremalerei des 18. und 19. Jahrhunderts die Darstellung eines Fests, eines Zusammenkommens von Menschen im Tun oder einer Unterhaltung. Auch im Theater des 19. und 20. Jahrhunderts bildet das Konversationsstück das Zusammenkommen im Dialog ab. Bürgerlich, geistreich und witzig, schwebt es aber immer in der Gefahr, bloße Konvention zu bleiben. Für das Publikum stellt sich in der Gegenüberstellung der tönernen Konversationsstücke und ihrer dazu hörbaren Streitgespräche einerseits die Frage, inwieweit Haltungen, Meinungen und Auseinandersetzung am gemeinsam geformten Objekt sichtbar und ablesbar werden. Wie also wirkt sich das Sprechen und Denken auf unser Tun aus? Gleichzeitig beleuchtet Hangl in seiner mehrschichtigen Arbeit einmal mehr den Prozess des kooperativen Schaffens an sich. Ebenso schonungslos wie subversiv, sind die Konversationsstücke geradezu naive Versuche des Festhaltens und Beweisens einer kreativen Kraft von Auseinandersetzungen. Denn gemeinsames Schaffen in der respektvoll vorgetragenen Meinungsverschiedenheit ist produktiv, oder?
Ausstellungen | Installation

David Reumüller. Awaited

Kunsthaus Graz

Eine Konzertinstallation im Space04 des Kunsthauses Graz im Rahmen von „Klanglicht 2021“. Nach einem langen Jahr des Ausharrens ohne Bühne spielt die Geisterband des Musikers und bildenden Künstlers David Reumüller nun endlich den neuen Song: ein Schattentheater der anderen Art. Zum Eintauchen und Mitwarten. „Im Warten kann die Zeit endlos werden.“ Was endlos ist, ist lang, ist ewig. Und damit für uns Menschen kaum begreifbar, geschweige denn erfahrbar. Ein Traum eigentlich. Und unheimlich, wohl auch, weil man so sehr auf sich selbst zurückgeworfen ist. Der Musiker und bildende Künstler David Reumüller hatte 2019 ein Jahr lang weniger Aktivitäten geplant, hat kaum Angebote für Ausstellungen oder Konzerte angenommen und sich ganz bewusst der Studioarbeit gewidmet. Dass 2020 zu einem weiteren Jahr der Introspektion wurde, hatte er so nicht geplant. Und es war dann auch noch einmal ganz anders. So sehr verbunden mit dem Warten, beschreibt Reumüller seine Zeit als Leben in einer Art Zwischenwelt. Im Englischen gibt es für diese Zeit des unfokussierten Wartens die wunderbare Wendung being in limbo. Sprachlich stützt sich die Wendung auf den nebelhaften Schwebezustand des Dazwischen, wie sie treffend in den mythologischen Geschichten zur griechischen Unterwelt beschrieben werden. Wenn Orpheus seine Geliebte Eurydike sucht, ist das, was ihm auffällt, die Unnahbarkeit der Schattengestalten: leicht, schwebend und unerreichbar. Insbesondere dann, wenn sich der Blick direkt auf sie richtet. Bereits mit der interaktiven Installation EXPOSURE o.T. im Schauspielhaus beim „Klanglicht 2018“ präsent, schafft Reumüller im Kunsthaus Graz für das „Klanglicht 2021“ eine Installation, die reale und virtuelle Raumdimensionen ineinander übergehen lässt und das Warten selbst mit an- und abschwellender Musik zum Thema macht ‒ als Fortsetzung seiner Filmprojektionen auf dreidimensionale Verhüllungen, die er erstmals 2015 mit einer Installation in Sharjah begann und die er im studio der Neuen Galerie Graz mit der Ausstellung Johnny Silver – Superposition (2017) oder auch in einer Musikperformance mit Dorit Chrysler im selben Jahr weiterführte. Angelegt bereits in seiner Malerei, beschäftigt sich Reumüller mit der An- und Abwesenheit von haptischen Qualitäten und Raumempfindungen unter den Bedingungen sich verändernder Zeit und Perspektive. Malerisch werden Linienverbindungen zu Raumlandschaften, Installationen aus schwarz lackierten Holzstäben zum sich verändernden Rhythmus im durchschrittenen Raum. Warten bedeutet etymologisch gesehen den Blick auf etwas zu richten. Heute wartet man nicht gern und doch ist das Warten ein produktiver Teil unseres Seins – das sagen Gehirnforscher ebenso wie Literaten. Homer soll das Warten zum Lebensinhalt erhoben haben … im Space04 wartet man nun – gern. Und taucht ins Warten ein. Über David Reumüller 1979 im Murtal geboren, zog es David Reumüller schon früh nach Graz, wo er sich an der Ortweinschule der visuellen Kunst widmete. Seit seinem Abschluss 1998 setzt sich der Künstler mit unterschiedlichen Medien auseinander. So erschienen neben seinen visuellen Inszenierungen auch zahlreiche musikalische Sammelwerke, Publikationen und Filme. In seinen interaktiven Videoinstallationen untersucht Reumüller vor allem die Wahrnehmung und stellt deren individuellen Informationsgehalt auf den Prüfstand. Eintritt frei
Ausstellungen | Ausstellung

Ansichtssache

Robert Musil Literatur Museum

Mit Fotografien von Ernst Peter Prokop Herausgegeben von Günter Schmidauer Ernst Peter Prokop besuchte die Graphische Lehr- und Versuchsanstalt in Wien. Schon sehr früh arbeitete er neben seiner Pressearbeit für Theater unrd Galerien, für Tourismus, lndustrie und Mode. Seit 1988 ist er selbständig tätig. Im selben Jahr eröffnete Prokop ein eigenes Studio für Werbefotografie, in dem er sich verstärkt den Themen Kultur, Architektur, Tourismus und Food zuwande. Mehrere Ausstellungen in Kärnten und Wien begründeten sein Ansehen als vielseitiger Fotograf. Das Buch zur Ausstellung wird zur Eröffnung erstmals präsentiert. Öffnungszeiten: Mo-Fr 10-17 Uhr, Sa/So geschlossen Eintritt frei
Ausstellungen | Ausstellung

STEIERMARK SCHAU: was sein wird

Kunsthaus Graz

Die Ausstellung was sein wird im Kunsthaus Graz widmet sich den Spuren des Zukünftigen im Hier und Jetzt. Aus dem Aktuellen wird Mögliches, Unmögliches, werden ferne oder nicht allzu ferne Entwicklungen erfahrbar gemacht, die eine Gemeinschaft der Zukunft multidimensional formen können: Bauen mit Holz, Mycelium oder Abrissmaterialien, nachhaltige Verpackungen, schulübergreifende Bildung, Lernen mit VR, ökologisches Wirtschaften, Gemeinwohlökonomie, Mitbestimmung/Teilhabe und die Rolle von Kunst und Kultur. Die Ausstellung zeigt also nicht die eine ferne Utopie oder den einen möglichen Entwurf für eine Idealgesellschaft. was sein wird skizziert Zukünfte. Im Plural. Der Ausgangspunkt ist die jetzige Situation in der Steiermark. Die Ausstellung schaut in die verschiedenen gesellschaftlichen Bereiche und versucht, wegweisende Szenarien zu identifizieren, die den gegenwärtigen Status quo überschreiten. Dabei wird auch ein Blick „zurück in die Zukunft“ geworfen, auf Zukunftsvorstellungen vergangener Jahrzehnte. Auf diese Weise verschränken sich historische und gegenwärtige Zukunftskonzeptionen, wodurch auch ein Aufgreifen und Weiterdenken von in Vergessenheit geratenen Überlegungen ermöglicht wird. Die in der Ausstellung vorgestellten Zukünfte (ob nun utopisch, dystopisch oder auch, je nach Blickwinkel, beides zugleich) kommen den uns umgebenden Realitäten nahe: ob es sich um den Strukturwandel im ländlichen Raum, um Logistik, Mobilität, Digitalisierung, Landwirtschaft, Kreislaufwirtschaft, Altern, Migration oder Geschlechtergerechtigkeit handelt. Die skizzierten Zukünfte könnten in den nächsten Wochen Veränderungen erzeugen, in den kommenden Monaten, in fünf, zehn oder fünfzig Jahren. Die Schau im Kunsthaus entfaltet sich auf allen Ebenen des Gebäudes, vom Foyer über die Ausstellungsräume bis hin zur Needle, sie dehnt sich auch von den Räumen des Kunsthauses ins Internet aus und verschränkt dabei den physischen mit dem virtuellen Raum. Die Ausstellung öffnet sich dem Publikum als mehrdimensionales und mutierendes Netzwerk einer Auseinandersetzung zwischen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft; zwischen Forschung, Praxis und künstlerischen Visionen; zwischen mikro und makro, lokal und global. Das Kunsthaus stellt nicht nur denkbare und mögliche Veränderungen in den verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen vor, während der Steiermark Schau sollen auch bestimmte Vorhaben konkret umgesetzt werden, wie etwa die Vermeidung von Verpackungsmüll im Ausstellungsbetrieb, der Einsatz nachhaltiger Materialien im Ausstellungsdesign sowie Inklusion im institutionellen Alltag. Kuratiert von: Barbara Steiner, Katrin Bucher Trantow Kuratorische und wissenschaftliche Mitarbeit: Joana Grah, Katia Huemer, Michaela Humpel, Leo Kühberger, Isabel Lesjak, Monika Holzer-Kernbichler, Dirk Raith, Elisabeth Schlögl, Klaus Schrefler, Eva Taxacher, Lena Trichtel, Alexandra Trost, Edith Zitz Ausstellungsgestaltung: studio-itzo (Martina Schiller, Rainer Stadlbauer), VHCK (Viktoria Hohl, Christian Konrad)
Ausstellungen | Ausstellung

Katzenbaum: Dejan Marković

Kunsthaus Graz

Die Arbeit Polyphonic Assemblage nimmt ihren Ausgang in der bespielbaren Display-Skulptur Ein Katzenbaum für die Kunst im Foyer des Kunsthauses. Der Künstler Dejan Marković nahm den Titel der Skulptur buchstäblich beim Wort und entwickelte ortsspezifisch eine (un)mögliche Situation zwischen zwei eingeladenen Katzen, der Skulptur und der Architektur des Kunsthauses. Zwei Tage lang bekamen die Katzen die Möglichkeit, den „Baum“ und das Kunsthaus zu erfahren und zu erkunden. Dabei konnten sie temporär mit Besucher*innen und mit den für Menschen entwickelten Objekten, Gegenständen und Räumlichkeiten interagieren – ein Moment des Zusammenseins, in dem eine ephemere Assemblage entstand. Die Skulptur aus Kunststoff und Holz – wie auch der institutionelle Raum, in dem sie sich befindet, mit all seinen sichtbaren und unsichtbaren Regeln und Nutzungsvorgaben – verhindert das Zusammenspiel von Kultur und Natur, das ihr Titel metaphorisch suggeriert. Die Skulptur ist auf das Ausstellen von Kunstobjekten angelegt. Die neugierigen Katzen hingegen bringen sie temporär in ein neues Beziehungsgeflecht, indem sie diese zu anderen beteiligten Elementen (Institution, Architektur, Möbel, Haustechnik, Exponaten, Kunstwerken, Verkaufsgegenständen, Räumen, Besucher*innen, Künstler*innen, Fotograf*innen, Kurator*innen, Museumspersonal usw.) in Relation setzen. Dadurch wird die statische Skulptur performativ und zu einem sichtbaren Treffpunkt von Menschen und Nicht-Menschen – und gleichzeitig zum Ort der Reflexion von untersagten Beziehungen. Spuren dieser vielstimmigen Assemblage in Form von Resten der Interaktion sowie bewegte Bilder, die aus der Perspektive der Katzen für das menschliche Auge ungewohnte Raumsituationen zeigen, sind ab dem 10.4. an unterschiedlichen Orten im Erd- und Untergeschoss des Kunsthauses zu entdecken. Kuratiert von: Katia Huemer
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CAROLINE: Für JONKE

Robert Musil Literatur Museum

Die Künstlerin Caroline fordert das Publikum auf, der Poesie den ihr gebührenden Platz einzuräumen. Seit geraumer Zeit setzt sie sich in ihrem Werk ganz intensiv mit den Schöpfungen des Wortmagiers Gert Jonke auseinander. lngrid AHRER: „Man muß im Sommer an den Winter denken“ - INSTALLATION als Beantwortung des ihr gewidmeten Jonke-Gedichtes „Für Ingrid“. Gestaltung der Skulpturen: Silvia BISCHOF. Gert-Jonke-Preis für Ann Cotten Zum sechsten Mal wurde am 18.4. der von der Stadt Klagenfurt und dem Land Kärnten in Kooperation mit der Gert-Jonke-Gesellschaft ausgeschriebene Gert-Jonke-Preis verliehen. Diesmal in der Kategorie Lyrik.
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1000& schreibt MuhMuhsil: Schmeichelzimmer

Robert Musil Literatur Museum

Das Künstler*innenduo 1000& zeigt im Robert Musil Literatur Museum in Klagenfurt anlässlich des 140. Geburtstags von Robert Musil (6. November 2020) die Installation "Schmeichelzimmer". Die Arbeiten sind noch bis Ende März 2021 zu sehen: "Ein sehenswertes Arrangement aus einem im Raum schwebenden Sofa, Textelementen in opulenten Rahmen u.v.m." (KLAGENFURT. Die Stadtzeitung, Nr. 2_2021).
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Archäologiemuseum Graz

Archäologische Glanzstücke aus der Steiermark und Funde aus der Klassischen Antike und Ägypten
Ausstellungen | Museum

Museum für Geschichte Graz

Werden und Wandel der Steiermark vom Hochmittelalter bis zur Gegenwart stehen im Mittelpunkt des Museums für Geschichte.

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